BMW M1 Procar-Revival — 22.07.2008

Klassentreffen am Hockenheimring

Vor 30 Jahren brüllte der BMW M1 alles nieder. Im Rahmen des Grand Prix am Hockenheimring schickte BMW zehn von Rennsportlegenden gelenkte M1 Procar auf die Strecke.

1979 war das BMW M1 Procar so ziemlich das Männerauto schlechthin, mehr Testosteron bot kein Hersteller auf der Rennstrecke. Kurzer Blick in den Rückspiegel: Vor 30 Jahren zeigte BMW den M1 auf dem 65. Auto-Salon in Paris, am Petuelring in München liebevoll E26 genannt. Der Grand Prix am Hockenheimring begann mit einer Gedenkstunde an die großen Tage der Procar-Rennen. Zur Erinnerung: Die fünf trainingsschnellsten Formel-1-Fahrer traten gegen eine Auswahl der besten Gran Turismo-, Sport- und Tourenwagenfahrer auf identischen, nach Gruppe 4 vorbereiteten BMW M1 an. Stets am Samstag des jeweiligen Grand Prix-Wochenendes und nach Abschluss des F1-Qualifikationstrainings. 2008 war es wieder soweit: BMW schaffte es, zehn M1 Procars für drei Runden nach Hockenheim zu bringen. Am Start: Rennsportlegenden wie Niki Lauda, Promis wie Leopold Prinz von Bayern und autobild.de-Redakteur Nikolaus Eickmann.

Der M1 brüllt seinen Fahrer an

Endlich raus! Auf der Zufahrt zum Ring werden Knie und Reifengummi weich. Der Mittelmotor brüllt durch den Helm, die Spannung steigt.

Die Antwort auf die erste ungestellte Frage: Ja, das BMW M1 Procar ist unglaublich laut. Der Motor drückt 470 PS auf die Kurbelwelle und brüllt dabei wie ein wildes Tier. Wobei vermutlich ein Leistungsprüfstand eine andere Zahl gezeigt hätte, denn die meisten Autos wurden scheinbar nur selten artgerecht bewegt und wirkten mehr wie Museumsleihgaben auf der Durchreise. Etwa das Warhol Art Car, ein von Andy Warhol binnen 28 Minuten bemalter M1. Ein rollendes Kunstwerk, das teuerste Auto der BMW-Sammlung. Nur echte Banausen würden bei der fingerdicken Farbschicht an hochbegabte Kindergartenkinder denken, vielmehr ist das M1 Art Car eines der berühmtesten Autos der letzten Jahrzehnte. Am Lenkrad: Jochen Neerpasch, wohl einer der wichtigsten Befürworter des E26.

Lauda siegt vor Eickmann

Doppelter Erfolg für Österreich: Nikolaus Lauda (links) siegt vor autobild.de-Redakteur Nikolaus Eickmann, dazwischen lag das gesamte Revival-Starterfeld.

Leider kam das Warhol-Auto beim Start nicht so recht vom Fleck und sorgte für ein heilloses Durcheinander. Ich ging gemeinsam mit Helmut Kelleners an den Start – und wurde Letzter. Der Sieger? Trägt den selben Vornamen wie ich, kommt ebenfalls aus Österreich, gilt aber als besserer Autofahrer: Niki Lauda gab bereits sein erstes Interview, als ich die Zielflagge sah. Lauda siegt vor Eickmann, dazwischen das restliche Starterfeld. Der Spaß zählt. Davon gab es beim Revival genug.

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