Autogas

Autogas

— 05.04.2011

Treibstoff ohne Zukunft

AUTO BILD Archiv-Artikel 25/1987: Taxifahrer Ralph Schulz aus Borstel-Hohenraden bei Hamburg fährt mit seinem Audi 100 anders als seine dieselnden Kollegen: Ralph Schulz gibt Gas mit Autogas.

Er gehört zu den höchstens noch 18.000 deutschen Autofahrern, die dem Gemisch aus Butan und Propan die Treue halten. Doch die zahlt sich nur für die wenigsten aus. Denn Flüssiggas oder Liquified Petroleum Gas (LPG), wie der Treibstoff international heißt, ist bei uns mit 80 bis 90 Pfennig nicht viel billiger als Benzin und Diesel. Noch vor wenigen Jahren war das anders. 1981, als die Mineralölsteuer in der Bundesrepublik auf 51 Pfennig pro Liter angehoben wurde, blieb die "Treibgassteuer" mit 32 Pfennig verhältnismäßig niedrig. Mit dem weiteren Ansteigen der Benzinpreise vergrößerte sich die Differenz sogar auf 50 Pfennig und mehr.

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Das Treibgasgeschäft erlebte einen wahren Boom. Autogastankstellen schossen wie Pilze aus dem Boden. Nahezu für jeden Fahrzeugtyp wurden Umrüstsätze zwischen 1500 und 2500 Mark angeboten. VW-Sprecher Jürgen Schober verkündete: "In allen deutschen Automobilwerken sind die Bausätze für Gasantrieb serienreif." Sogar Daimler-Benz wartete mit einem 200er-Gas-Mercedes auf. Die Mineralölfirma BP warb mit starken Slogans: "Umsteigen auf Autogas. Eine rentable Entscheidung. Der Kraftstoff mit Zukunft. Sparsam, sauber, schonend." Shell und Aral folgten. In kürzester Zeit verdichtete sich das Gas-Tankstellennetz von 200 auf über 600 Zapfstellen im Jahr 1983.

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25.000 Gas-Pkw wurden 1983, zum Höhepunkt der Treibgaskonjunktur, beim Flensburger Kraftfahrtbundesamt zugelassen. Doch dann kam die unerwartete Wende. Die Benzinpreise fielen. Und Bonn entschied sich für einen neuen Trend: Vorwärts mit Bleifrei! Katalysator- und Dieselfahrer wurden steuerlich belohnt. Nicht aber die Autofahrer, die sich auf eigene Kosten eine umweltfreundliche Gasanlage einbauen ließen. Sie fühlen sich heute alleine gelassen. Taxifahrer Schulz: "Warum lässt Bonn uns im Regen stehen? Warum werden Gasfahrzeuge nicht umweltfreundlich honoriert?"

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