BMW 525e

— 20.03.2009

Ausnahme-Sportler

Hubraum statt Drehzahl, so etwas gab es bei BMW wirklich mal. Das war 1984, doch noch im heutigen Alltag fühlt sich ein 525e nicht alt an. Das Rezept des 525e: mehr Hubraum, mehr Drehmoment, aber weniger Drehzahl und Verbrauch.



Heute hieße er womöglich 525 HBTES "HighBlueTechEfficiencySystem", und zwar genau so behämmert aneinandergeschrieben. 1984 nannten sie den besonders effizienten 5er einfach nur BMW 525e. Das kleine "e" stand für den griechischen Buchstaben Eta, den Kennbuchstaben des physikalischen Wirkungsgrads. Der 525e war also vor allem ein Einsparer, auch wenn er natürlich schon Kraftstoff-Einspritzung hatte. Beim Wirkungsgrad, also dem Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen, macht einem 525e so schnell keiner was vor: Alles an ihm war schon einmal dagewesen, aber genial neu kombiniert worden.

Beim E28 blickt zum letzten Mal das BMW-Design der 60er durch

Ein BMW wie aus dem Bilderbuch: Hofmeister-Knick, gepfeilte Schnauze, Doppelscheinwerfer und Reihensechser.

Der mit maximalem Hub (84 mm) ausgestattete Reihensechszylinder basiert – so wie sein aufgeladener Diesel-Verwandter 524td – auf dem M20-Zahnriemen Motor des 520i. Die gestrafften Linien der Modell-Generation E28 (1981–1987) sind eine Weiterentwicklung der 1972 präsentierten Vorgängerform des E12. Der E28 trägt noch die spitze Nase mit den grimmig schauenden Doppelscheinwerfern und in der Seitenansicht den berühmten Hofmeister-Knick an der C-Säule. Die für BMW stilprägenden 60er-Jahre schimmern hier ein letztes Mal durch. Vollausstattung ist ein Fetisch der Youngtimer-Szene, der zu einem 525e nicht passen will. Den fuhren Physiker mit SPD-Parteibuch und freiberufliche Pfennigfuchser mit viel Außendienstgeschäft. Für den sportlichen BMW-Background mussten die sich nicht schämen, immerhin verbrauchte so ein Spar-525 fast einen Liter weniger als der kleine 520i und war damit politisch absolut korrekt. Deshalb begegneten uns die 525e so oft in sanften Farbtönen wie "Bronzitbeige" (940 D-Mark Aufpreis für Metallic-Lackierung) und nur gelegentlich mit mechanischem Schiebedach, das mit 1118 DM schon als Lustkauf galt.
Kosten pro Jahr
Steuer 198 Euro bei Euro 2-Umrüstung
Versicherung 133,40 Euro
Normalbenzin 805 Euro
0,16 Euro pro Kilometer
Berechnungsgrundlagen: 7000 km pro Jahr, Oldtimer-Versicherung

Bei 160 km/h dreht der 525e nur 3300 U/min

So muss ein BMW-Cockpit aussehen: zum Fahrer gewandte Mittelkonsole, klassische Instrumente, Vierspeichen-Lenkrad.

Nur einen Luxus erlaubt sich der 525e: Bei 2,7 Liter Hubraum leistet er nicht mehr als ein 520i. 125 PS sind es ohne Kat, 122 PS (später 129 PS) mit Rohrreiniger. Das klingt mager, fühlt sich aber vollwertig an. Drehmoment und Gelassenheit sind alles: Maximale 240 Nm entsprechen dem 184 PS starken 528i, und wo andere BMW-Motoren erst aufwachen, so ab 4000 Touren, stellt das eta-Aggregat die Nennleistung bereit. Dabei dreht der Motor so weich, wie es nur die Reihensechser dieser BMW-Jahrgänge können. Das hat sich unter den Liebhabern der klassischen 5er-Fraktion längst herumgesprochen. Nach 535i und 528i weckt ein gepflegter 525e die höchsten Begehrlichkeiten. Es fällt eben schwer, sich seinem hohen Wirkungsgrad zu entziehen.
Technische Daten BMW 525e
Motor Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotor, vorn längs
Hubraum 2693 cm³
Leistung 125 PS bei 4250 U/min
maximales Drehmoment 240 Newtonmeter bei 3250 U/min
Getriebe Fünfgang-Schaltgetriebe oder Vierstufen-Automatik
Antrieb Hinterrad
Länge/Breite/Höhe 4620/1700/1415 mm
Leergewicht 1297 kg
Reifen 175 HR 14
Bremsen Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
0–100 km/h 10,5 s
Verbrauch 10,5 l/100 km
Neupreis 1984 29.900 Mark
Wert 2009 in Zustand 2 rund 4000 Euro

Plus/Minus

Mal abgesehen vom Derrick-Habitus eines 525e ist solch ein Vertreter der zweiten Fünfer-Reihe ein ehrliches und praktisches Auto, dessen Reiz sich vom seidigen Reihensechser ableitet. Dieser BMW taugt als dankbarer Klassiker für die ganze Familie: Er bietet viel Platz für vier Personen, aufgrund der langlebigen Technik sowie der guten Ersatzteilversorgung sind die Kosten kalkulierbar, und die sanfte Auslegung des Motors schont Nerven und Geldbeutel. Umgerüstet auf Euro-2-Norm, spart ein 525e außerdem bei der Kfz-Steuer.

Ersatzteile

Der Motor des 520i diente als Basis für den 525e. Die Leistung blieb gleich, doch der 525e erreichte das Drehmoment des 528i (240 Nm).

Die Teilesituation ist durchweg ordentlich, Verschleißteile sind problemlos zu bekommen. Rost findet sich vor allem an den vorderen Kotflügeln, den Federbeindomen sowie den Schwellern. Ersatz für Karosserieteile liefert der BMW-Vertragshändler, allerdings nicht zum Billigtarif. Die Suche im Internet oder bei freischaffenden Fachleuten kann viel Geld sparen. Sehr teuer sind die original Michelin-TRX-Reifen, für Scherereien kann die Elektronik sorgen: Die Akkus auf den Rückseiten der Leiterplatinen schlagen leck, verätzen ihr Umfeld und sorgen für einen Ausfall der Instrumente. Ersatz geht ins Geld.

Marktlage

Der 525e hat bereits einen festen Freundeskreis um sich geschart, aber es gibt immer noch genug Autos da draußen. Die Preise liegen irgendwo zwischen Ex-Behörden-Fahrzeug zum Ausschlachten für 500 Euro und dem gepflegten Rentner-Wagen mit 70.000 Original-Kilometern und zahlreichen Extras für 5000 Euro. Schnäppchen sind beim aufmerksamen Anzeigen-Studium immer möglich, es lohnt ein Blick in die Foren der 5er-Szene sowie das Warten auf das passende Wunsch-Exemplar.

Empfehlung

Weil das e des eta auch für dessen Exoten-Status stehen könnte, haben den Spar-5er bisher nur Spezialisten auf der Rechnung. So kommen immer wieder Autos mit guter und nachvollziehbarer Vita auf den Markt. Faustregel: Lieber ein solides Stück aus dem Biedermann-Haushalt kaufen als ein mit Extras hochgejazztes Modell, das aufgrund seines Vollausstattungs-Status schon durch viele Hände gegangen ist. Ein echter 525e ist eben sparsam.

Historie

1981: Präsentation der 5er-Baureihe E28 im Juni 1981 mit Vier- und Sechszylinder-Benzinmotoren von 90 (518) bis 184 PS (528i).
1983: Vorstellung des 525 eta mit Reihensechszylinder (125 PS) auf Basis des 520i und des Sechszylinder-Turbodiesels 524td mit 115 PS.
1984: Start der Katalysator-Version (122 PS) im März 1984, ab Ende 1986 mit 129 PS.
1985: Vorstellung der Top-Modelle 535i, M 535i und des ersten BMW M5 mit 286 PS.
1986: Start des Sechszylinder-Saugdiesels 524d mit 86 PS.
1987: Ende der E28-Fertigung im Oktober 1987 nach 683.924 Einheiten.

Weitere Klassiker für Knauserer:

BMW 1802

Porsche 924

Fiat 500 D

VW Golf I

Citroën 2 CV 6

Mercedes 200 D W 110

Opel Kadett B 1100

VW 1200 A

Audi 100 LS

Autor: J. H. Muche



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Anzeige

Versicherungsvergleich

Zur Motorradversicherung

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Klassiker-Angebote
Anzeige