Bodensee-Klassik 2012, Tag 2

Bodensee-Klassik: 2. und 3. Etappe

— 04.05.2012

Der Schuh von Heidi Hetzer

Vom Schenkelklopfer bis zum Hightech-Rechner: So fahren die Profis Oldtimer-Rallye. autobild.de hat einen Blick in die Cockpits geworfen und verrät, warum Heidi Hetzer mit roten Absatzschuhen schneller ist.

Entgegen aller Regeln und Empfehlungen kann man mit Absatzschuhen sehr wohl Autofahren – und noch dazu richtig schnell. Heidi Hetzer macht‘s vor. Den langen Absatz ihrer roten Flitzer-Treter verkeilt sie routiniert im Fußraum ihres Hispano-Suiza von 1921. So hat sie mehr Grip und einen besseren Vollgas-Winkel zum Pedal. Extra-Schub durch Hackengas. Und die Zeit? Die hat sie mit Hilfe ihres Oberschenkels im Blick: "21, 22, 23 – so zählt man die Sekunden am einfachsten", sagt Hetzer. Dabei klopft sie im Takt auf ihr Bein. Modernen Schnickschnack wie eine Stoppuhr-App fürs Smartphone braucht sie nicht. Nur ein Fahrradtacho, der findet sich im Cockpit ihres Autos dann doch.

Auf einen Blick: Alle Fakten zur BKL

Und die anderen Rallyefahrer? Rallye-Profi Matthias Kahle verlässt sich zum Beispiel auf seinen Wegstreckenzähler. Mit ihm hat er die Distanzen im Blick und weiß immer genau, wieviele Meter einer Wertungsprüfung er bereits zurückgelegt hat. Aber wozu das Alles? Es geht um Sekunden, im Zweifel sogar um Zehntel oder Hundertstel. Zumindest für die, die auf einer Rallye wie der BKL nach vorne fahren oder sogar gewinnen wollen. Da reicht es nicht, wenn der Copilot das Roadbook richtig lesen kann und den Fahrer fehlerfrei durch die Etappen navigiert. Auf jedem Abschnitt warten Wertungsprüfungen (WPs). Und die müssen in einer vorgegebenen Zeit durchfahren werden. Bedeutet: Das Team fährt am Eingang in die Prüfung über einen Schlauch. Der startet die Zeitnahme. Einige Meter weiter steht dann eine Lichtschranke, die die Zeitnahme beendet. So auch bei der WP im Kloster Magdenau in der Schweiz.

Übersicht: Startzeiten und Ergebnisse

Bildergalerie

Wer, wie in Magdenau, die 20 Meter möglichst exakt in 0,1 Minuten durchfährt, liegt am Ende der Rallye in der Addition der Zeiten vorne. Aufgaben für den Beifahrer: Im Kopf haben, dass 0,1 Minuten sechs Sekunden sind. Und dem Fahrer zielen helfen. Warum? Weil der genau wissen muss, wann die Vorderräder über den Schlauch rollen. Und welches Teil am Auto vorne auf einer Höhe von 50 Zentimetern am weitesten herausragt. Das löst nämlich die Lichtschranke aus. Und natürlich das Einsammeln der Stempel nicht vergessen. Sonst gibt’s Strafzeit. Alles nur Stress am zweiten Tag der BKL 2012? Auf keinen Fall. Früh am Morgen ging es über die Grenze in die Schweiz in Richtung Appenzeller Land. Hinauf zur Schwägalp und am Nachmittag mit einem kleinen Schlenker über Deutschland wieder zurück nach Bregenz.

Zum Rallye-Liveticker

Die Strecke führte die Teilnehmer dabei vorbei an grasenden Kühen, blühendem Löwenzahn und über winkelige, kleine Bergstraßen auf ein geradezu atemberaubendes Bergpanorama zu. Postkartenidylle? Mit Sicherheit. Immer dabei: fröhlich winkende Eidgenossen am Straßenrand. Viele Kinder, ältere Herrschaften und Pietro und Erich. Die beiden Oldie-Fans hatten sich mit Pietros rotem Alfa Romeo Giulia und Erichs blauer Ente kurz hinter Ganterswil am Straßenrand postiert. Zum "Autos aluege" (Autos angucken), wie die beiden auf Nachfrage von autobild.de zufrieden verkünden. Im Handschuhfach dabei: Die aktuelle Ausgabe der AUTO BILD KLASSIK und der Streckenplan der Bodensee-Klassik 2012.

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