Fiat Panda 4x4 Subaru Justy 1000 4WD SL

Fiat Panda 4x4 Subaru Justy 1000 4WD SL

— 01.09.2010

Die billigste Art, Allrad zu fahren

AUTO BILD-Archiv-Artikel 44/1986: Der Allradantrieb zieht an. Selbst Kleinwagen haben ihn schon. Zu den kleinsten – und billigsten – gehören der Subaru Justy und der Fiat Panda. Welcher ist bessere Allradzwerg?

Allrad-Autos. Komisch, trotz quattro, syncro und wie sie alle heißen, denke ich dabei immer noch als erstes an Geländewagen. Probieren wir es also. Aber vorher heißt es bei beiden Ein-Liter-Autos: umschalten, damit auch die hinteren Räder angetrieben werden. Denn sowohl der Fiat als auch der Subaru sind normalerweise Fronttriebler, die nur bei Bedarf ihre Kraft auf alle vier Räder verteilen. Beim Justy genügt ein leichter Druck auf den Knopf im Schalthebelkopf – schon geht's auf allen Vieren los. Das Schöne: Der Justy-Allradantrieb darf und kann auch während der Fahrt zugeschaltet werden. Umständlicher zeigt sich der Fiat. Bei ihm müssen die Hinterräder mechanisch an die Antriebswelle gekoppelt werden (Justy: elektronisch).

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Das heißt im Alltag: erst einmal anhalten und den hakenartigen Griff hinterm Schaltstock kräftig ziehen. Da braucht der Panda eine starke Hand. Nun aber runter von der Straße und rauf auf den Feldweg. Der Fiat, der schon durch seine kantige Form etwas an reine Nutzfahrzeuge erinnert, zeigt dem Subaru den Weg. Er wühlt sich mit seinen grobstolligen Winterreifen (serienmäßig) auch durch tiefen, weichen Sand, klettert kleine Böschungen hinauf, danach wieder herunter und furcht mit seinen 44 PS durch den Schlamm, dass es nur so spritzt. Sicher, der Subaru kann das auch. Aber alles eine Spur schlechter. Das hat mehrere Gründe: Erstens ist der Fiat hochbeiniger, der Abstand vom Boden zum Chassis ist größer.

Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK

Dadurch überquert der Italiener auch größere Ackerfurchen, ohne aufzusetzen. Außerdem schützt ein großes Gitter unter dem Motor die Ölwanne, wenn's doch mal über größere Stöcke und Steine geht. Und die dicken Blattfedern verdauen selbst kleine Sprünge problemlos. Dem Justy fehlt das alles. Trotz Allradantriebs ist er ein typischer, elegant geschnittener Stadtflitzer. Sein Dreizylinder-Motörchen stellt 55 PS zur Verfügung und gibt sich auf der Straße von seiner spritzigen Seite. Selbst im fünften Gang tourt der Justy ab Tempo 40 ruckfrei Ios. Bis 70 km/h dauert's dann zwar ein bisschen. Aber danach geht's flott zur Sache bis zur Höchstgeschwindigkeit: 143 km/h (Panda: 131 km/h).

30 Jahre Fiat Panda

Da merkt der Vierzylinder-Fiat seine 60 Kilo Mehrgewicht (Subaru: 730 Kilo) und die 11 PS weniger. Zwar verträgt der Panda schon ab 30 km/h den fünften Gang. Aber wer im Verkehr mitschwimmen will, muss fleißig im Getriebe rühren. Und das ist kein Vergnügen. Die Fiat-Schaltung hakelt. Außerdem ist man nie sicher, ob der Gang nun drin ist oder nicht. Wenigstens das verrät der Justy, dessen Getriebe ansonsten ebenfalls nicht überzeugen kann. Auch den Komfort-Punkt heimst der Subaru ein. Sein Fahrwerk ist ausreichend komfortabel. Der Fiat ist deutlich härter, schüttelt seine Insassen mehr durch. Der Justy-lnnenraum verbreitet eine wesentlich wohnlichere Atmosphäre.

Der Justy ist bequemer

Bequeme rot-schwarze Sitze, orangefarbene Instrumentenbeleuchtung, Handschuhfach, viele kleine Schalter. Dagegen wirkt der Panda beim ersten Einsteigen karg und ungemütlich. Seine Vorzüge sind praktischer Natur. Kratergroße Ablagemulden im Armaturenbrett, große Türfächer, Schiebeaschenbecher vorne, zwei von innen verstellbare Außenspiegel. Der Justy hat zusätzlich einen Drehzahlmesser und einen Tageskilometerzähler. Auch bei den Scheibenwischern und bei dem Gebläse setzt der Japaner jeweils eine Stufe drauf. Seine wahre Größe offenbart der Panda Langbeinigen und Reisenden. Die Kopf- und Beinfreiheit ist vorne wie hinten reichlicher bemessen als im Justy, der anscheinend mehr auf japanisches Gardemaß zugeschnitten scheint.

Panda fürs Grobe, Justy für die City

Auch das Platzangebot bei umgeklappter Rückbank (bei beiden geteilt möglich) ist im Panda 110 Liter größer. Aber das nützt dem Italiener wenig. Er darf nur 410 Kilo schleppen (Zuladung Justy: 450 Kilo). Und welchen Allrad-Mini soll man nun kaufen? Die Entscheidung ist eigentlich einfach, wenn Sie wissen, wofür Sie ihn brauchen. Der Panda ist der vielseitigere. Er verträgt auch mal eine etwas rauere Gangart. Sein größter Nachteil: Er ist recht durstig. 7,6 Liter bleifreies Normalbenzin auf 100 Kilometer verbrannte der Fiat im Test. Der Subaru ist die richtige Wahl, wenn Sie vor allen Dingen aus Sicherheitsgründen (Schnee, Eis) Wert auf den Allradantrieb legen und ansonsten nur ein pfiffiges Stadtauto suchen. Außerdem spricht der Verbrauch für den Japaner. Der Justy begnügte sich mit 6,5 Litern auf 100 Kilometer. Einen Vorteil erkaufen Sie sich in jedem Fall: Beide Autos sind bedingt schadstoffarm und deshalb für drei Jahre und sechs Monate von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.