Gemballa Cyrrus

Gemballa Cyrrus: Fahrbericht

— 11.03.2011

Dieser Porsche ist ’ne Wolke

AUTO BILD-Archiv-Artikel 22/1987: Cirrus-Wolken – eisige Streifen am Himmel. Gemballa Cyrrus – heiße Streifen auf Asphalt. Der feuerrote Traum aus einem Porsche 911 hinterlässt Spuren. Auch beim Fahrer.

Der Meister mit den blonden, nackenlangen Haaren übergibt uns persönlich sein neuestes Schmuckstück: "Schee isch er, gell?" Im breitesten Schwäbisch drückt sich der ganze Stolz von Uwe Gemballa aus. Der sympathische, 31 Jahre alte Jung-Unternehmer aus Leonberg ist ein echter Strahlemann und schickt uns mit dem Cyrrus, einem 220.000 Mark teuren Cabrio der Superlative mit Porsche-911-Unterbau auf die Reise. Seine Merkmale: breit und tief und so leuchtend rot lackiert, als wollte das edle Stück jedermann zurufen: Seht her, hier bin ich! Im Innenraum ist alles mit feinstem beigem Leder ausgeschlagen.

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Viel Lack und viel Leder – wer da noch keine Lust verspürt, bei dem weckt sie sicher das Brabbeln des Boxer-Motors im Heck. Der rote Cyrrus wird von einem serienmäßigen 231-PS-Carrera-Motor befeuert. Auf Wunsch gibt’s bei Gemballa zwar auch bis zu 375 PS Leistung, doch ein Cabrio schreit nicht unbedingt nach brutalen Beschleunigungsakten. Deshalb fordere ich sie auch nicht vom Cyrrus. Der schafft zwar trotz breiter Schlappen Spitze 240. Doch vielmehr freue ich mich an Details, die die ganze Exklusivität des Edel-Schwaben veranschaulichen. Die HiFi-Anlage nimmt Befehle über Tastendruck im Lenkrad entgegen.

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Und: ein Knopfdruck am Armaturenbord genügt, und das Klappdach surrt elektrisch nach hinten. Der Himmel ist freigelegt und die Straße vor uns wird vom Cyrrus geradezu aufgesogen. Denn die Gemballa-Kotflügel sind so flach, dass für den Blick nach vorne nur der Asphalt übrig bleibt. Dagegen quellen im Rückspiegel die mächtigen, ganz aus Metall gearbeiteten hinteren Radhäuser in die Breite. Drunter wälzen sich 345er Reifen. Das ist fast schon Formel-1-Gardemaß. Da gilt es, mit Entschlossenheit ins Lenkrad zu fassen. Die Gangart des Cyrrus ist sportlich hart.

Knochentrocken reagiert er auf Bodenwellen, als wollte er sagen: Mit solch einem Nobel-Cabrio hat man schlechte Straßen gefälligst zu meiden. Freilich ist es eine Schau, seine Kurvenkünste zu ergründen. Die Abstimmung des Breitfahrwerks ist rennstreckengerecht. Nur dort sollte und kann man den Cyrrus, vorzugsweise als Coupé und nicht als Cabrio, vollständig auskosten. Gemballa-Kunden sind ohnehin vor allem in die Optik der Autos aus Leonberg vernarrt. Der kunstvolle Heckflügel, die lang gestreckten Rippen auf den Türen, die seitlichen Luftschächte – das ist Auto-Erotik und Faszination pur. "Ich glaube", so beteuert Uwe Gemballa, "manchmal schlafen meine Kunden in ihren Autos."

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