Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2013

— 27.05.2013

Er kam, sah und siegte

Modezar Ralph Lauren räumte beim Concorso d'Eleganza 2013 mächtig ab: Für seinen Bugatti Type 57SC Atlantic gab's erst den Publikumspreis, dann wählte ihn die Jury zum "Best of Show"!



Er hatte schon vor Jahren ein Auto geschickt, zudem viele Male bei dem wichtigsten Concours d'Elegance der Welt in Pebble Beach gesiegt: Ralph Lauren (73) war der erste große Automobil-Connaisseur. Seine Art Oldtimer zu sammeln hat vor Jahrzehnten Schule gemacht. Der Modezar befreite das alte Blech von seinem Bastlerimage und öligen Hinterhöfen. Er setzte ganz auf ihre Schönheit, rollte sie auf Laufstege und ins Schweinwerferlicht.

Cernobbio im Mai: Tausende Fans und edles Blech rund um die Villa d'Este.

Zur Villa d'Este 2013 hat er seinen Bugatti Type 57SC Atlantic geschickt. Rar und teuer, eine der ganz großen Ikonen der Auto-Geschichte, in dem perfekt-aseptischen Ralph-Lauren-Zustand, für den seine beeindruckende Sammlung bekannt wurde. Kein Stäubchen trübt den spiegelnden Lack. Und wie erwartet räumt der kleine, große Ralph Lauren ab, leise lächelnd: sechs Pokale, darunter am Samstag die traditionelle Coppa d'Oro, der Preis des geladenen Publikums. Und am Sonntag wählte ihn die Jury zum "Best of Show". Das ist ziemlich das Maxiumum. Der Lauren-Bugatti wirft einen langen Schatten auf die knapp 50 Mitbewerber.

Dabei können die restlichen Teilnehmer durchaus eine Menge erzählen. Im Garten der Villa d'Este treffen Besitzer auf Restaurateure, Juroren und Experten auf nicht selten hochbetagte Ingenieure und Designer. Fiorenzo Fantuzzi war hier, zum Beispiel. Und stellte klar, nicht an der Karosserie des Ferrari Dino 166P/206P beteiligt gewesen zu sein. Doch das wusste man einfach bislang nicht so genau.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Der Eigner des Ferrari Dino 166P wusste sich und dem Wagen zu helfen.

Gut bekannt dagegen sind andere Geschichten. Wie die des Ferrari 250 GT Tour de France, den der Sammler Peter McCoy mitbrachte: Nach einer exzessiven Rennkarriere lagerte der mehrfach verunfallte Rennsportwagen in Kisten verpackt in einer schwedischen Garage, vier Jahrzehnte lang. Andere wie der MG Magnette K3 fuhren 1933 einen Klassensieg bei der Mille Miglia ein und nahmen 2013, 80 Jahre später, wieder erfolgreich teil. Erstmals schickte ein Sammler aus China ein Auto in den Wettbewerb. Ni Peng Loh aus Singapur ist großer Porsche-Fan, sagt er. Seine Autos warten bevorzugt in Südfrankreich und Kalifornien auf ihn.

Dieser Sportler bricht Rekorde

Ferrari 340/375 MM Berlinetta 'Competizione' Ferrari 340/375 MM Berlinetta 'Competizione' Ferrari 340/375 MM Berlinetta 'Competizione'


Den Höhepunkt des Samstagabends lieferte das kanadische Auktionshaus RM. 40 Klassiker rief Max Girardo im Park der nahen Villa Erba auf. Szenenapplaus auf der vollbesetzten Tribüne erhielten unter anderem ein Mercedes 300 SL Roadster, bei dem Girardos Hammer erst bei 995.000 Euro fiel. Das war deutlich über dem Schätzpreis. Mit Aufgeld und Steuern kostete der deutsche Sportwagen seinen Käufer im Saal erstaunliche 1,1 Millionen Euro. In noch ganz anderen Sphären bewegte sich Ferrari. Der angebotene 340/375 Mille Miglia Berlinetta Competizione kletterte auf über 10 Millionen Euro Endpreis. Die klamme Kälte des Samstagabends spielte bei diesen heißen Preisen keine Rolle mehr.

Maserati "Shooting Brake" unterm Hammer

Maserati Touring Bellagio Fastback Maserati Touring Bellagio Fastback Maserati Touring Bellagio Fastback


Der Park der nahen Villa Erba wird am Sonntag zum Schauplatz des Concorso d'Eleganza. Hier darf jeder zum Staunen kommen, und es kommen viele. Nicht nur die Klassiker der gestrigen Schönheitskonkurrenz parken hier in der Sonne auf dem vom Regen noch vollgesogenen Rasen, sondern auch rund 20 Chevrolet Corvette einer Sonderschau. Eine wichtigere Rolle, nicht nur für den Sponsor BMW, nimmt jedoch der inzwischen parallel zur Auto-Wahl stattfindende Concorso d'Eleganza für Motorräder ein. Auch die Klasse der aktuellen Concept Cars nimmt nochmals Aufstellung. Hier siegte der Alfa Romeo Disco Volante, eine Neuinterpretation des Klassikers von Touring Superleggera.

995.000 Euro für einen alten Benz

Mercedes-Benz 300 SL Roadster Mercedes-Benz 300 SL Roadster Mercedes-Benz 300 SL Roadster


Ralph Lauren bringt nun eine Menge neuer Trophäen heim. Was ihn jedoch auf ganz eigene Weise gefreut hat, ist der Ort. In der Villa d'Este hat der Krawattenkönig vor Jahrzehnten residiert, wenn er in Norditalien feinste Stoffe für seine Kreationen auswählte. Nur mit einem Bugatti ist er damals nicht gereist.

Autor: Thomas Wirth

Fotos: BMW AG

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