Audi 80 BMW 318i

Erster Vergleich: Audi 80 1.8 E und BMW 318i

— 21.09.2010

Vorsprung durch Technik

Der Münchner BMW 3er bekommt einen neuen Rivalen aus Ingolstadt. Im Duell mit dem frischen Audi 80 muss der betagtere BMW 318i Farbe bekennen. Und die fällt eher düster aus.

AUTO BILD-Archiv-Artikel 37/1986: Nach knapp dreißig Kilometer Vergleichsfahrt wurde es bereits ganz deutlich: Zwischen Audi und BMW liegen Welten. Nicht etwa nur dort, wo das Gefühl oder das "Image" ein Wörtchen mitredet. Nein, auch in ganz schlichten Dingen, die den Autoalltag angenehm oder unangenehm werden lassen. Plus- oder Minuspunkte, die auch ein Autofahrer mit festgefügtem Vorurteil bemerken kann, wenn er ehrlich genug ist. Der Einstieg in den BMW 3er ist eine Wonne – wenn man nur auf das schöne Armaturenbrett blickt. Die richtige Ausrichtung zum Lenkrad ist dagegen kaum möglich, egal ob man kurze oder lange Beine hat. Die Dreier-Sitze haben fatale Ähnlichkeit mit einem Stuhl (nicht etwa mit einem Sessel).

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Trotz Cord-Bezug in der Mitte kippt das Sitzfleisch in schnellen Kurven über die flachen Kanten ab. Der Audi bekam Sportsitze, die immer guten Halt geben (ohne dass sich Fahrer und Beifahrer dabei eingezwängt fühlen). Die Sitzhöhenverstellung arbeitet mit einem Zuggriff, der die Sitzfläche spielend leicht anhebt oder absenkt. Das erste Drehen des Zündschlüssels ist auch aufschlussreich. Der Audi-Einspritzer, ein direkter Ableger des Golf-GTI-Motors, ist von der Klangfarbe etwas unschöner im Ton als der BMW, der kultivierter in Gang kommt. Beim ersten Beschleunigungsmanöver zeigt sich aber: Der Münchner ist ziemlich zäh und faul, der Ingolstädter kommt leichtfüßiger auf Touren.

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Die kompromisslos windschnittige Karosserieform und die pfiffigere Motoraufhängung und -dämpfung machen bei höherem Tempo die Audi-Maschine zum Wispermotor, während der BMW-Einspritzer schon recht angestrengt arbeitet. Obwohl Audi sein Fünfganggetriebe neu konstruiert hat, liegt BMW in diesem Punkt vorn. Die Gänge fühlen sich satter an, der Schalteingriff ist präziser. Auf trockenem Pflaster meistert der BMW 318i alle Fahrsituationen durchaus gut. Nur ein bisschen Regen verwandelt den Wagen mit Standardantrieb (Motor vorn, Kardan nach hinten) zu einem schwer zu meisternden Fahrobjekt. Er bricht frühzeitig aus. Der Stand der Fahrwerkstechnik ist – Teiffi! Teiffi! – bei den Kompakt-BMW schwach.

Ganz schön schlüpfrig, der Audi

Der Audi, dessen hintere Torsionskurbelachse auch aus dem Märchenbuch früher Autotechnik kommt, kann durch Frontantrieb und gekonnte Abstimmung alle Situationen elegant und sicher bestehen, wo sein renommierter Konkurrent schon ins Schwimmen kommt. Die ausgefeilte Aerodynamik der Audi-Außenhaut erzeugt einen im Wagen spürbaren zusätzlichen Schub bei höherem Autobahntempo. Der Wagen scheint unter dem Wind hindurchzurutschen. Der BMW mit seiner zerklüfteten Schnauze muss sich da abrackern. Betont sportliche Fahrweise lässt den Münchner zur Freude der Tankwarte werden. Der 318i schluckt schon mal 12 Liter. Ein glattes Minus kassiert der Audi bei der Kofferraumgestaltung. Im neuen Modell muss das Gepäck hochkant hineingestellt werden wie beim Audi-Coupe. Zwei mittelgroße Koffer und ein bisschen Kleinkram rechts und links – mehr geht nicht. Der BMW hat dagegen einen anständigen Kofferraum.

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