Bentley Turbo R

Bentley Turbo R

— 26.11.2010

Sänfte mit Nachbrenner

AUTO BILD-Archiv-Artikel 18/1986: Einen Rolls-Royce selber fahren? Shocking! Dafür gibt es doch den Bentley R Turbo aus gleichem Hause. Der ist fast genauso nobel und hat sogar eine Straßenlage eingebaut.

Der Mann vor mir an der Autobahntankstelle sah mir nicht in die Augen. "Sie mit Ihrem rasenden Schuhkarton", murmelte er so laut und verächtlich vor sich hin, dass ich es hören musste. Es war klar, dieses Auto hatte er noch nie gesehen. Das große B mit den Flügeln rechts und links auf der Kühlermaske sagte ihm nichts. Die schiere Große des 2,75 Tonnen schweren Luxus-Schnelltransporters ließ ihn maulen. Und die Erfahrung, dass der Bentley Turbo R ebenso behände an ihm vorbeigerauscht war wie eine der italienischen Sportflundern, die allesamt mit "i" enden (Ferrari, Maserati, Lamborghini). Nie zuvor habe ich erlebt, dass ein Auto von der edelsten Sorte statt Ehrfurcht eher Panik auslöste.

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Sobald der dunkle Schatten des britischen Jumbos in mahagonifarbenem Metallic den Rückspiegel ausfüllte, fiel selbst den Fahrern Stuttgarter und Münchener Exklusivautos fast das Lenkrad aus den Händen. Sie flüchteten auf die rechte Spur. Bentley – so wollen es die Markstrategen – soll der sportliche Rolls-Royce für diejenigen werden, die es dicke auf dem Konto haben. Jahrzehntelang hat die Traditionsmarke dahingedämmert. 1931 von Rolls-Royce geschluckt, waren die Bentleys, die einst Sportruhm angehäuft hatten, nicht viel mehr als leicht modifizierte Rolls-Royce mit einem anderen Kühlergrill und ein paar Retuschen außen und innen. Karosserie, Motor und Fahrwerk blieben gleich.

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Straßenlage, so wie sie sich jüngere Zeitgenossen wünschen, war nicht eingebaut. Wozu auch? Der normale Rolls-Royce-Fahrer räkelte sich hinten im Connolly-Leder und ließ den Chauffeur mit Schirmmütze pilotieren. Er war – in der Regel – von Rolls-Royce ausgebildet und sorgte durch betont elegante Fahrweise dafür, dass keine Unbilden der Straße je den betuchten Fahrgast störten. Mit Würde fahren – das war die Parole am Lenkrad – pardon: Volant – eines Rolls-Royce oder Bentley. Meine ersten Fahrerfahrungen mit den beiden waren entsprechend trübsinnig, ob sie nun "Silver Spirit" oder "Mulsanne" oder sonst wie hießen.

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