Autos als Wertanlage

Ferrari 250 Testa Rossa Ferrari 250 GT California Spider (1957)

Autos als Wertanlage

— 30.03.2010

Gold in der Garage

Bei aller Liebe zum Auto: Hier geht es um Geld. Um Werte und Wahrheiten zu Preisentwicklungen von Old- und Youngtimern. AUTO BILD KLASSIK hat den Markt analysiert und legt Zahlen auf den Tisch.

Ein Auto als Kapitalanlage? Flucht in Sachwerte, Sammeln mit System? Dieser Strategie folgen derzeit viele: Old- und selbst Youngtimer gelten derzeit als heißer Tipp in Sachen Wertanlage. Denn auch wenn in der Wirtschaftskrise Billionen an Dollar und Euro verglüht sind, gibt es doch immer noch genug Geld da draußen. Nur die Frage, wo und wie es sinnvoll investiert werden kann, scheint derzeit ungelöst. Die Konten in der Schweiz und Luxemburg sind auch nicht mehr so diskret, wie sie einmal waren, Immobilien und Aktien haben gerade nicht den besten Ruf, und die Schuldenmacherei des Staates schürt die Angst vor einer Inflation. "Anleger investieren statt in Fonds oder Aktien lieber in krisensichere Sachwerte. Der Trend geht zum Garagen-Gold", sagte Rudolf Graf von der Schulenburg, Präsident des AvD, anlässlich der Techno Classica 2009 und presste in wenige Worte, was die Szene-Kenner schon seit Anfang des Jahres zu beobachten glaubten: Der Oldtimer-Branche geht es prächtig – Rezession hin oder her.

Autos mit Karriere-Potenzial: die Klassiker von 2030

Imposante Wertentwicklung: 1995 gab es einen Carrera RS in Zustand 2 für rund 40.000 Euro. Heute liegt er bei 200.000 Euro!

Vor allem das Hochpreissegment wächst. Händler und Restaurierer Klaus Kienle, einer der deutschen Spezialisten für klassische Mercedes-Benz, kann den Run auf hochwertige Klassiker unbedingt bestätigen: "Im Vergleich zu 2008 haben wir 2009 ein Drittel Fahrzeuge mehr verkauft, allein fünf 300 SL Roadster und vier Flügeltürer. Hoch im Kurs stehen auch die seltenen Cabriolet-, Roadster- und Coupé-Varianten des Adenauer, der 300 S und 300 SC." Die Gründe: Viele Leute mit viel Geld haben schon alles: Haus, Lebensversicherung, Aktien-Fonds. Sie haben aber auch schon Geld verloren. Da ist ein altes Auto eine sinnvolle Investition. Denn das Geld ist vom Konto runter, aber nicht versenkt. "Mercedes 300 und sportliche Vorkriegs-Autos sind am gesuchtesten, weil absolut krisensicher", so Klaus Kienle.

Sparsame Oldies: Klassiker für Knauser

Hat sich in beträchtliche Höhen geschaukelt: die Wertkurve des genialen Citroën 2 CV.

Sogar in Massen produzierte Alltags-Autos wie Citroën 2 CV, Fiat 500, Mini und der VW Käfer erleben mit zunehmendem Alter eine immer weiter ansteigende Wertschätzung, die sich auch im Preis ausdrückt. Das klassenlose Image, der günstige Einstieg in das Oldtimer-Hobby, die gute Ersatzteilversorgung, der geringe Neidfaktor und die nostalgischen Erinnerungen vieler an ihr erstes Auto begünstigen deren Aufstieg. Absteiger gibt es auch, aber sie sind die Ausnahme. Einer davon ist der Ferrari 365 GTB/4 Daytona, der heute ein Drittel weniger kostet als Ende der 80er-Jahre. Sein Status als Spekulationsobjekt hat ihm einen Wertverfall eingebracht, den der Ferrari immer noch unverschuldet mit sich herumschleppt. Eines darf beim Kauf eines Klassikers nie vergessen werden: Wie die Nutzung eines modernen Autos kosten Betrieb und Unterhalt Geld. Ob das beim Verkauf durch den gestiegenen Wert wieder reingeholt werden kann, weiß heute niemand. Schon der Investment-Guru André Kostolany wusste: "Die Börse reagiert zu zehn Prozent auf Fakten, der Rest ist Psychologie."

Autor: Jan-Henrik Muche

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