Classic Racing

Classic Racing: Porsche Carrera 3.0 RSR Classic Racing: Porsche Carrera 3.0 RSR

Classic Racing

— 02.02.2007

Vom 911er-Bazillus befallen

Niemals einen Porsche, sagte sich Wolfgang Pohl lange Zeit. Heute schwört das Youngtimer-Ass auf 911er-Oldies. Die sind eben zuverlässig schnell.

Huschke von Hanstein war erschüttert. Nach Ersatzteilen hatte ihn der freche Vic Elford gefragt. Mit einem 911 T/R wollte der Schwede 1968 bei der Rallye Monte Carlo starten. Der damalige, 1996 verstorbene Porsche-Rennchef soll Elford streng belehrt haben: "Ein Porsche geht nicht kaputt." 39 Jahre später hat sich daran nix geändert. "Wenn du einen Porsche ordentlich aufbaust, hast du lange Freude dran", sagt Wolfgang Pohl (36).

Die hat der Inhaber einer Recycling-Firma aus Bielefeld mit seinem Carrera 3.0 RSR in der Youngtimer Trophy. "Es gibt so viele schöne alte Autos. Aber wenn man vorn mitfahren will, kommt man an Porsche nicht vorbei. Ich will Rennen fahren und nicht das ganze Wochenende im Fahrerlager schrauben." Hört sich an wie eine Liebeserklärung. Dabei musste der studierte Bauingenieur zu seinem Glück gezwungen werden. Das kam so: "1994 wollte ich meinen De Tomaso Pantera verkaufen. Ich wurde ihn aber nicht los und habe notgedrungen einen Porsche in Zahlung genommen", so Pohl. Dieser weiße Carrera 2.8 RSR wurde sein neues Rennauto. "Zum Entsetzen meiner Familie und meiner Freunde. Für uns Waren Porsche-Fahrer damals eben so Proll-Typen, wie sie heute Atze Schröder spielt."

Doch schnell war Wolfgang Pohl vom Porsche-Bazillus befallen. Als bei seinem weißen Renner im Jahr 2000 eine Generalüberholung fällig war und das Auto nicht rechtzeitig bis zum Saisonstart fertig wurde, kaufte er den nächsten Porsche. Einen giftgrünen Carrera 3.0 RSR. Über dessen Geschichte weiß er nicht viel: "Der ist lange in Baden-Württemberg Slalom gefahren, war von 1996 bis 2000 ganz normal im Straßenverkehr angemeldet." Pohl führte den Porsche wieder seiner Bestimmung zu – Rennen fahren.

Für die Saison 2007 steht nun wieder ein Modellwechsel an. Nach sechs Jahren problemloser Raserei hat Wolfgang Pohl den grünen Porsche auseinandergenommen. Wieder eine Generalüberholung. Und wieder reicht die Zeit bis zum Saisonstart nicht. "Wer mit Oldtimern Sport treibt, für den darf Zeit keine Rolle spielen", stöhnt der Hobbyracer und hat die Lösung in der Garage stehen. Sein erster weißer 911er ist nämlich inzwischen fertig. Der kommt jetzt zum Einsatz. Denn eins ist für Pohl klar: Es muss ein Porsche sein – und zwar ein alter. Ach übrigens: Vic Elford gewann damals die Monte. Und zwar ohne Panne!

Die Youngtimer Trophy

Für normale Serien zu alt, für Oldtimer zu jung, für die Garage viel zu schade – die Zwickmühle vieler potenzieller Motorsportler führte 1993 zur Gründung der Youngtimer Trophy. Autos der Baujahre 1965 bis 1988 tummeln sich im Starterfeld, aufgeteilt in seriennahe und verbesserte Fahrzeuge. Neun Rennen sind 2007 geplant, sieben auf der Rundstrecke, ein Slalom und eine Rallye. Infos: www.youngtimer.de

Der Neuzeit-Carrera


Für viele Porsche-Fans ist der Carrera S (S steht für Sport) erste Wahl unter den vielen 911-Varianten. Die aktuelle Version auf Basis der sechsten Generation dieser Baureihe (intern 997 genannt) hat einen 6-Zylinder-Boxermotor (3,8 l Hubraum, 355 PS) im Heck und rennt 293 km/h. Preis: 90.529 Euro.

Technische Daten Typ: Porsche 911 Carrera 3.0 RSR • Baujahr: 1974 • Motor: 6-Zylinder-Boxer • Hubraum: 2993 ccm • Leistung: 330 PS • Drehmoment: 315 Nm • Gewicht: 945 kg (leer) • Getriebe: 5-Gang • Gangschaltung: H • Topspeed: 270 km/h • Reifen/Räder: Goodyear/BBS • L/B/H in mm: 4120/1940/1130 • Tankinhalt: 120 Liter

Autor: Thomas Arndt

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