Galerie der Spritvernichter
— 23.10.2009Die durstigsten Autos aller Zeiten
Es gab Zeiten, da konnten Hubraum, Leistung und Verbrauch gar nicht groß genug sein. autobild.de präsentiert die übelsten Trunkenbolde aller Klassen und Jahrgänge.
Überblick: Fabrikneue Oldtimer
Die liebenswerte Folklore der endlosen Vorräte bekam 1973 erste Blues-artige Dissonanzen. Ölembargo, Ölkrise, Förderstopp: böse Begriffe, die uns die heitere Zahlenlotterie der mechanischen Zählwerke an den Zapfsäulen vermiesten. Womit die Autoindustrie reagierte? Mit Sparmodellen, logisch. Die kamen mit reduzierter Verdichtung und Leistung daher, mimten mit dem Argument der Normalbenzin-Verträglichkeit den Genügsamen ... und soffen nicht nur dann noch mehr, wenn wir ihnen die gewohnten Sporen gaben.Gleiche Zeit, 5000 Kilometer westwärts: Die US-Kultur entdeckt ihre Pflicht zur ökologischen Verantwortung, erwürgt die einst wahnwitzigen PS-Zahlen und setzt alles auf den Katalysator als Heilsbringer. Schade, dass der neumodische Abgasfilter den Lambda-Wert 1,0 braucht, um zu wirken. Also Gemisch auf Vollfettstufe, Kolbenkühlung durch Kraftstoff. Derweil blasen gewaltige Luftpumpen, die für ihre Arbeit gern mal 15 PS abzweigen, riesige Mengen Frischluft in den Auspuff – zur Nachverbrennung, wie es offiziell heißt, tatsächlich aber zur Minderung der Abgaskonzentration auf die ganz billige Art.
Der Hubraumriese
Beim Hubraumchef Cadillac Eldorado (V8, 8194 Kubikzentimeter) rechnete sich diese Öko-Kur wie folgt. 1970: 406 SAE-PS, 23 Liter Super auf 100 km. 1976: 193 DIN-PS, 30 Liter Normal. Erst modernere Einspritzanlagen machten dem Spuk allmählich den Garaus. Dass US-Achtzylinder stets die größten Säufer waren, ist indes ein Märchen. Schade ums schöne Klischee, aber wahr: In der Sechzigern war solch eine Fünfeinhalbmeter-Barkasse mit Fünfeinhalbliter-Motor – sofern ein ordinärer Registervergaser für die Zuteilung sorgte – noch mit 15 bis 17 Litern zufrieden. Und damit nicht durstiger als ein teutonischer Sechsender à la Porsche 911 oder Mercedes 280 S. Lediglich die High-Performance-Varianten, etwa mit zwei Vierfachvergasern und/oder radikalen Ventilsteuerzeiten, wollten mit weit mehr als 20 Litern getränkt sein.
Verschmähte Oldtimer: Ich fahre einen Flopp
Gigantische Gemischfabriken, armdicke Ansaugrohre im Zwölferpack, bemessen für den vollen Fütterungspegel bei 7500 Umdrehungen – kein Ferrari, kein Lamborghini mit einer Vmax unterhalb 260 km/h, der sich nahrungstechnisch lumpen ließ. 35 Liter und mehr bei der Fahrweise, für die diese herrlichen Gran Turisme gemacht waren? Damals die Regel, nicht die Ausnahme. Was auch an den Schraubern lag, die am Synchrontester verzweifelten und sicherheitshalber den Hahn noch weiter aufdrehten.
Der König unter den Trinkern: Lamborghini LM 002
Einsame Krönung dieser Kultur: der Lamborghini LM 002, ein drei Tonnen schwerer Offroader mit dem nervösen V12-Sportlerherzen des Countach Quattrovalvole. 40 Liter waren das Minimum im Bummelbetrieb, in den Wüsteneien der arabischen Welt, wo der Trumm heimisch war, sollen auch dreistellige Verbrauchswerte realistisch gewesen sein. Im Klartext: Die Rede ist von 100 Litern plus. Prost, wir hamsja. Und wundern uns noch, wenn die Vorräte allmählich zur Neige gehen und die Spritpreise ständig steigen? Naiv ist das, sagen die Einen. Ach, hätten wir doch früher nur sorgfältiger mit den Ressourcen gehaushaltet, seufzen die Anderen. Steigen in ihren Cayenne Turbo, geben voll Stoff und verballern 66,7 Liter auf 100.Wie auch immer: Lasst uns nicht erst morgen von der guten, alten Zeit hemmungsloser Spritsäufer schwärmen, sondern noch heute damit anfangen. Politisch nicht ganz korrekt, aber immerhin mit geschärftem Bewusstsein für die Sünden der Vergangenheit. Um es künftig besser zu machen. Und damit Vorhang auf für unsere Galerie der Trunkenbolde aus allen Jahrgängen und Hubraumklassen, denen wir geläuterten Gewissens die Schuld daran geben können, dass wir heute knausern müssen. Eine Galerie, die weder Anspruch auf Vollständigkeit erhebt noch so ernsthaft gemeint und formuliert ist, wie es das Thema eigentlich verlangt. Was hier einzig zählt, ist der Unterhaltungswert der schockierenden Verbrauchswerte pro 100 Kilometer. Die nicht den akademischen DIN- oder ECE-Normen entsprechen, sondern einzig dem wahren, genusssüchtigen Leben.
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Ein Leopard 2 verbraucht auf der Strasse ca.3,5 Liter und im schweren Gelände bis zu 8 Liter Diesel. Natürlich pro Kilometer. Habe so ein Gerät gefahren und getankt. Also, so schlecht sind die heutigen Kfz doch gar nicht :-))
Ford Taunus 1600/1978 72 PS. Als alte Karre übernommen. Habe in den ersten 3 Tagen im Mischverkehr 70% Stadt bis zu 16 Liter durchgeknallt. Danach nur noch 9 Liter, ohne langsamer am Ziel zu sein. Dabei allerdings das Autobahntempo von Vollgas auf ca 130 reduziert.
Einmal bei winterlichem Betrieb mit 40 PS Käfer inkl. Anschieben und Drehzahlen nur am Anschlag knapp 13 Liter. Nach Reparatur und Einstellungsarbeit waren es dann 9.
Auf 5000 ReiseKm mit 3 Pers + Hund in den bergigen Balkan und zurück oder nach Kreta zwischen 6,2 , 6,9 VW 1200und 7,6/1300 Liter im Durchschnitt.
an Pixelschubser: Wie verlottert ein 1200er Käfer sein muß,um damit 17 Liter zu verbrauchen, möchte ich garnicht wirklich wissen und daraus auch noch ein Fass aufzumachen ist genau genommen nur peinlich für den Fahrer. Ich bin über 400tsd. Km mit Käfern von 30 bis 44 PS gefahren. Der 1200/34 PS brauchte gesund und korrekt eingestellt in der Stadt im Winterbetrieb maximal 9 Liter, im Sommer 1Liter Weniger.
@gmathol: es gibt Leute die bringen jeden Wagen zum saufen... Als Besitzer von mehreen VW-Oldtimern und BMW's kann ich Dir nur sagen, dass Dein Kommentar das einzige ist was hier Sch**ße ist. Der Verbrauch der dieser Old- und Youngtimer steht ungefähr proportional zu dem Halbwissen sog. "Experten".
Leider vermittelt dieser Artikel ebenfalls nur Halbwissen, bzw. Mangel an technischen Wissen, Schade.