--- Bilder zum Tagesbericht Donnerstag ---

Bodensee-Klassik 2014: Der Start

— 01.05.2014

Wie ein Schweizer Uhrwerk

Am ersten Tag der BKL dreht sich alles um den Start. Doch bevor die Oldtimer ab 14 Uhr auf die Reise gehen, findet noch der freiwillige Fahrerlehrgang und die offizielle Begrüßung aller Teilnehmer statt.

Oldtimer-Rallyes sind zwischen technischer Abnahme und Startfreigabe häufig ein Ort der hektischen Geschäftigkeit. Zwischendurch bleibt aber immer noch Zeit für ein Schwätzchen bei strahlender Sonne, die am verregneten Vortag sicherlich jeder erhofft, aber niemand wirklich erwartet hat.

Video: Start BKL 2014

Bodensee-Klassik

Eine starke Leistung des Organisationsteams! Vor dem Start in Bregenz gibt es einen freiwilligen Rallye-Lehrgang, den der sportliche Leiter der Rallye, Peter Göbel, durchführt. Bei ihm gibt es viel zu lachen: "Immer, wenn ich mit dem Beifahrerbriefing fertig bin, sind auch die Beifahrer total fertig." Aber gerade dank seiner lockeren Art, die Besonderheiten und Schwierigkeiten zu erklären, ist hinterher niemand wirklich überfordert. Immer hat er nützliche Tips parat: "An der Uferpromenade in Arbon fahren Sie so nah wie nie am Bodensee entlang. Hier Straße, da Kante, dort See. Der ist da zwar nicht tief, aber, wenn Sie rein fahren, trotzdem spektakulär." Neben Fabian Lindner (Leiter Eventmarketing Axel Springer Auto Verlag GmbH) lässt es sich Dr. Hans H. Hamer (Verlagsgeschäftsführer Auto, Computer und Sport der Axel Springer SE) nicht nehmen, die Teilnehmer zu begrüßen. Ihn hatte kurz zuvor jemand gefragt, was das für arme Leute seien, die sich keine neuen Autos leisten könnten. Abschließend wünschte er allen Teams viel Spaß und dass auch im Fahrzeug "die Drehzahl immer stimmen möge."

Trübe Lichter und knallige Farben

Lila, Dunkel-Pink oder eben Sternrubin: eine Farbe für den ganz besonderen Geschmack.

Im Parc Fermé bleiben bis zuletzt einige Plätze leer – und fast leert sich sogar eine Batterie. Der rote Porsche 911 Targa mit der Startnummer 157 steht lange Zeit mit eingeschaltetem Abblendlicht da, das von Minute zu Minute trüber wird. Trotz zahlreicher Ausrufe per Lautsprecherwagen des AvD war der Besitzer nicht auszumachen, bis Celina Uther vom Rallyebüro ihn endlich telefonisch erreichte. Dr. Nicholas Melzer aus Bamberg kam gerade rechtzeitig zurück, bevor die Batterie "ausgeleuchtet" hatte. Ebenfalls von Porsche ist das 944 S2 Cabrio mit der Startnummer 171, der Wagen gehört Michael Rall. Sein Zuffenhausener zieht aufgrund der ungewöhlichen Lackierung unweigerlich die Blicke auf sich: er trägt die legendäre Farbe "Sternrubin". Manche nennen sie Lila, anderen Dunkelpink, auf jeden Fall polarisiert dieser zeitgeistig-exklusive Porsche-Ton. Wir finden sie klasse – Rot oder Weiß kann schließlich jeder. Beifahrerin Martina Froh freut sich derweil über das gute Wetter und auf die zu fahrenden Strecken. Rall ergänzt: „Wir fahren jeden Sommer die Pässe hier in den Alpen, es ist schon ein bisschen Heimat, jetzt hier zu sein. Aber es ist meine erste große Rallye.“ Das Ziel des fröhlichen Duos klingt mit Platz 175 bescheiden, aber das breite Lächeln in beiden Gesichtern beweist ihren typisch berlinerischen Humor.

Das Geheimnis des kleinen Puch

Giftzwerg mit 52 PS: Im Zeitalter der Riesen-SUV erstaunt der kleine Steyr Puch mehr als mancher V8-Schlitten.

Der Platz vor dem Festspielhaus Bregenz füllt sich ab 11 Uhr, denn dank des Feiertages sind viele Passanten unterwegs. Und kaum ein Auto ist nicht von neugierigen Kindern und Erwachsenen umringt. Aus allen Lagen wird geguckt und geknipst. Sehr auffällig und ein beliebtes Fotomotiv ist der rote Puch 500 D mit der Startnummer 47. Michael Rauth, der Aufsichtsratsvorsitzende des Festspielhauses Bregenz, erzählt hinter vorgehaltener Hand: Die 16 PS, mit denen der winzige Österreicher angemeldet ist, stehen nur auf dem Typenschein. Tatsächlich ist der Puch ein Wolf im Schafspelz. Schrauber Joe Müller, der in seiner Werkstatt in Gänserndorf bei Wien früher Puch-Winzlinge für die Rallye Monte Carlo fit machte, hat das kleine Cabrio mit einer 600-Kubik-Maschine ausgerüstet und so auf 52 PS aufgemotzt. Damit müssen wir den letzten Absatz in unserem Bericht vom Vortag korrigieren: Der 1952er Topolino C ist tatsächlich das schwächste Auto im Teilnehmerfeld.

Bildergalerie: Der erste Tag am Bodensee

Das macht Sinn!

Beim Ford Fairlane 500 Skyliner ist der Name Vollprogramm: Das Monster-Cabrio besticht schon durch seine Maße und die Space-Age-Gimmicks.

Während sich die Fahrer der großen Straßenkreuzer immer noch fragen, wie sie die Dickschiffe um die schmale Kurve vor dem Start über die Seebühne steuern sollen, sind Arno Gabel und Sabine Kleiter vom Spezialuhrenhersteller Sinn extrem gut vorbereitet. Sie haben sich nicht nur, wie viele andere Teams auch, zusammen hingesetzt und das Roadbook studiert sowie die Geschwindigkeiten für die Wertungsprüfungen ausgerechnet, sondern sind mit ihrem Mercedes 220 SE Cabriolet (Startnummer 57) am Vorabend auch schon die erste Etappe abgefahren. Und während Herr Gabel nur einen Chronographen am Handgelenk trägt, hat seine Beifahrerin zwei Spezialuhren vom Modell 917 GR umgeschnallt. In der sogenannten Sanduhrklasse dürfen in den Wertungsprüfungen nur mechanische Zeitmesser verwendet werden. Und die doppelte Armbanduhr ist in einer der zweifachen Wertungsprüfungen, wie sie zum Beispiel direkt nach dem Start wartet, Gold wert. Herrn Gabels Argumente für die Teilanhme an der Sanduhrklasse: Ein Hauch Nostalgie, ein gewisser Stilfaktor, und mit der richtigen Uhr auch der nötige Ehrgeiz. Und Frau Kleiter hat sich mit der vorherigen Beifahrerin ihres Fahrers abgesprochen, um nicht in Fettnäpfchen zu treten. Arno Gabel hat, ganz Gentleman, Pralinen für seine Beifahrerin besorgt. Harmonie hinter dem Armaturenbrett hat bei dem „freudig ambitionierten“ Team Sinn Spezialuhren eindeutig Vorrang.

Das war's vom Start der Bodensee-Klassik. Impressionen von der Rallye finden Sie oben in der Bildergalerie. Zusätzlich können Sie eine große Anzahl Bilder vom jeweiligen Vortag über Picasa downloaden – in hoher Auflösung und selbstverständlich kostenlos. Viel Spaß!

OPEL zf ADAC SONAX Kongresskultur Bregenz

Autoren: , Jonathan Blum

Fotos: Roman Rätzke, Roman Rätzke

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