Jaguar E-Type

E-Type: Beinahe-Kollision in Goodwood

— 30.09.2016

Zentimeter am 30-Millionen-Crash vorbei

Das htte richtig teuer werden knnen: Um Haaresbreite verfehlen sich in Goodwood ein wertvoller Jaguar E-Type Low Drag und ein noch viel wertvollerer Ferrari 250 GTO.

Der liebe Gott behtet nicht nur alle Menschen, er ist offenbar auch ein Ferrari-Liebhaber. Und fr Jaguar scheint er ebenfalls ein Faible zu haben. Wie sonst lsst es sich erklren, dass sich beim Goodwood Revival zwei mega-wertvolle Klassiker auf der Rennstrecke in stattlichem Tempo bedrohlich nahe kamen, am Ende aber unversehrt blieben? Wie die Insassen glcklicherweise auch. Geschtzter Wert der beteiligten Fahrzeuge: mehr als 30 Millionen Pfund, umgerechnet 35 Millionen Euro.

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Schmuckstcke fast auf Tuchfhlung

Ein Video zeigt, wie sich der Fahrer eines 1961er Jaguar E-Type Low Drag Cut 7 vor einer Kurve verbremst, mit der Raubkatze ins Schlingern gert und sich schlielich quer ber die Strecke dreht. Dabei geht er mit einem vor sich fahrenden, rund 30 Millionen Pfund teuren Ferrari 250 GTO fast auf Tuchfhlung, aber eben nur fast. Wenige Zentimeter trennen die Karosserien voneinander, ehe der Jag rckwrts ausrollt. Auch er ist eine Raritt, manche Quellen sprechen von nur zwei jemals gebauten Exemplaren. Sein Wert drfte gleichsam im siebenstelligen Bereich liegen. Und auch der nachfolgende E-Type Semi-Lightweight 1961 wie der Low Drag ein ehemaliger Werksrenner von Jaguar wre bei einer Auktion sicherlich kein Schnppchen. Auch er entgeht auf wundersame Weise einem Zusammenprall!

E-Type: Startschuss in Genf 1961

Etwas berraschend beim E-Type: Im Heck wartet ein gut nutzbarer Laderaum.

Die Geschichte des E-Type beginnt im besagten Baujahr 1961, als am 15. Mrz anlsslich des Autosalons in Genf eine Bombe platzt. Direktor William Lyons enthllt die Kreation, die als der berhmteste aller Jaguar in die Geschichte eingehen wird: den E-Type (fr die Amerikaner: XK-E). Dieses Gefhrt mit der berlangen Haube sieht nicht nur verboten aus, es schreit geradezu nach Vollgas. Extreme Proportionen paaren sich mit sinnlichen Rundungen, dazu Rder mit Zentralverschlssen in Ben-Hur-Ausfhrung, Stofnger wie Krummsbel und hinten zwei Auspuffrohre, die geradezu unanstndig emporragen. Innen Schalensitze wie vom Mbeldesigner, Lenkrad mit Lochspeichen und blondem Holz, ein Armaturenbrett fr Maschinisten schne Gre von Stirling Moss. Und dann das Preisschild: 2098 Pfund soll das Tier in seiner Heimat Grobritannien kosten.

Erste nderungen schon nach einem Jahr

Immer wieder ein Augenschmaus: Strenge Symmetrie im Cockpit, dazu die traditionellen Kippschalter und schlichte schwarze Instrumente mit weien Ziffern. Groes Holzlenkrad, stmmiger Schaltknppel fr vier Gnge.

Zwei Varianten, Coup und Roadster, sind in Genf zu besichtigen und gehen sogleich in Produktion. Schon im Jahr darauf sind erste nderungen notwendig. Die wichtigste: Der Wagenboden wird fr mehr Furaum abgesenkt. 1964 hlt der 4,2-Liter-Motor Einzug. Zugleich bekommt der E-Type ein voll synchronisiertes Getriebe, bequemere Sitze sowie eine verbesserte Ausstattung. Im Juli 1967 mssen die Plexiglasabdeckungen ber den Scheinwerfern den US-Bestimmungen weichen, die entsprechenden Modelle bekommen im Nachhinein die Bezeichnung Series 1. Im September 1968 wird die Produktion des E-Type in seiner Urform eingestellt. Es folgt Series 2 mit vernderter Karosserie und weniger Leistung. Kennzeichen: freistehende Scheinwerfer, klobigere Blinker und Heckleuchten, groer Grill und aufpralloptimierter Innenraum. Seine letzte Form findet der E-Type im Series 3 mit V12-Motor (19711974), im Charakter mehr ein komfortabler Cruiser als ein Sportwagen.

Technische Daten

Jaguar E-Type 3.8 Coup: Reihensechszylinder, vorn lngs zwei oben liegende Nockenwellen, ber Kette angetrieben, zwei Ventile pro Zylinder, drei SU-Vergaser Hubraum 3781 ccm Leistung 195 kW (265 SAE-PS) bei 5500/min max. Drehmoment 353 Nm bei 4000/min Vierganggetriebe Hinterradantrieb vorn Einzelradaufhngung, Doppel-Querlenker, Schraubenfedern, hinten Einzelradaufhngung an Hilfsrahmen, Quer- und Lngslenker, Doppel-Federbeine, Schraubenfedern Scheibenbremsen rundum Reifen 6.40 x 15 RS.5 L/B/H 4454/1657/ 1222 mm Leergewicht 1270 kg Verbrauch 15,0 l S/100 km Spitze 225 bis 240 km/h 0100 km/h 7,2 s Tank 64 l Preis (1961): 26.000 Mark.

Autoren: Wolfgang Knig,

Stichworte:

Goodwood

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