Hamburg-Berlin-Klassik: Tag 3

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Hamburg-Berlin-Klassik: Tag 3

— 30.08.2014

Im August durchs Aprilwetter

Bei häufig wechselnder Wetterlage führt die Strecke der 7. HBK zum ersten Mal nach Polen und danach zurück nach Deutschland. Dem faszinierenden Technikmuseum in Stettin statten die Rallyeteilnehmer einen Besuch ab.

Vom malerischen Gutshaus Stolpe wollen einige Teilnehmer vor der vierten Etappe sicher gar nicht mehr wegfahren. Die Rallyeleitung ist jedoch unerbittlich und schickt die Teams dem Zeitplan entsprechend wieder auf die Straße. Durch ostdeutsche Städtchen und Dörfer mit fantasievollen Namen wie Wegezin, Spantekow und Drewelow geht die Fahrt über das weitaus weniger kreativ klingende Blumenthal nach Ueckermünde. Dort ist der Marktplatz gleichzeitig Straße und Schaubühne für die Klassiker. Über die kuriose Klappbrücke in der Ortsmitte führt der Weg zur nächsten Wertungsprüfung. Die findet auf militärischem Sperrgebiet bei der Artilleriekaserne Karpin statt, Reporter und Begleitfahrzeuge müssen deshalb leider draußen bleiben. Späteres Nachzählen beweist aber: Allen Teilnehmer gelingt es, herumfahrenden Panzern und etwaigen Minenfeldern großräumig auszuweichen.

Hamburg-Berlin-Klassik: Tag 2

Hamburg-Berlin-Klassik 2014: Tag 2 Hamburg-Berlin-Klassik 2014: Tag 2 Hamburg-Berlin-Klassik 2014: Tag 2


Scirocco I macht dank Platztausch Plätze gut

Der extrem seltene Jaguar Lightweight E-Type kann der Fotolinse nicht entfliehen.

©Uli Sonntag

40 Plätze in der Gesamtwertung macht das Team Schweins/Hornig beziehungsweise Hornig/Schweins gut. Der Namenstausch hat mit einem internen Platztausch zu tun: Am ersten Tag will Esther Schweins lieber selbst fahren, da ihr das Navigieren mit dem Roadbook zu kompliziert erscheint. Am Freitag dann nimmt sie kurzentschlossen den Job auf dem Beifahrersitz an. Im Klassement schiebt sich der 37 Jahre alte VW Scirocco 1 GLi nach dieser Entscheidung von Platz 105 auf Rang 62. Zwischenfazit der Schauspielerin: Die Teamchemie mit Andreas Hornig stimmt. Und auch wenn sie am sonnigen Donnerstag gern in dem roten Golf Cabriolet gesessen hätte, ist sie am wechselhaften Freitag heilfroh über das Blechdach ihres flachen goldfarbenen VW. Ein Dach war auch bei der Wertungsprüfung 11 an der Sportarena in Stettin, dem Tagesziel, von Vorteil. Der erwartete Zuschauerandrang wegen der gleichzeitig stattfindenden "Baja Polen Cross Country WM" bleibt aufgrund des lästigen Regenwetters größtenteils aus. So können die Teilnehmer wenigstens ohne Druck von außen die letzte Prüfung des Tages bewältigen.

Hamburg-Berlin-Klassik: Start frei zur 1. Etappe

Im Technikmuseum von Stettin werden Preise für die ersten Prüfungen verliehen.

©Sven Krieger

Am Freitagabend dann hat Frank B. Meyer (Stellvertretender Chefredakteur AUTO BILD KLASSIK) die Ehre, im Rahmen des Autostadt-Fahrerfestes die Gewinner der ersten 13 Wertungsprüfungen auszuzeichnen, während fast alle Rallyefahrer den Abend gemütlich ausklingen lassen. Die Lokalität könnte kaum besser gewählt sein, das Stettiner Museum für Technik und Kommunikation ist ein ehemaliges Straßenbahndepot, das zu einem großen Ausstellungshaus umgebaut wurde. Für freitagabendliche Unterhaltung sorgt neben der Preisverleihung selbst eine polnische Jazzband. Und die vielen Museums-Exponate von polnischen Autos, Motorrädern, Bussen und Straßenbahnen (von denen einige sogar die Teilnehmer zum Hotel transportierten) lassen selbst Oldtimer-Experten staunen. Das leidenschaftliche Plädoyer für das Fahren in der Sanduhrklasse, also unter dem Einsatz rein mechanischer Geräte zur Zeit- und Wegmessung, von Otto-Ferdinand Wachs (Geschäftsführer Autostadt GmbH) erntet während der Award-Show viel Applaus.

Sonne, Regen, Sonne – der Rhythmus stimmt

Vor der Marienkirche im westpolnischen Chojina schiebt der Jaguar Mk II vorbei.

Am nächsten Morgen hat der Wettergott ein Einsehen mit der Rallye, und die Teilnehmer werden beim Start an den Hakenterrassen auch von Sonnenstrahlen begrüßt. Am Start drängt sich die Frage auf: Wie passen rabaukenhafte "Fuzzy Dice" (Plüsch-Würfel, Kennzeichen für Autofahrer, die sich an der Ampel gerne zu einem spontanen Rennen herausfordern lassen) am Rückspiegel zu dem spießigen Wackeldackel auf der Hutablage des Opel Kadett B mit der Startnummer 109? Christian Köppen, der den 54-PS-Opel mit seiner Frau Gabriele zusammen fährt, erklärt: "Die Würfel sind von dem Ford, mit dem wir eigentlich starten wollten." Und der Wackeldackel ist aus dem Kadett nicht wegzudenken. "Der gehört dazu. Das ist ein Glücksbringer." Na dann, auf zum Etappenziel am Samstagmittag: Die Ausstellung "Ostbrandenburg Mobil" auf dem Flugplatz Neuhardenberg. Das dort gleichzeitig stattfindende Treffen mit Volksfestanklang passt super zur Rallye und stellt ebenfalls einige Oldtimer aus, sowohl fahrend, als auch fliegend. Und die letzte Etappe nach Berlin wird mit einer 1,7 Kilometer langen Wertungsprüfung auf der Landebahn eingeleitet. Fast wie bei einem Dragster-Rennen geht es nur geradeaus. Doch die Gelassenheit, mit der der siebenfache deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle seinen Skoda vom Start wegrollen lässt, beweist zwei Dinge, die auf die HBK besonders zutreffen: Der Weg ist das Ziel, und wer gemessenen Tempos fährt, hat mehr von der Strecke.
Das Starterfeld: Alle Autos, alle Teilnehmer

Hamburg-Berlin-Klassik: Tag 3

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Datum 1. Teiletappe 2. Teiletappe
28. August Hamburg – Boltenhagen Boltenhagen – Warnemünde
29. August Warnemünde – Stolpe Stolpe – Stettin (PL)
30. August Stettin (PL) – Neuhardenberg Neuhardenberg – Berlin

Autoren: , Jonathan Blum

Fotos: Uli Sonntag, Sven Krieger

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