Die Autos der 80er-Jahre: Italiener und Franzosen

— 10.11.2012

Charmant bis heißblütig

Unsterbliche Vorkriegskonstruktionen, avantgardistischer Chic und Hightech-Supersportler: Der automobile Mikrokosmos Frankreichs und Italiens bietet in den 1980ern noch die volle Bandbreite.

Am 14. August 1988 stirbt Enzo Ferrari im Alter von 90 Jahren in Modena. Italien trauert um den Patriarchen, während die Preise für Ferrari-Klassiker plötzlich durch die Decke schießen. Der knorrige Commendatore versäumte es nicht, sich ein letztes automobiles Denkmal zu setzen. 1987 zeigt Ferrari den bis dahin schnellsten Seriensportwagen der Welt. Er rennt 324 km/h Spitze und wird von einem 478 PS starken V8-Biturbomotor angetrieben. Die ursprünglich geplante Limitierung hebt Ferrari auf. 1031 F40 verteilt die Sportwagenschmiede zum Preis von 444.000 DM an treue Kunden. 1989, kurz bevor die Ferrari-Preisblase platzt, wechselt in Monaco ein F40 für 2,7 Millionen Mark den Besitzer.

Autos des Wirtschafswunders: Die 50er Jahre

Kleiner Löwe ganz groß: Frankreichs Auto der 80er heißt Peugeot 205.

Frankreichs Auto der 80er heißt Peugeot 205. Der kleine Löwe verkauft sich wie frisch duftendes Baguette und lässt sich prima ins Ausland exportieren. Auch die Teutonen lieben ihn. Irgendwo zwischen Polo und Golf angesiedelt, mausert er sich zum klassenlosen Siegertypen. Dabei steht es um den zweitältesten Autohersteller der Welt zu Beginn des Jahrzehnts gar nicht gut. Die Kleinwagen-Hoffnung Peugeot 104 ist ein Flop, die Zentrale in Sochaux verbucht tiefrote Zahlen. Doch der 205 lässt den Misserfolg rasch vergessen.

Die Autos der 80er, erster Teil: Die Deutschen

Auch die Italiener zeigen, dass sie ihre frühere Paradedisziplin noch bestens beherrschen: kleine, charakterstarke Autos. 1980 bringt Fiat den Panda. Die clevere Kiste ist das passende Auto für die mittlerweile überquillenden Innenstädte von Neapel, Mailand und Rom. Im Gegensatz zum kuschelig-pummeligen Bambusbären ist der kleine Fiat bis aufs automobile Minimum abgespeckt. Trotzdem muss man kein Asket sein, um ihn zu mögen. Verglichen mit seinem 18 PS starken Heckmotor-Ahnen 500 Nuova ist der Panda mit seinen 30 oder 45 PS schon fast sportlich motorisiert.

Bilder: Renault R4-Rekord

Citroën 2 CV und Renault R4 sind in Frankreich längst zu nationalen Heiligtümern gereift. In Italien lebt der Geist des Fiat 500 Nuova im 126 weiter. Alle drei lassen sich noch immer verkaufen, weil sie erschwinglich, hart im Nehmen und leicht zu reparieren sind. In Deutschland bevölkern sie die Campus-Parkplätze und machen all jene glücklich, die keinen abgenudelten Sparkäfer fahren wollen. Doch zeitgemäße Zwerge wie der Panda deuten an, dass ihre Tage ohnehin gezählt sind. Auch Nonkonformisten sehnen sich nach einem Hauch von Komfort.

Thema 8.32: Lancia mit Ferrari-Herz

Und immer entlocken uns in den 1980ern die alten Lancia-Knaller die obligatorischen sehnsüchtigen Seufzer, in diesem Fall Delta Integrale und Thema 8.32. Zwar gibt es heute wieder einen Lancia Thema mit acht Zylindern. Der ist aber nur ein umgeschminkter Chrysler 300, mit Mopar- statt Ferrari-V8. Gefühlt ist das so, als würde der Vatikan nach Detroit umziehen. Dann doch lieber die Augen schließen und von den 80ern träumen. Sehen Sie oben in der Bildergalerie die vielfältige Autowelt zweier technikbegeisterter Nationen!

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