Der frühe Tod eines Automobil-Genies

— 25.01.2013

Vor 75 Jahren starb Bernd Rosemeyer

Bernd Rosemeyer zählt zu den berühmtesten deutschen Rennfahrern aller Zeiten. Vor genau 75 Jahren starb der Volksheld bei einer Rekordversuchs-Fahrt.



Gerade einmal 28 Jahre alt war Bernd Rosemeyer, als er am 28. Januar 1938 bei einem Weltrekordversuch tödlich verunglückte. Als erfahrener und mutiger Werks-Versuchsfahrer pilotierte er den Auto Union Typ R Stromlinien-Rennwagen mit der Absicht, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Auf der schnurgeraden Autobahn Frankfurt - Darmstadt (der heutigen A 5)  erreichte er eine wahnwitzige Geschwindigkeit von etwa 440 Stundenkilometern. Bei diesem Tempo wurde der Wagen von einer Windböe erfasst, geriet von der Fahrbahn und überschlug sich mehrfach. Rosemeyer wurde aus dem Wagen geschleudert, er war sofort tot. Die Leichtbau-Karosserie des Typ R zerbarst in viele Brocken, das Chassis landete völlig zertrümmert in einer Böschung. 

Nach 75 Jahren wieder am Start: Silberpfeile in Goodwood 2012

Das Unglück setzte einer ungewöhnliche Karriere ein jähes Ende. Als 20-Jähriger wurde Rosemeyer als Motorrad-Sportfahrer bekannt. Bald trat er als Werksfahrer bei der Horch-Rennabteilung an, wurde 1936 Europameister im Automobil-Motorsport – damals der ultimative Titel, eine Weltmeisterschaft gab es noch nicht. Neben den Rennveranstaltungen setzten Auto Union und Rosemeyer auf Rekord-Fahrten. Dabei erzielte er im Oktober 1937 auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt mehrere Weltrekorde. Als erster Mensch überschritt er die 400 Stundenkilometer-Grenze auf einer öffentlichen Straße. Für den Rekordversuch am 28. Januar 1938 brachte die Auto Union einen überarbeiteten Stromlinien-Rekordwagen mit 16-Zylinder-Motor (6,5 Liter, 545 PS) an den Start. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit lag bei Tempo 460, Rosemeyer erreichte gestoppte 430 km/h.

Jackie Ickx fuhr den Auto Union-Rennwagen Typ C: das Video

Der Tod des beliebten, sympathischen Idols war ein nationaler Schock, nicht nur Automobil- und Rensportfans waren tief bestürzt. Auch für das nationalsozilalistische Regime war Rosemeyers Tod eine Tragöde, hatte es doch die Erfolge des "deutschen Volkshelden" stets propagandistisch ausgeschlachtet. So zelebrierten die Nazis auch seinen Tod mit reichlich Trauer-Pomp. Hitler persönlich hielt eine Grabrede. Die Chemnitzer Auto Union AG beteiligte sich danach nie wieder an Rekordfahrten. An der Unglücksstelle erinnert heute ein Gedenkstein am "Rastplatz Bernd Rosemeyer" an den legendären Fahrer. Von Frankfurt aus auf der A5 nach Süden fahrend findet man den Parkplatz wenige Kilometer nach der Abfahrt Langen/Egelsbach.

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