Classic Days 2011

Classic Days 2011 Classic Days 2011

Classic Days 2011

— 10.08.2011

Die schönsten Autos von Schloss Dyck

Feinste Vorkriegs-Oldtimer und feiste Youngtimer, Chromjuwelen und Renndiamanten: So glanzvoll waren die Classic Days 2011 auf Schloss Dyck im nordrhein-westfälischen Jüchen.

Im sechsten Jahr ihres Bestehens haben die Classic Days auf Schloss Dyck im Rheinland ihren Ruf als "deutsches Goodwood" weiter gefestigt. Zwar hält im Park der Wasserburg zwischen Grevenbroich und Mönchengladbach kein leibhaftiger Lord Hof wie beim englischen Original; Gastgeber ist "nur" ein bürgerlicher Verein, der mit dem Veranstaltungs-Erlös den Erhalt des historischen Gemäuers sponsert, das TV-Zuschauer aus der ARD-Serie "Verbotene Liebe" kennen. Millionenteure Blech-Preziosen und die seltene Chance, historische Rennboliden in Aktion zu erleben, adeln die PS-Party jedoch zu einem Hochkaräter-Happening der europäischen Oldtimer-Szene, das mit knapp über 27.000 Schau-Lustigen fast so viele Besucher anlockte wie 2010 – obwohl die Eintrittskarten (ab 22 Euro) diesmal 50 Prozent teurer waren.

Seniorensport: Die Sportwagen der 60er

Eine der Attraktionen der Classic Days 2011: Jan Brinksma mit seinem Stanley Steamer Baujahr 1908.

Auch Jan Brinksma kam mit seinem Stanley Steamer wieder angedampft. Wie viele Dyck-Fans ist er Wiederholungstäter: "Die Atmosphäre ist einmalig. Tolles Ambiente, nette Leute, alles ungeheuer entspannt hier", schwärmt der Holländer, dessen leuchtend rotes, schnaubendes und zischendes Vehikel aus dem Baujahr 1908 eine der größten Attraktionen auf der Schwarznuss-Wiese war, wo sich die Besitzer mit ihren Karossen in zeitgenössischen Outfits beim Picknicken bewundern und in launige Benzingespräche verwickeln ließen. Beim five-o'clock-tea auf dem grünen Rasen war auch Edward Summers zum Plaudern aufgelegt. Da er sich seinen eigentlichen Traumwagen, einen 8-Liter-Bentley, nicht habe leisten können, sei es dann eben ein Rolls-Royce geworden, räumt der Wahl-Kerpener mit britischen Wurzeln ein und posiert lässig im gestreiften Gatsby-Sakko am Wagenschlag seines 1927er Phantom I Dual Cowl Tourer.

Staatsdiener: Karossen der Macht

Edward Summers liebt seinen Rolls-Royce Phantom I von 1927, obwohl er eigentlich einen Bentley haben wollte.

Wie teuer das Schmuckstück war, verrät Summers nicht – Geld ist in Rolls-Royce-Kreisen kein Thema, zumindest keines, über das man spricht. Aber – so viel gibt er preis – immerhin waren nach dem Kauf noch 30.000 Pfund für eine Motorüberholung übrig. Und da bekanntlich nur gut fährt, wer auch gut schmiert, investierte der stolze Royce-Eigner auch noch 150 Pfund in ein originales Ölkännchen aus Messing, das er bei Ebay entdeckte. Ein Glücksfall, denn das Teil ist ähnlich schwer zu finden wie eine Nadel in einer britischen Werkstatt. Mittlerweile trauert Summers dem 8-Liter-Bentley nicht mehr nach. Still vergnügt genießt er seinen Phantom – und hat wohl auch den Spruch von Firmengründer Henry Royce verinnerlicht, der klammen oder knauserigen Kaufinteressenten stets tröstend versprach: "Die Qualität bleibt, auch wenn der Preis längst vergessen ist."

Pontiac Deluxe "Ghost Car"

Während die feine Gesellschaft zu Streicherklängen zwischen den "Jewels in the Park" flanierte, vor der Orangerie Kanapees knabberte oder am Schampus nippte, badeten die Motorsportfans vor den Schlossmauern genüsslich im Auspuffqualm und genossen Anblick und Sound historischer Rennboliden, die im Gedenken an den 1961 tödlich verunglückten rheinischen "Renngrafen" Wolfgang Berghe von Trips an den Start gingen. Donnerte der berühmte "Mother Gun"-Bentley von 1927 über den Rundkurs, hieß es Ohren zuhalten – ebenso wie beim 300 SLR, den Mercedes Classic zu Ehren Juan Manuel Fangios, geboren vor 100 Jahren, mit Hans Herrmann am Steuer auf die Piste schickte.

Amerikas schrägstes Auto: Mohs Ostentatienne

Bei den Pionieren aus der Frühzeit des Automobils konnten die Fotografen an der Strecke dann die Verschlusszeit etwas länger wählen. Carl Benz' Patent-Motorwagen von 1886 durchmaß die Ahornallee in einem Würde und Alter angemessenen Tempo, kundig gesteuert von des Erfinders Urenkelin Jutta Benz. Mercedes zelebrierte das Jubiläum "125 Jahre Automobil" gebührend und glanzvoll mit überall im Park verteilten Klassikern aus dem Werksmuseum; im Schlosshof konnten Besucher sogar Elvis Presleys Mercedes 600 bestaunen. Etwas bodenständiger, dafür umso vielfältiger ging es auf dem Miscanthus-Feld zwischen Schloss und dem benachbarten Nikolauskloster zu. Dort blühte zwischen karierten Picknickdecken in Form Tausender Autos die ganze bunte Vielfalt der Klassiker-Szene, vom rüstigen Ford A bis zum rostigen Japan-Youngtimer der frühen Achtziger.

Autor: Martin G. Puthz

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