BMW M3: Klassik-Test

BMW M3 Ford Sierra RS Cosworth Mercedes 190 E 2.5-16 Evo II BMW M3

BMW M3: Klassik-Test

— 01.01.2011

Sehniger Sportler

Da macht jeder dicke Backen. Selbst heute noch. Wie der BMW M3 um die Ecken flitzt, das ist eine Schau für sich. Weil er sich so gar nichts anmerken lässt, jagt er dich jedes Mal ins Bockshorn.

"War das eine schnelle Runde?" Mir kam es eher langsam vor – aber das ist genau seine Stärke. Völlig unspektakulär schnell sein – das kann der M3 wie kein Zweiter. Dieser aus dem Baujahr 1990 ist so original und gut in Schuss, dass ich mich schon kneifen muss: Ja, genau so war das damals. Wir ließen die M3 fliegen, ein kurzer Lupfer am Gas, und das Heck drehte sich ganz leicht ein. Wunderbar zu kontrollieren, die Lenkung sehr direkt und feinfühlig. Der gehorcht aufs Wort, nimmt auch kleine Schlenker nicht krumm. Nur wer ihn wirklich hart rannimmt, mag über das Serienfahrwerk mäkeln: zu weich. Aber genau das ist ja auch seine Stärke. Er taugt für den Alltag, schlägt dir nicht mit der ganzen Federhärte ins Kreuz. Da sind manche Pseudo-Sportler Baujahr 2011 schlechter. 

Frontschürze und breite Seitenteile verwandeln den 3er in einen Sportwagen.

215 PS leistet der Vierzylinder, ein Sahnemotor, der von Drehzahlen lebt. Unter 5000 geht nicht allzu viel, dann legt das Renntriebwerk mächtig los. Bis knapp über 7000 orgelt der 16-Ventiler, klingt dabei kernig. Die Konstruktion ist technisch und optisch ein Lecker bissen. Der 2,3-Liter-Vierzylinder stammt direkt aus dem Rennsport, ist ein Ableger des Formel-1-Motors, mit dem Nelson Piquet 1983 Weltmeister wurde. Die Merkmale sind extrem kompakte Bauweise, digitale Motorelektronik, Einzeldrossel- Anlage und Fächerkrümmer. Und das zeigt Wirkung. Der Motor hängt wunderbar am Gas, dreht munter hoch. Die Schaltung – mit dem ersten Gang links hinten – ist etwas störrisch, will mit Nachdruck geführt werden. Aber das ist das einzige Manko beim schnellen Fahren mit dem M3. Den Rest erledigt er fast von selbst. Und macht dabei dicke Backen.

Im Klassik-Test: Traumcoupés der 70er-Jahre

Der Motor des M3 sieht gierig aus und ist auch technisch eine Dlikatesse.

Die Optik mit den betonten Radausschnitten war damals ein echter Knaller – heute wirkt der sportlichste 3er eher zahm. Wobei hinter der aufgeblasenen Karosserie mehr steckt als reines Geltungsbedürfnis. Kotflügel, Heckdeckel, Spoiler und Stoßfänger sind zwecks Gewichtsersparnis aus Kunststoff, Front- und Heckscheibe für mehr Steifigkeit mit der Karosserie verklebt. Ergebnis: Der M3 wiegt rund 1300 Kilogramm. Das spürst du beim Fahren, er beschleunigt flink aus den Ecken heraus und bremst hervorragend. 38,1 Meter aus 100 km/h sind ein guter Wert. Auch heutzutage.
Fahrzeugdaten BMW M3
Motor Bauart/Zylinder Vierzylinder-Benziner
Ventile/Nockenwellen 4/2
Nockenwellenantrieb Kette
Hubraum 2302 ccm
kW (PS) bei U/min 158 (215)/6750
Nm bei U/min 230/4600
Höchstgeschwindigkeit 241 km/h
Getriebe Fünfgang, manuell
Antrieb Hinterrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/45 ZR 16
Radgröße 7,5 x 16“
Verbrauch (Werksangabe) 8,8 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte(Werksangabe) 70 l/S
zulässiges Gesamtgewicht 1600 kg
Kofferraumvolumen 420 l
Außengeräusch 74 dB (A)
Abgas CO2 (berechnet nach Werksverbrauch) 209 g/km
Messwerte
Beschleunigung 0–50/0–100 km/h 2,8/7,3 s
0–130/0–160 km/h 11,3/19,2 s
Elastizität (4. Gang) 60–100 km/h 8,3 s
Bremsweg aus 100 km/h 38,1 m
Leergewicht/Zuladung 1282/318 kg
Gewichtsverteilung vorn/hinten 50/50 %
Wendekreis 10,9/10,9 m
Innengeräusch bei 50/100 km/h 59/69 dB (A)
Testverbrauch – CO2 13,0 l – 308 g/km
Reichweite 540 km
Kosten
Steuern pro Jahr 363 Euro
Versicherung (HPF/100 %) 330 Euro
Werkstattintervalle 15.000 km
Kosten Ölwechsel/Inspektion 280/530 Euro
Zeitwert (Zustand 3, Stand 3/2011) 13.900 Euro
Jürgen von Gosen

Jürgen von Gosen

Fazit

Der M3 ist durch und durch ehrlich. Kein Rennwagen, aber ein sehr schnelles Auto. Und das unter allen Bedingungen. Mit seinem Super- Fahrwerk ist er im Kurvengeschlängel ganz vorn dabei, und auf der Autobahn hängt ihn auch keiner wirklich ab. Dazu kommen ein günstiger Verbrauch und eine Top-Verarbeitung. So macht der BMW auch im Alltag einen Riesen-Spaß. Weil man mit ihm auf nichts verzichten muss.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.