Deutsche Automobilhistorie
— 03.08.2009Die Geschichte der Auto Union
Viele Marken unter einem Dach – das gab es schon vor fast 80 Jahren. Damals formten sich Audi, Horch, DKW und Wanderer zu den vier Ringen, die für deutsche Wertarbeit standen.
Audi entwickelte sich nur mühsam
Die älteste Marke der Union hieß Horch, 1899 von August Horch gegründet. Seine Fahrzeuge besaßen schon bald einen guten Ruf, doch Horch brauchte Geld und wandelte seine Firma in eine Aktiengesellschaft um - nicht bedenkend, dass nun die Kapitalgeber via Aufsichtsrat das Sagen hatten. Der Ingenieur Horch war kein Genie in Betriebswirtschaft, und die auf Shareholder-Value schielenden Aktionäre mobbten den Patron weg. Zusatzpech für ihn, dass der Name Horch aus rechtlichen Gründen in der Firma bleiben musste, sodass er nach Gründung eines Konkurrenzunternehmens in Zwickau – in Sichtweite zur alten Fabrik – einen anderen Markennamen brauchte. Der zehnjährige Sohn eines Freundes war gut in Latein und übersetzte Horch in "Audi". Audi entwickelte sich allerdings nur mühsam, wogegen die Firma Horch unter neuem Management zum Höhenflug abhob. Selbst der Kaiser ließ sich im mondänen Horch chauffieren. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm August Horch, inzwischen 50 Jahre alt, freiwillig bei Audi seinen Hut. Durch eine verfehlte Modellpolitik in Richtung Luxuswagen geriet seine zweite Ex-Firma bald in finanzielle Not, weshalb sie 1928 von DKW billig gekauft werden konnte.Mit Wanderer kam die Mittelklasse in die Union
Hitlers Strategie, die Autoproduktion zur Schlüsselindustrie Deutschlands zu machen, erzeugte bei der Auto Union einen Boom, bis im Zweiten Weltkrieg die Bomben auf die Werke fielen. Sachsen gehörte zum Gebiet der Sowjets, und die transportierten am Ende alles ab, was heil war. Aus dem kargen Rest wurde MZ (Ex-DKW-Motorräder), Trabant (Ex-DKW und -Horch) und Wartburg (Ex-DKW und -BMW). Um den Russen nicht in die Hände zu fallen, setzte sich das alte Direktorium jedoch in den Westen ab und gründete in Ingolstadt die Auto Union ein zweites Mal, zunächst um die zahlreichen noch existierenden DKW-Fahrzeuge zu reparieren, aber auch um DKW-Motorräder und -Autos nach alten Zeichnungen neu zu bauen. Alles Zweitakter. Horch, Wanderer und Audi kamen in den Planungen nicht mehr vor.
1985 wurde die Auto Union beerdigt
1958 ging die Auto Union aus strategischen Gründen des Hauptaktionärs Friedrich Flick an Daimler-Benz, doch Mercedes verkaufte die kränkelnde Firma bereits 1964 an Volkswagen. Die Ära des mülmenden Zweitakters endete allmählich, und wegen des Rängtängtäng-Images von DKW bediente sich VW aus dem Fundus der Markennamen und taufte die neuen, von einem Viertakter aus dem Mercedes-Erbe befeuerten Modelle in Audi um. Da VW sich 1969 auch noch NSU einverleibte, hieß die Firma nun sperrig "Audi NSU Auto Union AG". Erst 1985 wurde die Auto Union beerdigt und Volkswagens edler Südableger schlicht Audi AG genannt.Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar verfassen
Anzeige







Kommentare zum Artikel (1)
Erstellt
Inhalt
Melden
hallo.wo kann ich die broschüre uber 1oo jahre audi beziehen.habe zu späht davon gehört
das in auto moto auch ein bericht war.
vielen dank für ihre mühen.G.P