Autos der 90er: Italiener und Franzosen

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Von Renault Twingo bis Fiat Multipla

Ein Formel-1-Ferrari für die Straße, ein lächelnder Renault-Zwerg und eines der am meisten Anstoß erregenden Autos: Das bieten die Italiener und Franzosen in den 90er-Jahren. Ein Blick zurück!
Im Rückblick sind die 90er ein echt cooles Jahrzehnt. Das zeigen auch die Autos dieser Zeit. Zum Beispiel bei den Kleinwagen. Bis zu Beginn der Dekade fehlten dort Lifestyle, Humor und schräge Individualität. Bis Renault mit dem Twingo Leben in die Bude brachte. Der Twingo konnte 1992 schon, was dem Fiat 500 heute glänzende Absätze beschert, nur ohne Retro. Er berührte uns, lächelte sich in die Herzen. Vor allem Frauen verfielen dem Augenaufschlag des kleinen Charmeurs. Doch der Twingo kann nicht nur süß, sondern auch zweckdienlich sein. Das One-Box-Design des Franzosen-Zwergs bietet wenig Platz für die eher konventionelle Technik, dafür umso mehr für die Passagiere. Mit Liegesitzen und verschiebbarer Rücksitzbank setzt er in seiner Klasse Maßstäbe. Zum Microvan fehlen ihm eigentlich nur die hinteren Türen. Dass der Vierzylinder im Grunde noch aus dem R4 stammt? Schwamm drüber. Der Twingo war schon zu seinen Lebzeiten Kult und so ging es uns nah, als Renault ihn nach 14 Jahren ohne Modellpflege in Rente schickte.

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Ferrari-Supersportler mit F1-Technik

Der Ferrari der Superlative heißt ab 1995 F50, ist 513 PS stark und 325 km/h schnell.

Die Emiglia-Romagna, 1995: Anlässlich des fünften runden Geburtstages von Ferrari entsteht in den heiligen Hallen der Sport- und Rennwagenmanufaktur ein wahrhaftiger Rennwagen für die Straße. Der 513 PS starke 4,7-Liter-V12 des F50 stammt vom 641 ab, dem Formel 1-Boliden der Saison 1990. Auf Grundlage der Stilübung "Mythos" von 1989 schafft Pinininfarina eine brachiale Zweckform aus Kohlefaserverbundsstoff mit ausladendem Heckspoiler. Listenpreis des limitierten Über-Ferrari: umgerechnet 380.000 Euro. Spitze: 325 km/h. Dank abnehmbarem Hardtop ist der F50 Berlinetta (Sportcoupé) und Barchetta (Roadster) zugleich. Praktisch, eigentlich. Blöd: Die Mütze lässt sich nicht verstauen.

Fiat Multipla: Genie oder Wahnsinn?

Wirklich praktisch ist dagegen der Fiat Multipla, pardon, Multipla Fiat. Trotzdem haben ihn die AUTO BILD-Leser zu einem der peinlichsten Autos aller Zeiten gewählt. Dabei hat es der italienische Minivan sogar ins New Yorker Museum of Modern Art geschafft. Hatten die Fiat-Designer einfach nur einen schlechten Montag oder ist das Vieraugengesicht mit der Speckwulst unter der Windschutzscheibe doch ein unverstandenes Genie? Fiat ging 2004 der Mut aus, fünf Jahre nach seinem Debüt musste sich der Multipla einer Gesichts-OP unterziehen und schaute aus zwei traditionellen Querscheinwerfern in die Welt. 2010 war Schluss.

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Aus für Ente und Renault R4

Bereits zu Beginn des Jahrzehnts flatterte die Ente ins Abseits. Nach 41 Jahren und fast vier Millionen gebauten Exemplaren schickte Citroën seinen "Döschwö" 1990 in die ewigen Jagdgründe. Erst 1992 rollte in Kolumbien der letzte Renault 4 vom Band. Fini für die Charakterköpfe, für die Kult-Kästen und die Volkshelden? Zumindest ein ganz großer Zwerg musste noch nicht "Arrividerci" sagen: der Fiat 126, Bruder des legendären 500 Nouva im Geiste, lief bis 2000 in Polen weiter vom Band. Diese und weitere Autos der 90er-Jahre in der Bildergalerie!

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Autor: Lukas Hambrecht

Stichworte:

Youngtimer

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