AUTO BILD erfüllt Wünsche

Mit dem Ur-Käfer durch die Käferstadt Mit dem Ur-Käfer durch die Käferstadt

AUTO BILD und Michelin erfüllen Wünsche

— 25.08.2007

Aufgebrezelt durch die Käferstadt

Jürgen Ostermann wollte nur mal Brezelkäfer fahren - und saß kurz darauf in einer Rarität: dem ehemaligen Dienstwagen von Käfer-Entwickler Ferdinand Porsche.

Jürgen Ostermann kommt mit dem Zug und guckt wie ein Auto. Eine Viertelstunde nach seiner Ankunft am Gleis 4 des Wolfsburger Bahnhofs steht der 43-Jährige vor einem pechschwarzen Käfer und staunt und staunt und staunt. "Darf ich den wirklich fahren?", fragt der Chemie-Ingenieur aus Wolfratshausen (Bayern) ungläubig. Einhelliges Nicken. "Auf öffentlichen Straßen?" Wieder einhelliges Nicken. Jürgen Ostermann lächelt schwach und sagt leise: "Im Auto von Ferdinand Porsche – das ist unfassbar." Es war ein Unglücksfall für VW, der zum Glücksfall für Ostermann wurde. Der Käfer-Fan, selbst Besitzer eines Modells von 1963, wollte nur einmal in seinem Leben einen Brezelkäfer fahren. So nennt der Volksmund die erste Version des VW Typ 1, die bis 1953 gebaut wurde und ein zweigeteiltes Heckfenster hatte – weil eine einteilige, gewölbte Scheibe damals noch nicht herstellbar war.

Überraschung zum 17. Hochzeitstag: Ostermanns Frau Sandra fädelte die Nostalgiefahrt ein.

Als Überraschung zum 17. Hochzeitstag hatte Ostermanns Frau Sandra die Nostalgiefahrt mit dem Team von "AUTO BILD und Michelin erfüllen Wünsche" heimlich eingefädelt. Die Mitarbeiter des Zeithauses in der Wolfsburger Autostadt hatten auch schon ein passendes Modell für Ostermann reserviert, doch das kam nicht rechtzeitig von einer Klassik-Rallye zurück. Und nun? Alles absagen? Verschieben? Umplanen? Die Zeithaus-Verantwortlichen entschieden sich für eine erstaunlich mutige Lösung – und holten für Ostermann ihren ältesten Käfer aus dem Museum. Zeithaus-Mitarbeiter Jürgen Kolle hat ihn gerade ins Freie gebracht, mitten auf den Parkplatz der Autostadt in Wolfsburg, und erzählt seinem bayerischen Besucher nun die bewegte Geschichte des Autos: "Es ist 1938 gebaut worden und diente Ferdinand Porsche als Dienstwagen", so der Oldie-Experte, "nachdem der Käfer im Krieg verloren gegangen war, wurde er VW später von einem Berliner Privatmann angeboten und zurückgeholt. Das Auto stand danach lange als Wrack in den Werks-Katakomben, bis es 1986 zum ersten Mal restauriert wurde."

Um 15.06 Uhr wird Ostermanns Traum wahr

Ostermanns Traum wird wahr – er fährt seine ersten Meter im Ur-Käfer.

Es dauert einen Moment, bis Jürgen Ostermann seine Scheu vor der automobilen Rarität ablegt, aber dann will er ganz nah ran. Bestaunt die schmalen Diagonalreifen, schaut sich die dürren Scheibenwischer an und bemerkt: "Das Gummi ist eingerissen, hat meiner zu Hause auch." Er begutachtet die einfache Stoßstange und lässt sich von Kolle erklären, dass die Experten streiten, ob sie im Original verchromt war oder nicht; wundert sich über den großen Tank-Einfüllstutzen unter der vorderen Haube und erfährt, dass die Rohre der Zapfsäulen damals viel dicker waren. Und dann, um 15.06 Uhr, wird Ostermanns Traum wahr – er fährt seine ersten Meter im Ur-Käfer. Gibt Gas, kuppelt, gibt noch mal Gas und ... rrrrrrrrrscht – das unsynchronisierte Getriebe meldet sich unüberhörbar. "Aller Anfang ist schwer", beruhigt Kolle, "selbst unsere Mechaniker haben manchmal Probleme mit dem Zwischengas. Der Trick ist, sie dürfen nur mit den Handballen schalten. Alles, was mehr Kraft erfordert, schadet dem Getriebe."

Doch Jürgen Ostermann lernt schnell und scheint seine Hände bald überall zu haben: Am dünnen Dreispeichen-Lenkrad, am Hebel für den Winker, am Schaltknauf. Der Gangwechsel geht inzwischen butterweich, selbst beim noch schwierigeren Runterschalten. "Sie machen das hervorragend", lobt Jürgen Kolle seinen Fahrschüler. Der erwidert: "Danke, aber das Gehirn arbeitet doch heftig mit. Und in die Bremse muss man ja richtig reinstiefeln!" Am Ende traut sich Ostermann den dicksten Wolfsburger Stadtverkehr zu und bringt den Käfer sicher ins Museum der Autostadt zurück. "Da bleibt er jetzt auch", sagt Kolle, "der Wagen ist ein Ausstellungsstück, den rücken wir nicht mal für Oldtimer-Veranstaltungen raus." Bis auf eine Ausnahme: die große AUTO BILD-Käferparade bei der Rallye "2000 Kilometer durch Deutschland" – und die ist schon vier Jahre her.

Haben Sie auch einen automobilen Wunsch?

Dann schreiben Sie bitte an: AUTO BILD, Kennwort: "AUTO BILD und Michelin erfüllen Wünsche", 20803 Hamburg, oder wuensche@autobild.de. Wir können zwar nicht zaubern und daher auch nichts versprechen (und schon gar nicht alle Träume erfüllen). Aber ein Tipp: Je origineller Ihr Wunsch ist, desto größer die Chance, dass er tatsächlich auch in Erfüllung geht ...

Autor: Alex Cohrs

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