Aus für den VW Golf I — 02.11.2009

Ende Legende

Ein Kultauto stirbt: VW hat die Produktion des Golf I in Südafrika eingestellt. Dort wurde der Klassiker als Citi-Golf bis heute gebaut und gut verkauft. Jetzt ist Schluss für die kantige Kiste.

Ausgerechnet zum 35. Geburtstag ist Schluss: VW wird den Golf I in Südafrika nicht länger bauen, die Fertigung des Klassikers im Werk Uitenhage ist am 2. November 2009 ausgelaufen. Der Standort wird für 275 Millionen Euro modernisiert, die Produktion komplett umgestellt – da bleibt kein Platz für den Golf I, der seit 31 Jahren am Kap noch fast in Originalversion und weitgehend in Handarbeit entstand. 2010 werden alle "Citi Golf" verkauft sein, teilte VW-Südafrika-Chef David Powels mit. "Heute verkünden wir das Ende einer Auto-Legende." Künftig sollen Polo und Jetta die große Lücke schließen, die der Ur-Golf hinterlässt. In Südafrika ist der "Citi-Golf" vor allem bei jungen Leuten beliebt, besonders wegen seines günstigen Preises: Für umgrechnet knapp 2000 Euro Anzahlung und 100 Euro Monatsrate über sechs Jahre macht er noch immer Menschen mit schmalem Budget mobil. Ein Golf VI kostet in Südafrika mehr als das Dreifache.

"Erwarten negative Reaktionen"

Airbag und Radio: Moderne Errungenschaften des Golf 1 in Südafrika.

Die Ankündigung für das Aus des Golf I kam schon häufiger, doch dieses Mal meinte VW es ernst. Südafrikas VW-Chef David Powels wusste, dass es nicht einfach sein würde, die Entscheidung zu vertreten: "Wir werden zweifellos einige negative Reaktionen erhalten, weil der Wagen noch viele Fans hat", sagte er nach Bekanntwerden der Pläne. Doch der von Giugiaro gezeichnete Käfer-Erbe ist vor allem in Sachen Sicherheit nicht mehr zeitgemäß: Zwar gehört ein Fahrerairbag inzwischen genau wie ein Radio zur Grundausstattung, viel mehr Modernes hat der Einser-Golf jedoch nicht zu bieten. Seit 1978 wurde er in Südafrika nahezu unverändert gebaut und seitdem rund 500.000-mal verkauft. Aus, vorbei, jetzt ist Schluss. Nicht nur die Südafrikaner werden den Golf vermissen: Auch zahlreiche Touristen schätzten den Klassiker, der von Autovermietungen als billiges Einstiegsmodell angeboten wird.

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Kommentare zum Artikel (13)

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stef
08.11.2009, 09:35Uhr

@ SalvaGer73: ich kann rechnen, im Gegensatz zu dir, offensichtlich.

85000 mal drei sind 255000. Laut Preisliste für SA gibts den "5.5" wie du ihn nennst, oder "New Golf", wie er offiziell in SA heißt, ab genau 214.400 Rand, ähnlich wie du sagtest. Das ist ein 6er Golf, und Autobild sagt, dass dieser mehr als das dreifache kostet...stimmt aber nur bei höherer Ausstattung.
Golf 6 ist Golf 6 und wenn man in SA einen haben will, muss man nicht mehr als das dreifache zahlen, sondern sogar nur sehr viel weniger, ok? Dort genauso wenig wie in Dtld.
Ergo: pure Übertreibung vonseiten Autobild!

ecki
07.11.2009, 00:54Uhr

Manche Sachen werden erst Kult, wenn es sie im normalen Leben nicht mehr gibt.

f.b.han
06.11.2009, 13:01Uhr

Liebe Autobild-Kollegen, wieder rutscht Euch durch, dass der Golf seit 1975 ununterbrochen die Nr. 1 der deutschen Zulassungsstatistik ist. Und er hat dabei nicht den Käfer abgelöst, denn der war bis 1973 die Nr.1. Im Jahr 1974 war es (wegen des Wechsels vom Käfer auf den Golf) der Passat, knapp vor dem Kadett C, richtig?

antiquarius
04.11.2009, 23:50Uhr

schade , dass VOLKSwagen sich in deutschland nicht auf seinen namen besinnt


da werden bentley , lamborghini etc kreiert aber keine VOLKSwagen mehr

selbst ein UP wird kostspieliger werden

mit meinem GOLF 1 von 1979 bin ich auch mit gut 5,5 liter NORMALbenzin hingekommen

KamilJan
04.11.2009, 09:24Uhr

Viel Erschreckender finde ich folgende Rechnung:

GolfI Südafrika: 9200€ für inzwischen knapp 40 Jahre Alte Technik
Golf VI USA: umgerechnet für 11.500 € (2,5l, 170PS, Klima etc.)

ich denke die machen noch ganz gut Geld mit den Armen Afrikanern.....was kommt also als nachfolger auf den Afrikanischen Markt, der Golf 4 für 12000€??

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