Mini

Austin Mini

— 18.10.2010

Unsterblicher Mängelriese

Vor 26 Jahren erblickte er das Licht der Autowelt. Was nicht heißt, dass der Mini bereits zum alten Eisen zählt. Obwohl der kleine Engländer bei der TÜV-Prüfung häufig als Mängelriese unangenehm auffällt.

AUTO BILD-Archiv-Artikel 46/1986: Das deutsche Sprichwort "Was lange währt, wird endlich gut" straft der britische Mini Lügen. Denn von einem Vierteljahrhundert Reifezeit ist dem urigen Briten nicht viel anzumerken. In der Mängelstatistik des TÜV rangiert der noch immer produzierte Kleinwagen regelmäßig auf einem der letzten Plätze, und zwar in allen Disziplinen. Jeder fünfte Mini fällt bereits bei seiner ersten TÜV-Vorführung wegen schlechten Betragens auf. Und mit zunehmendem Alter steigt dann die Durchfallquote Rapide. Bis zu guter Letzt bei sechs- und achtjährigen Exemplaren die strengen Herren im Kittel oftmals nur noch mit dem Kopf schütteln und die schnuckeligen Engländer auf der Stelle aus dem Verkehr ziehen.

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Gebrauchtwagen-Interessenten können beim Kauf eines in die Jahre gekommenen Minis die Augen also nicht weit genug aufhalten. Denn gut erhaltene Minis sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt so selten wie ungespielte und unverkratzte Schallplatten der Beatles in Original-Hülle. Der feine Unterschied: Beim Schallplattenkauf können Sie keine Fehler machen. Ob aber der Mini sein Geld wert ist, lässt sich oftmals selbst vom Fachmann nur schwer erkennen. Ungeachtet dessen erzielen Minis immer wieder Höchstpreise, werden über Wert gehandelt. Die Argumente der Verkäufer sind dabei immer wieder die gleichen: Der Wagen käme gerade erst aus der Werkstatt und sei für eine Menge Geld überholt worden.

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Unerwähnt bleibt hingegen, dass der bisherige Besitzer nunmehr endgültig die Nase voll hat von den ewigen Reparaturen. Lassen Sie sich beim Verkaufsgespräch also nicht von einem Ordner voll Werkstattrechnungen täuschen. Das heißt noch lange nicht, dass der Wagen runderneuert ist und nunmehr die nächsten Monate ohne Defekt über die Runden kommt. Rechnen Sie beim Kauf eines Minis für Folgereparaturen immer noch einige hundert Mark dazu. Auch wenn sie nicht sofort fällig werden, später meist um so heftiger. Achten Sie bei der Probefahrt auf Knackgeräusche in der Vorderachse. Ruckelt es beim Gaswegnehmen deutlich spürbar, sind meist die Antriebsgelenke oder das Differentialgetriebe verschlissen.

Kleines Auto, große Probleme

Bei älteren Minis tritt dieser Schaden relativ häufig auf. Und werfen Sie auf jeden Fall einen Blick unter das Auto, vor allem unter die Antriebseinheit. Minis kleckern gerne und hinterlassen beim Parken oft umweltschädliche Ölflecken. Eine gerade vorgenommene Motorwäsche soll diese Schwäche oftmals vertuschen. Kontrollieren Sie auch die Handbremse. Können Sie bei angezogenem Bremshebel losfahren, sind in der Regel die Bowdenzüge fest gerostet. Bei älteren Minis keine Seltenheit. Überhaupt zählt die Bremsanlage des Engländers nicht zur standfestesten Sorte. Beim TÜV werden immer wieder unterschiedliche Bremskräfte an den einzelnen Rädern moniert.

Arger bereitet Mini-Fahrern häufig auch die rote Pest. Vor allem an Modellen der Baujahre 1976 bis 1980 gibt es an dem Engländer kaum eine Kante und Fuge, die nicht vom Rost befallen wird. Unter der Bodengruppe dieser Autos sieht es oftmals abenteuerlich aus.
Gesamturteil: Nicht empfehlenswert.

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