Zu Gast bei Ferrari

Ferrari lädt zum Besuch

— 21.01.2011

In Enzos heiligen Hallen

AUTO BILD-Archiv-Artikel 26/1986: Enzo Ferrari ist 88 Jahre alt und längst Legende. Seine Firma baut die berühmtesten Sportwagen der Welt. Selten gibt er Interviews. AUTO BILD durfte ihn besuchen und befragen.

Er ist er eine heilige Gestalt in Italien. Für den Rest der Welt eine Legende: In Enzo Ferraris Gesicht dominiert eine spitze Hakennase und ein schmallippiger, fast verkniffener Mund. Sein weißes Haar ist gepflegt und straff nach hinten gekämmt. Er spricht mit leiser Stimme. Seine Sprache ist einfach. Er meidet überflüssige Worte und ist distanziert, fast kühl. Man lauscht andächtig der Erfahrung von 88 Jahren. Besucher empfängt er nur noch selten, Interviews gibt er noch seltener. AUTO BILD durfte ihn besuchen und befragen. Künstler, Könige und zahlungskräftige Kenner fahren seit 1947 Ferrari.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Insgesamt 38.402 der meist rotlackierten Sportwagen verließen in den letzten 38 Jahren die Ferrari-Fabrik. Seit 1948 schickt Enzo Ferrari seine Wagen auch bei Formel-1-Rennen an den Start. Von 396 Rennen gewannen sie 91-mal, neunmal wurden Ferrari-Fahrer Formel 1-Weltmeister. Rennfahrer auf der ganzen Welt siegten in Ferrari-Sportwagen bis heute in mehr als 5000 Rennen. Egal, ob Straße oder Rennpiste, kaum einer kann sich der Ferrari-Faszination entziehen. Der alte Herr wohl selbst am wenigsten, denn er arbeitet noch heute von morgens bis abends in einem seiner drei Büros und wünscht jedem, "dass er in seinem Leben mit 88 Jahren noch soviel Freude und Spaß an seinem Beruf hat wie ich."

Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK

1969 wechselte der Ferrari-Besitz zur Hälfte an den Fiat-Konzern. Das änderte atmosphärisch nichts: Enzo Ferrari ist bei Ferrari noch immer der Boss. 1716 Menschen verdienen in den beiden Hauptproduktionsstätten Maranello und Modena ihr täglich Brot – 200 davon in der Rennabteilung. Enzo Ferrari befehligt bis heute völlig unbeeindruckt vom Fiat-Management wie ein absolutistischer Fürst sein rotes Reich. Allzu oft lässt er sich zwar nicht mehr bei seinen Arbeitern blicken. Er ist trotzdem sicher, dass ihr Herz rund um die Uhr für Ferrari schlägt "Schade", sagen seine Leute, "dass der Commendatore sich so wenig blicken lässt, aber jeder von uns weiß auch so, dass alles, was wir herstellen, seinen Namen trägt – einen großen Namen – und wir sind stolz darauf. Er kann sich auf uns verlassen."

Weiterlesen: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.