Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2014: Die Sieger

Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2014

— 26.05.2014

Schönheit ist kein Zufall

Seit 1929 treffen sich die schönsten Autos der Welt einmal jährlich zum Concorso d'Eleganza im Park des Grand Hotel Villa d'Este. Die meisten Preise gewann dieses Jahr ein Alfa Romeo 6C 1750 GS, der zudem mit einer spannenden Geschichte glänzte.

Am Ende dieses Wochenendes war es Corrado Lopresto, der noch mehr strahlte als alle anderen hier im gleißenden Sommerlicht am Comer See. Der Architekt aus Mailand, seit vielen Jahren erfolgreicher Stammgast auf den bedeutenden automobilen Schönheitskonkurrenzen der Welt, hatte einmal mehr das richtige Auto gemeldet:

Strahlender Sieger, stolzer Besitzer: Der 1931er Alfa 6C 1750 GS von Corrado Lopresto räumte in Cernobbio drei Hauptpreise ab.

©bmwgroup

Sein Alfa Romeo 6C 1750 GS gewann drei der vier großen Preise des Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2014, darunter die traditionelle Coppa d'Oro, die das geladene Publikum  für den "Best of Show" vergibt. Inmitten der hohen Dosis an Eleganz in Blech und Stoff konnte sein Spider mit Nachdruck überzeugen: Vielleicht verzauberte er noch mehr als die restlichen 50 Klassiker, weil er nicht nur mit Schönheit glänzte, sondern zudem eine spannende Geschichte erzählte. Mit einem Zagato-Aufbau begann 1931 die Karriere des Alfa, und längst wäre dieses Fahrzeug zur Ikone geworden. Doch schon nach sieben Jahren hatte Giuseppe Aprile, ein heute weithin unbekannter Karosseriebauer aus Savona, den Sportwagen gekauft. 4000 Lire soll er bezahlt haben, um ihm anschließend nach Zeichnungen des Autodesigners Mario Revelli de Baumont eine völlig neue, stromlinienförmige und flamboyantere Karosserie im Stil der Alfa-Rennwagen jener Epoche zu schneidern. Er fand einen Käufer, der 18.000 Lire investierte, doch nach 1956 verschwand der Wagen – bis ihn Corrado Lopresto 2008 aufspürte und aufwendig restaurieren ließ.

Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2014: Die Sieger

Ein hoher Marktwert macht noch keinen Sieger

Die Oldtimer-Pretiose Ferrari 250 GTO blieb ohne Preis. Was soll's, ein wunderschöner Traum-Sportwagen ist er dennoch.

©bmwgroup

Schönheit ist bei diesem Wettbewerb kein Zufall, auch Siege sind es nicht. Sammler Corrado Lopresto setzt bewusst auf die durchschlagende Kombination von Eleganz und Geschichten, eine Mischung, die im Feld des Concorso d'Eleganza eine harte Währung bildet. Geld alleine zählt als Wert hier nicht: Sogar der angetretene Ferrari 250 GTO, ein Auto im Spektrum oberhalb 35 Mio. Euro, blieb ohne Trophäe. Seine von Scaglietti gebaute Karosserie stach ein Fantuzzi-Aufbau aus – der brutal starke, dabei überaus attraktive Maserati 450 S des Schweizer Sammlers Albert Spiess gewann nicht nur die Rennwagen-Klasse, sondern mit der Trofeo BMW Group die zweite "Best of Show"-Auszeichnung, vergeben von einer international besetzten Jury. Aus der Geschichte dieses Maserati ließe sich ein Thriller drehen: Das Werk lieferte den über 400 PS starken Rennwagen 1956 an einen gewissen Tony Parravano im sonnigen Kalifornien aus, der jedoch bald mit seinem Fahrzeug aus dem Land floh und im nahen Mexiko untertauchte. Sicher ist, dass ihm die amerikanische Finanzverwaltung auf die Spuren kam, seinen Maserati beschlagnahmen konnte und ihn 1959 auf einer Auktion verkaufte, für 3000 Dollar.
So war's im Vorjahr:

Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2013

Beim Concorso präsentierter Zukunfts-Klassiker: Mini Superleggera Vision

Vielfalt der Sieger-Autos

Fiat Abarth 2000 "Scorpione" hieß 1969 dieser futuristische Renner.

Noch radikaler in der Form zeigte sich ein Pininfarina-Entwurf, der 1969 die Besucher der Brüsseler Motor Show schockte: Mit langen Geraden, scharfen Knicken und spitzen Winkeln wies der Fiat Abarth 2000 Scorpione in ein Jahrzehnt, das automobile Moderne (und somit auch Eleganz) völlig neu definierte. Das Unikat befindet sich seit 1977 bei einem japanischen Abarth-Sammler, erstmals zeigte es sich nun wieder in Europa – und erhielt begeisterten Applaus des Publikums.
In ganz anderen Formen schwelgte die Klasse "The Great Gatsby". Große Wagen für die Dandys der goldenen 1920er, hier vertreten durch Packard, Rolls-Royce, Duesenberg und den Klassensieger, einen gewaltigen Hispano-Suiza H6 B, der drei äußerst elegant und stilsicher gekleidete Damen auf seinem Landaulet-Verdeck spazierenfuhr, in allen Details passend, einschließlich kecker Hüte und Zigarettenspitze. Dieser Auftritt spielte mit Bravour die Dekadenz jener Jahre nach, mit einem durchaus frechen Augenzwinkern zwischen doch so viel ernsthafter Eleganz am Comer See. Die Sieger-Klassiker aus allen Kategorien finden Sie oben in der Bildergalerie!

Autor: Thomas Wirth

Fotos: bmwgroup

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