Concours d'Elegance 2009

Concours d'Elegance in Pebble Beach 2009 Concours d'Elegance in Pebble Beach 2009

Concours d'Elegance in Pebble Beach 2009

— 18.08.2009

Glamour in der Krise

Golfen auf Plätzen, die bis zur kalifornischen Pazifik-Küste reichen, dazu im Hintergrund riesige Villen: Im luxuriösen Ambiente von Pebble Beach präsentierten sich zum 59. Mal die edelsten Oldtimer der Welt.

Auch die Reichen leiden derzeit. Einige zumindest: Die protzige Villa in Pebble Beach, knapp 200 Kilometer südlich von San Francisco gelegen, ist trotz ihrer Lage direkt am Pazifik derzeit nicht einmal für rund 35 Millionen Dollar loszuschlagen. Dabei ist sie ein Schnäppchen: Letztes Jahr hatte sie der Makler im nahen Nobelort Carmel-by-the-Sea noch mit über 60 Millionen gelistet. Aber er findet und findet keinen Käufer. Dabei könnte ein neuer Besitzer hier zu entspannten Gartenpartys einladen: Meist wären hier nur Golfer zu sehen und die Sonne, die abends romantisch im Meer versinkt. Nur einmal jedes Jahr, am zweiten Sonntag im August, rollen weit über 200 Oldtimer auf den kurzgeschorenen Rasen vor dem Anwesen. Seit 1950 treffen sich Auto-Sammler hier regelmäßig zum Concours d'Elegance. Dieses Jahr schaute sogar Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger vorbei. An Dutzenden Bentley und Bugatti schritt er entlang, blickte auf die Armada der gewaltigen Silberpfeile, die Mercedes-Benz zum 75-jährigen Jubiläum der Rennwagen zusammengestellt hatte. Dann nahm der Chef des finanziell völlig ausgebluteten Westküsten-Paradieses das Mikrofon in die Hand und rief den Millionären zu: "Es wäre schön, wenn Sie alle noch einen Monat hier bleiben könnten.

Die Jury wählt einen gewaltigen Horch zum "Best of Show"

Schönheitskönig von Pebble Beach: das 1937er Horch 853 Voll & Ruhrbeck Sport Cabriolet von Robert M. Lee.

Die millionenschweren Sammler, die ein oder mehrere Exemplare aus ihrem Bestand auf den kurzgeschorenen Golfrasen an den Pazifik bringen lassen, stammen meist aus den USA. Und trotz eigener Klassen für amerikanische Marken wie Packard oder Duesenberg entscheiden sich die über 100 Juroren gerne für europäische Produkte. Auch dieses Jahr wieder: Die begehrte Auszeichnung "Best of Show" ging an das gewaltige Horch 853 Voll & Ruhrbeck Sport Cabriolet. Es gab in der Vergangenheit sicherlich elegantere Sieger als diesen 1937 gebaute opulente Luxus-Liner. Nicht nur sein Format sprengt alle Grenzen: Allein 14.000 Arbeitsstunden investierte die private Restaurierungswerkstatt seines Eigners Robert M. Lee in die Wiederauferstehung des Einzelstücks. Dass der Blech-Riese mit seinen nur 120 PS mehr flaniert als fährt, tut nichts zur Sache. Von der Sieger-Rampe muss der Horch nur bis zum geschlossenen Anhänger rollen, der ihn behütet zurück ins Museum bringt.

Luxus um beinahe jeden Preis

Sehen und gesehen werden, das ist die Parole - wie hier in der Ferrari-Sektion.

Während die Titelseiten der Zeitungen wieder von untergehenden Banken berichten, suchen die Superreichen in der Enklave von Pebble Beach für einen Moment Schutz vor schlechten Nachrichten. Inzwischen erstrecken sich unzählige Veranstaltungen im Umfeld des Concours d'Elegance über eine volle Woche: Auf der nahen Rennstrecke in Laguna Seca gibt es ein Wochenende lang historischen Motorsport, am 14. August lockten Oldtimer-Shows wie der Concorso Italiano oder der legendäre "The Quai", für den es eine streng limitierte Anzahl an Tickets gibt – das Stück für 400 Dollar. Zu teuer? Nein: Nach sieben Minuten war die Veranstaltung bereits ausverkauft. Nur bei den unzähligen Auktionen schlug die Krise zu. So richtig rund wollte es nicht laufen, viele Autos blieben stehen. Nur im Hochpreis-Segment funktioniert der Markt noch einigermaßen, allerdings auch nicht ohne Stocken: Das spektakulärste Angebot, ein Auto Union-Rennwagen Typ D, zeigte sich als unverkäuflich. Bei rund sechs Millionen Dollar kamen die Angebote ins Stocken, erwartet worden waren acht bis zehn. Ganz so locker sitzt das Geld dann derzeit doch nicht.

Autor: Thomas Wirth

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