Austin Mini-Cabrio

Austin Mini Cabrio: Test

— 04.04.2011

"Ausgezogen" zieht der Mini jeden an

AUTO BILD-Archiv-Artikel 30/1987: Fast dreißig Jahre ist der Mini inzwischen alt. Das hindert ihn nicht daran, nach einem Umbau keck seine Kapuze abzulegen.

"Herr Doktor, ich habe da ein Problem. Mir fällt es so schwer, einen Partner zu finden!" "Kein Grund zur Aufregung, da nehmen Sie dreimal täglich ..." Halt! Halt! Wir wissen nicht, was dieser freundliche Arzt empfiehlt. Wir empfehlen bei Kontaktproblemen das Mini-Vollcabriolet von Mengers Special Cars GmbH. Denn: Wo immer wir mit diesem kleinen Luftikus in Hamburg auftauchten, hatten wir schnell Freunde gewonnen. Wildfremde Leute sprachen uns an der Ampel an: "Ach, ist der süß!" (Gemeint war natürlich der Wagen.) Besonders das schwache Geschlecht verliebte sich auf Anhieb in den schnuckeligen Engländer.

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Ein Exot ist der Austin Mini ohne festes Blechdach auf jeden Fall. Nur etwa zehn Exemplare fahren derzeit auf deutschen Straßen herum. Dabei ist das exklusive Frischluft-Vergnügen keineswegs eine unerschwingliche Angelegenheit. Bei Dierk Mengers kostet der Umbau zum Vollcabriolet bei Anlieferung eines neuen oder gebrauchten Minis 7866 Mark. Der billigste Mini, mit 42 PS in der Parklane-Ausführung, kostet bei Austin Rover derzeit 10.995 Mark, ein nagelneues Cabriolet gibt’s bei Mengers also ab 18.861 Mark – da kann kein Seriencabriolet mithalten.

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Für diesen Preis bietet Mengers solide Arbeit. Rund vier Wochen dauert der Umbau. Zunächst wird dem Mini das Blechdach abgesäbelt. Um die Stabilität der Karosserie zu sichern, verstärkt Mengers danach die Bodengruppe durch mehrere, etwa einen Millimeter dicke, verzinkte Stahlblechträger. Der Wagen wird durch diese Eingriffe zwar um etwa 70 bis 80 Kilogramm schwerer, kann aber auf einen Überrollbügel verzichten. Und genau dadurch wird der Stadtfloh so interessant. Nichts als blauer Himmel über einem – so macht Cabriofahren Spaß, vor allem, weil man es im Mini zu viert genießen kann.

Stürmisches Vergnügen

Weniger Spaß machen am Anfang das Auf- und das Abbauen des sorgfaltig verarbeiteten Kunststoffverdecks. Die Kapuze steht zu Beginn unter starker Spannung. Die Druckknöpfe lassen sich nur mit hohem Kraftaufwand schließen. Keine Arbeit für zarte Frauenhände. Ansonsten bereitet der offene Mini ein Fahrvergnügen, wie es heutzutage nur noch wenige Fahrzeuge bieten. Die Insassen sind dem stürmischen Vergnügen nahezu ungeschützt ausgesetzt. In Windeseile wird jede Fönfrisur ruiniert. Das ist nur etwas für wahre Cabriofahrer, die einiges wegstecken können. Für Mini-Fans: Mengers hat es geschafft, den ursprünglichen Charakter des legendären Engländers (seit 1959 fast unverändert gebaut) beizubehalten.

Er fährt sich wie ein kleines Kart. Unter der Haube sitzt der serienmäßige 42-PS-Motor mit 998 Kubik Hubraum. Bei der geringsten Gaspedalberührung jubelt der Vierzylinder auf und stößt einen satten Basston aus dem Auspuff. Gang rein, die 13-Zoll-Räder krallen sich in den Asphalt, rütteln dabei kräftig am kleinen Lederlenkrad (222 Mark Aufpreis) – und ab geht die Post. Kurven jeder Art meistert er ohne Anstrengung. Kein Wunder, denn Federwege hat der Mini kaum. Jeden Stein, jede Spurrille bekommen die Insassen zu spüren. Der Zwerg wippt und schaukelt über Bodenwellen wie ein Schiff in der Brandung, und bei Höchstgeschwindigkeit (123 km/h) übertönt das Motorgeräusch jedes Radio. Es ist halt der alte Mini, der schon Generationen begeistert hat. Und offen ist er noch begehrenswerter geworden. Nur schade, dass er nicht auf Rezept zu bekommen ist.

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