Fiat 130 Coupé
— 02.12.2008Ein Italiener mit Ecken und Kanten
Außen mag das Fiat 130 Coupé ein kantiger Typ sein. Vom Charakter her ist es jedoch eher ein Softie, ein Gleiter für lange Strecken. Das vom ialienischen Star-Designer Pininfarina gestylte Coupé gilt als Stil-Ikone.
Im Innenraum zeigt das Fiat 130 Coupé unerwartete Noblesse
Der große Fiat liebt die gemütliche Gangart
Zumindest mit dem fehlenden Seitenhalt der Sessel kann man sich arrangieren. Denn der Riesen-Fiat schnappt nicht nach Kurven. Seine Federung, eher mit Weichspüler als mit Wäschesteif behandelt, legt die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten nahe: die Gerade. Der er wie am Schnürchen gezogen folgt. Fahrwerk und Servolenkung reagieren auf Richtungswechsel eher träge mit leichter Verzögerung. Das 130 Coupé will Kurven mit gelassener Würde umrunden, nicht wild gehetzt, als wäre es auf der Flucht. Vor wem auch? Vor dem eigenen Bremsweg höchstens, der mit über 56 Metern beängstigend lang ist.
Das Erlebnis Kaltstart
Wer den italienischen Sechszylinder morgens weckt, sollte seinen Wecker fünf Minuten vorstellen. Denn bella macchina verlangt die genaue Einhaltung des Protokolls. Und das sieht die korrekte Bedienung von zwei Hebeln, die an Eislöffel erinnern, rechts und links der Automatik vor: Erst am rechten Eislöffel, dem Choke, ziehen, starten, zurückschieben. Sonst säuft die Diva ab. Damit sie nicht abstirbt, kann man mit dem linken Eislöffel, dem Standgas, gefühlvoll nachhelfen. Dann den Wählhebel auf D – und los geht’s. Nie rasend schnell, dafür von kräftigen Schaltstößen begleitet. Kein Wunder: Bei nur drei Gängen fallen die Drehzahlsprünge groß aus. Der Sound aus dem Maschinenraum: metallisch, klar, kernig, nie aufdringlich. Aber das italienische Dolce Vita, quirlig und lebendig, klingt hier nicht an. Eher eine strenge Erziehung zu vornehmer Ruhe. Die Kosten: Wer eines von insgesamt 4491 gebauten Fiat 130 Coupés sein Eigen nennt, sollte sich über Geld keine Sorgen machen. Klar ist: Der Wert steigt. Klar ist aber auch: Ersatzteile sind knapp, der Spritverbrauch hoch.
| Fahrzeugdaten und Kosten | |
|---|---|
| Motor Bauart/Zylinder | V6 |
| Ventile/Nockenwellen | 2 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
| Hubraum | 3238 ccm |
| kW (PS) bei U/min | 121(165)/5800 |
| Nm bei U/min | 250/3400 |
| Höchstgeschwindigkeit | 195 km/h |
| Getriebe | 3-Stufen-Automatik |
| Antrieb | Hinterrad |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 205/70 R 14 V |
| Radgröße | 6,5 x 14 " |
| Verbrauch | 12,9 l/100 km |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 80 l/Super |
| zulässiges Gesamtgewicht | 2050 kg |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 1300/800 kg |
| Kofferraumvolumen | 600 l |
| Kosten | |
| Steuern pro Jahr | 191 Euro |
| Versicherung (Haftpflicht) | rund 228 Euro |
| Werkstattintervalle | 5000 km |
| Kosten Ölwechsel/Inspektion | 120-320 Euro |
| Zeitwert (Zustand 2) | 14.500 Euro |
Fazit zum Fiat 130 Coupé
Nein, ein Typ zum wilden Rasen ist er nicht. Das Fiat 130 Coupé ist viel eher ein gepflegter Reisewagen. Ein GT – Gran Turismo – klassischen Zuschnitts. Gelassenes Cruisen oder eben eine weite Reise macht mit ihm viel mehr Spaß als eine nervöse Kurvenhatz mit quietschenden Reifen.Klassik-Test BMW 3.0 CSi
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