Concorso d'Eleganza 2012

Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2012: Die Highlights

— 27.05.2012

Seltene Schönheiten

Über 50 handverlesene Raritäten versammelten sich in diesem Jahr zum Concorso d'Eleganza an der Villa d'Este. autobild.de zeigt die wichtigsten Preisträger vom Comer See.

Es gibt Schönheiten, die auf unwirkliche Weise perfekt scheinen. Jedes Jahr sorgt der Concorso d'Eleganza Villa d'Este für neue Überraschungen, selbst die aus aller Welt angereisten Experten reiben sich wieder entzückt die Augen: Zwar steht hier und da ein hübscher Bekannter, ein BMW 507 zum Beispiel oder ein Mercedes-Benz Flügeltürer. Richtig reizvoll jedoch macht diesen traditionsreichen automobilen Schönheitswettbewerb erst die Fülle der handverlesenen Raritäten. Über 50 sind es.
Sie sind so einzigartig wie ihre Umgebung: Die Villa d'Este, ein grandioser Palast am Ufer des Comer Sees, wird seit 140 Jahren als Luxus-Hotel genutzt. Schon 1929 trafen sich hier Besitzer eleganter Karosserien zu einem ersten Vergleich. Ein Ort mit einer Menge Tradition also.

Moderne Premiere: BMW Zagato Coupé

Video: Concorso d'Eleganza

Exklusive Oldtimer-Show

Zugegeben, sein Name ist kompliziert: Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport 6th Series Coupé Figoni. Er ist länger als das ganze Auto, das so stilsicher elegant und mondän auftritt, als sei Schönsein der einzige Zweck des 1933 gebauten Juwels. In der Tat gewann der Wagen in seiner Zeit einige Schönheitswettbewerbe – und nebenbei noch, Respekt, seine Klasse beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1935. Ein Universaltalent also, das am Samstagabend zu recht den berühmten Coppa d'Oro, den Goldpokal der Villa d'Este, erhält. Für seinen Besitzer, den Kanadier David Cohen, krönt die Auszeichnung seinen Einsatz: Jahrelang war er den Spuren des Wagens gefolgt, hatte ihn in Südafrika aufgetrieben und ihn mit maximalem Aufwand restauriert.

Preise für Athleten und Exzentriker

Bilder: BMW Zagato Coupé 2012

Zwar nicht in Le Mans, dafür in Daytona, Spa und Monza gewann einst der Porsche 917/K, den Mark Finburgh zur Villa d'Este brachte. Schon 1973 hatte der Amerikaner den spektakulären Langstreckenrennwagen gekauft, zwei Jahre nach dessen Siegen. Sein 917 – eines von nur 25 gebauten Exemplaren – überlebte deswegen in nahezu originalem Zustand. Die hochranging besetzte Jury, in der dieses Jahr auch Pink-Floyd-Drummer und Oldtimersammler Nick Mason sitzt, wählt ihn zum besterhaltenen Nachkriegsautomobil. Erstaunlich, dass diese Kriterien ausgerechnet ein Rennwagen erfüllen kann, der auf eine beachtliche aktive Sportkarriere zurückblickt.  Der Preis für den besterhaltenen Vorkriegsklassiker geht dagegen an den exzentrisch geformten Avions Voisin C25, der aus der exquisiten Sammlung des vor einigen Jahren verstorbenen Schweizers Jacques de Wurstemberger stammt. Ausgzeichnet wird zudem ein Ford GT 40 Mk 3, bei dem die Jury die sensible Restaurierung würdigt. Zum schönsten Rolls-Royce wählen die Experten einen Silver Ghost Picadilly Roadster, der Pokal für das beste Interieur-Design geht an den von Vignale karossierten (und deswegen etwas exaltierten) Ferrari 250 Europa des Schweizers Heinrich Kämpfer. In seiner Radikalität dagegen überzeugt der frühe Lamborghini  Countach die Jury. Der Bertone-Entwurf, den der Niederländer Paul van Doorne zeigt, erhält den Preis für das aufregendste Design. Doch aufregend sind auch andere im Feld, die spektakuläre Stromlininenkarosserie des Tatra 87 zum Beispiel. Sein Besitzer, Karol Pavlu, erhält immerhin den Preis für die weiteste Anreise – er fuhr seinen Tatra aus der Slowakei zur Villa d'Este.

Eine eigene Klasse für Concept Cars und Motorräder

Auch ein Preisträger: der Porsche 917/K.

Das besondere des Concorso d'Eleganza Villa d'Este ist eine eigene Klasse für aktuelle Concept Cars. Nicht älter als ein Jahr dürfen sie sein, zudem müssen sie fahren. Denn erst in Bewegung wirkt die Formensprache, sagen die Auto-Designer. Viele von ihnen sind an diesem Wochenende gekommen – kein anderer Ort bietet die Möglichkeit, so viele unterschiedliche Concept Cars bei Tageslicht fahren zu sehen. Auch für die Besucher (der Sonntag ist Publikumstag) ist das eine  einzigartige Show. Dass zudem in einem eigenen Wettbewerb 30 historische Motorräder antreten, macht den Besuch noch reizvoller: Denn auch sie sind hier alle in Bewegung zu sehen.

Autor: Thomas Wirth

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