Citroën 2CV/Renault 4/Fiat 500

Citroën 2CV Ente Renault 4 Fiat 500 Citroën 2CV Ente Renault 4 Fiat 500

Citroën 2CV/Renault 4/Fiat 500

— 22.02.2010

Aller Auto Anfang

Es sind oft die einfachen Dinge im Leben, die uns am meisten Spaß machen. Dieses Trio gehört garantiert dazu. Citroën 2CV, Renault 4 und Fiat 500 stehen für automobile Grundversorgung – gut so. Wer bietet weniger?

Am liebsten würde man dem Bambino gleich das Fläschchen in die Schnute schieben. Wie niedlich. Moment: Dieser Fiat ist zwar klein, aber bereits 43 Jahre alt. Doch mit seinen treuen Kulleraugen und den drallen Pausbäckchen wurde ihm das Kindchenschema so tief ins Blech gepresst wie kaum einem anderen Auto. So ein Typ bricht gleich reihenweise die Herzen der stolzesten Frauen. Trotzdem: Fläschchen gibt es nicht. Die Sporen muss sich der Bonsai-Fiat erst noch verdienen. Im klassischen Vergleich gegen seine zeitgenössischen Billig-Kumpanen Citroën 2CV und Renault 4 (Baujahr 1966 und 1967). Größter gemeinsamer Nenner der drei: ihr zauberhafter Charme, mit eingebauter Lächelgarantie. Längst sind die 80er- und 90er-Jahre vergessen, in denen vor allem Ente und R4 als Studentenfutter herhalten mussten. Heute lassen sich die Fans – nicht selten die Studenten von damals – wieder eine Tour in Ente, R4 und Fiat 500 schmecken, wenn sie nicht zu lange dauert.

Trotz minimaler Motorleistung maximaler Fahrspaß

Charaktertypen sind sie alle drei. Aber der Renault ist heute am alltagstauglichsten.

Denn der Fahrspaß ist heute anstrengender als gedacht. Und: Er teilt sich in vier Phasen auf. Erstens: die Vorfreude. Eben vom Frühstückstisch aufgestanden, kann man es kaum erwarten. Wochenend und Sonnenschein, R4, Ente oder Fiat 500 laden zum Ausflug ein. Zweitens: das Bangen. Springt der süße 500er heute an? Schlüssel ins Schloss, Zündung an, linken Hebel zwischen den Vordersitzen ziehen (das ist der Choke), dann den rechten, der Starter – Fiatchen hustet. Äkökökök. Na mein Kleiner, haste dich verschluckt? Äkökökökökökökökök. Und endlich: rrrrrrrrr. Drittens: das Fahrvergnügen. Gemütliches Schaukeln in R4 oder Ente, lustig im Fiat 500 von Schlagloch zu Schlagloch stolpern. Und immer mit der Ruhe bitte. Wenn wir was haben, dann doch Zeit.

Brummis im Rückspiegel, schmerzender Rücken

Schwanken bis der Arzt kommt: In der Ente braucht es im Grenzbereich Passagiere mit robustem Magen.

Die Ernüchterung. Sie kommt. Bei einem nach 50 Metern, bei anderen dauert es 200 Kilometer. Es sind immer die gleichen Fragen, die das Hirn martern: Wann verschwindet der dicke Brummi aus meinem Rückspiegel? Warum schmerzt schon wieder das Rückgrat? Und warum dröhnen diese Blechdosen nur so penetrant? Sind das überhaupt Autos? Auf all' diese Fragen gibt es nur eine Antwort: Diese Typen sind eben aller Auto Anfang. Typen für die automobile Grundversorgung des Volkes, Stichwort Massenmobilität. Es galt, Mensch und Material mit möglichst einfachen Mitteln von A nach B zu transportieren. Nicht schön und luxuriös, sondern preiswert und effektiv. Welcher dieser Vögel dies noch heute am besten beherrscht, klärt der Vergleich. Wie immer: hart, aber fair. Schließlich wollen wir die Technik nicht quälen, nur testen. Der Sieg geht am Ende klar an den R4. Der fährt für ein Auto der 60er auch heute noch erstaunlich modern.

Warum der R4 seine beiden Konkurrenten ausgestochen hat, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Autoren: Manfred Klangwald, Andreas Borchmann, Gerald Schadendorf

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.