Ford Mustang: Kunstwerk aus Papier

Ford Mustang 1969 Papier-Mustang

Ford Mustang: Kunstwerk aus Papier

— 27.10.2011

Konsequenter Leichtbau

Künstler Jonathan Brand musste seinen 69er Mustang verkaufen – der Liebe wegen. Um den Verlust zu kompensieren, baute er den Wagen schließlich aus Papier nach. Jetzt steht er in einer Galerie in New York.

Hätte er nicht seine große Liebe gefunden, wäre der amerikanische Künstler Jonathan Brand vielleicht niemals auf die Idee gekommen, einen 69er Mustang in Originalgröße komplett aus Papier nachzubauen. Hat er aber. Und mit dem Wunsch, seiner Angebeteten einen mit Diamanten besetzten Verlobungsring zu schenken, entstand quasi die Grundlage seines Kunstwerks. Denn um die nötigen Geldmittel flüssig zu machen, brachte Brand ein wahrhaft großes Opfer: Er verkaufte seinen 69er Ford Mustang, an dessen Restaurierung er bereits seit fünf Jahre gearbeitet hatte. Es hat geklappt: Die Frau sagte Ja. Doch ein solcher Verlust schmerzt natürlich. So kam Brand auf die Idee, sein ehemaliges Auto einfach aus Papier nachzubauen.

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Reine Nervensache: Der Papier-Motor des Mustang-Nachbaus.

Und los ging es: Brand zapfte sein Gedächtnis an und zeichnete alle Teile seines Mustangs auf dem Computer nach – bis zur kleinsten Schraube. Nach dem Ausdrucken ging es ans Knicken, Pfalzen und Kleben. Zwei Jahre dauerte die ganze Prozedur. Reifen, Radkappen, Türgriffe, Handschuhfach, Motor – alles da. Die Mechanik des Wagens ist zwar komplett gezeichnet, wurde dann aber doch nicht in allen Einzelheiten nachgebaut. Denn das, so Brand, wäre eine Lebensaufgabe. Insgesamt kommt das Ergebnis dem echten Auto nun ziemlich nahe: Denn auch der gelbe Original-Mustang war weder fahrbereit, noch hatte er alle mechanischen Teile an Bord.

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Der Name der Ausstellung in der New Yorker Hosfelt Gallery, in der Jonathan Brands Papier-Mustang noch bis zum 29. Oktober 2011 zu sehen ist, trägt den Titel "One Piece At A Time". Damit spielt der Künstler auf den gleichnamigen Song Johnny Cashs an. Er handelt von einem Detroiter Bandarbeiter der davon träumt, eines Tages einen der Cadillacs, die er täglich baut, zu besitzen. Sein Plan: Jeden Tag ein Teil des Wagens in seiner Lunch Box nach Hause schmuggeln und dort das Traumauto zusammensetzen. Gut, dass sich Jonathan Brand gegen den illegalen Weg und für das Papier entschieden hat.

Autor: Stephanie Kriebel

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