AUTO BILD-Käfer (2. Teil)

AUTO BILD-Käfer (2. Teil) AUTO BILD-Käfer (2. Teil)

AUTO BILD-Käfer (2. Teil)

— 16.10.2003

Die erste Kur

Nach langer Transatlantik-Passage ist unser Käfer in Hamburg eingetroffen – eine Tor-Tour.

Unser Käfer schwamm 29 Tage auf See, und der Container war wohl nicht ganz dicht: Schimmel auf den Sitzen, Flugrost an metallischen Teilen im Bereich des Unterbodens. Alles nichts Schlimmes, nichts, was dem Hersteller anzukreiden wäre, nur der Spediteur, der hat gepennt. Und wegen der "ganzen Aufregung um den besonderen Status der Ware" schlicht die üblichen Schutzmaßnahmen vergessen, wie nicht nur Bremerhavens Eurogate-Chef Stefan Klose vermutet. Tja, Salzwasser und Luftfeuchtigkeit sind des Oldies ärgste Feinde, auch wenn der Alte nagelneu ist. Wachs drüber. Doch bevor die Hohlräume des letzten Käfers seiner Art für die Ewigkeit präpariert werden, durchläuft der kleine Mexikaner das ultimative "Fertan"-Programm.

Was hat er gelitten!

Der vorletzte Käfer ab Werk rollt auf 165er-Reifen und natürlich 15-Zoll-Rädern. Die schönen Weißwandreifen sind undicht – drauflassen oder runter?

Hierbei kommt zwar erneut Wasser zum Einsatz, denn der Rostumwandler muss nach seiner Einwirkzeit wieder feucht abgewischt werden. Nur: Hektisch wird bei diesem Sondermodell ab sofort gar nichts mehr laufen. Die Trocknungszeit bestimmen wir. Also ab in die Hochtemperaturkabine von "Auto Stern" in Hamburg und hinterher die kleine Kür zum Thema Verzinken, anschließend Klarlack drüber – der Konservierer kann kommen.

Zwei Reifen sind undicht

So geschehen mit allen metallischen Teilen, die blank lagen, und auch der Hauptbremszylinder glänzt wieder in original schwarzem Lack. Der Rest des Unterbodens präsentiert sich schon ab Werk bestens gerüstet für die Ewigkeit: eine dauerelastische Masse, Basismaterial Kautschuk, die, dick aufgetragen, gleichzeitig eine dämmende Funktion erfüllt. Irgendwie genial.

Austauschen mussten wir bereits die verchromte Stabantenne, ein übereifriger Käfer-Fan hatte sie (unabsichtlich) verbogen. Ersatz ist kein Problem: Der Hirschmann-Stab mit dem Original-Käferfuß kostet im Handel 23 Euro.

Langfristig werden wir uns wohl auch um Ersatz für die Reifen bemühen müssen: Die Weißwand-vulkanisierten Mexiko-Gummis sehen gut aus, haben jedoch eine schlechte Seitenführung und halten zudem in zwei Fällen nicht die Luft. Mal sehen, was Conti und Co für den Typ 1 noch so auf Lager haben. Schließlich ist der Käfer längst keine lahme Ente mehr, die 46 PS des Mexikaners boxen sich durch bis Tachotempo 145 – ein Traumwert für uns alte Käfer-Treter.

Nächste Folge: Total verwachst: Unser Käfer wird konserviert.

Käferclub última edición: An alle Besitzer eines Käfers aus der "última edición": Walter Köhler aus Mönchengladbach plant die Gründung eines Clubs. Telefon 0 21 66-3 29 74, E-Mail jwk@jwk-orga.de

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