Jaguar E-Type Zero: Fahrbericht

Jaguar E-Type Zero: Fahrbericht

So fährt der elektrische E-Type

Ab 2020 bietet Jaguar Classic den historischen E-Type als Elektroauto an. Der E-Motor leistet 258 PS. So fährt sich der E-Type Zero!
Ein elektrischer Jaguar E-Type? Das erfordert zunächst einen gedanklichen Spagat. Es fällt schwer, sich den von vielen als schönstes Sportcoupé aller Zeiten bezeichneten Wagen als E-Auto vorzustellen. Den gab's bislang nur als Reihensechser mit 3,8 bzw. 4,2 Litern Hubraum, zum Ende der Produktionszeit auch noch als 5,3 Liter großen V12 mit knapp 280 PS. Doch spätestens mit der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan im Mai 2018 rollte der elektrische E-Type in die Öffentlichkeit. Den wird man als Jaguar E-Type Zero ab Ende 2020 so auch kaufen können, gebaut von Jaguar Classic. 

Ladebuchse unter der Tankklappe

Neue Zeiten: Statt Kippschalter und Chromarmaturen gibt es ein Hightech-Armaturenbrett aus Carbon.

Das Ein- und Aussteigen in den Jaguar E-Type Zero ist beschwerlich wie beim originalen Modell (1961 bis 1974). Statt der bekannten Kippschalter und Chromarmaturen blickt der Fahrer auf ein Hightech-Armaturenbrett aus Carbon. Hinter dem spindeldürren Holzlenkrad gibt es digitale Instrumente für Geschwindigkeit, Rekuperation und Restreichweite. "Wer will, kann auch sein historisches Cockpit behalten", sagt Tim Hannig, Direktor von Jaguar Land Rover Classic. "Doch dann wird zumindest der Drehzahlmesser gegen einen Bordcomputer ausgetauscht." Die Mittelkonsole ist äußerst puristisch gehalten – mit Induktivladeschale für Mobiltelefon und Drehschalter für die beiden Fahrstufen D und R sowie die Parkposition P. Ans Gestern erinnert nur der verchromte Handbremshebel. Von außen ist der Elektroantrieb allenfalls durch den fehlenden Auspuff zu erkennen. Dass unter der Tankklappe eine Steckdose schlummert, merkt niemand. Wer die endlos lange Motorhaube öffnet, sieht unter klassisch gewölbten Formen ein sehenswertes Stück Hightech. Moderne Abdeckungen begraben unter sich die Elektronik des Range Range P400 PHEV sowie des Jaguar i-Pace.

Gebrauchtwagensuche: Jaguar E-Type

258 PS und 330 Kilometer Reichweite

Kraftpaket: Im E-Type Zero leistet der Elektromotor 190 kW (258 PS).

Ein Tritt auf das gewohnt kleine Gaspedal, und der offene Elektroroadster stürmt los. Der Spurt des Briten ist imposant, das fehlende Röhren von sechs oder zwölf Brennkammern wirkt jedoch skurril und ein wenig verstörend. Dass in dem Probanden keine Servounterstützung verbaut ist, stört nicht. Im Gegenteil, denn der Jaguar E-Type Zero fährt sich tatsächlich ähnlich, wie man es von dem historischen Verbrenner kennt. Einzig die Kraftentfaltung und die Charakteristik der charismatischen Triebwerke fehlt. "Die Elektroversion soll mindestens die Performance bieten, die der originale Wagen hatte", sagt Tim Hannig. Der Elektromotor im E-Type Zero leistet immerhin 190 kW (258 PS). Das 40-kWh-Akkupaket soll je nach Fahrweise eine Reichweite von 330 Kilometern realisieren. Mit den Fahrleistungen des Ursprungsmodells kann der elektrifizierte Doppelsitzer jedoch nicht mithalten. Bei der Beschleunigung liegen beide Modelle mit rund sieben Sekunden auf Tempo 100 noch auf Augenhöhe, doch statt der 242 km/h des Verbrenners wird die Elektroversion bei 180 km/h abgeregelt.

Umbau kostet 70.000 Euro und dauert 80 Stunden

Gut versteckt: Unter der Tankklappe schlummert nun die Steckdose für die Batterie.

Dem JLR-Team geht es aber weniger um den Umbau originaler Verbrenner-E-Types. Auf dem US-Markt gibt es eine Reihe von Fahrzeugen, in die im Laufe der Jahrzehnte nicht nur ein Automatikgetriebe, sondern auch ein V8-Motor von Ford oder General Motors eingebaut wurde. Solche Modelle wollen Tim Hannig und sein JLR-Klassikteam zu E-Autos umbauen – egal ob es sich um Roadster oder Coupés handelt. "Das Wesen des Autos darf sich jedoch nicht verändern", sagt Tim Hannig, "und natürlich bauen wir keine originalen Fahrzeuge mit Matching Numbers oder im Bestzustand um." Der Umbau soll sich rückgängig machen lassen: "Wir bauen den E-Type so um, dass er jederzeit wieder zurückgerüstet werden kann, alles bleibt an seinem Platz und hat den gleichen Bauraum." Rund 70.000 Euro kostet der Umbau selbst, er dauert nur 80 Stunden; vorausgesetzt, man bringt einen eigenen E-Type mit, der sich in gutem Zustand befindet. Man kann den elektrischen Jaguar E-Type auch als Komplettangebot von JLR Classic bekommen. Im Bestzustand kostet er dann jedoch rund 300.000 Euro. 2020 werden die ersten E-Type Zero ausgeliefert.

Jaguar E-Type Zero: Fahrbericht

Autor: Stefan Grundhoff

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