Klassiker der 60er-Jahre — 14.11.2011
Die coolsten Autos der wilden Sixties
Kein anderes Nachkriegsjahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts hat die Welt so schnell verändert wie die 60er-Jahre. Die Auto-Klassiker der wilden 60er lassen uns das bis heute spüren.
Wo beginnt es, wo endet es, dieses irre Jahrzehnt? Bestimmt nicht im Kalender. Die frühen 60er sind im Rückblick noch Nachkriegs-Biedermeier mit Winkern am
Käfer und Toast Hawaii als Gipfel kitzelnder Exotik. Und die späten 60er, das ist gefühlte Neuzeit, fast mehr Moderne als die 70er und 80er: freie Liebe, farbige Fernsehbilder vom Mond und drei Stunden für die Autobahnfahrt von Frankfurt nach Hamburg. Man kann ins Kino gehen, um den "Abschied von gestern" als Film zu erleben, Deutschland 1966, Regie Alexander Kluge. Es reicht aber auch, jung zu sein und in einer Großstadt zu wohnen. Man kann zum Joint greifen, um sich an dieser Zeit zu berauschen, aber notwendig ist das nicht.
Der erste Supersportwagen des Jahrzehnts war der E-Type, enthüllt im März 1961.
Auch Nüchterne sind high in jenen Jahren. Nicht einmal die deutsche Limonade ist gegen Ende der 60er noch, was sie war: Die "Flower-Power-Pop-Op-Cola" lässt im Werbespot Nonnen juchzen und in den Afri-Cola-Rausch verfallen. Die Beatles singen von "Lucy in the Sky with Diamonds", und die Elterngeneration versteht kein Wort. Noch heißt der Bundespräsident Heinrich Lübke ("Equal goes it loose"), der Kanzler bald schon Willy Brandt. Kein Drehbuchschreiber hätte die Szene seines Kniefalls in Warschau zu erfinden gewagt, aber das ist schon 1970, am Anfang eines anderen, windstilleren Jahrzehnts. Oder dauert das Zeitgefühl der 60er nicht länger, mindestens bis 1973, als der Ölschock die Gewissheit des grenzenlosen Fortschritts stoppt? Für die Automobil-Branche ist es so. Über Nacht sind die Typen der 60er Geschichte, selbst der Käfer, den dieses Jahrzehnt zum wahren
Volkswagen machte.
Sieben Liter Hubraum und Frontantrieb waren 1966 eine wilde MIschung, die dem Oldsmobile Toronado viel Respekt brauchte.
Rund vier Millionen Autos sind 1960 in Deutschland unterwegs, 17 Millionen sind es 1970, lauter erfüllte Bürgerträume, denn selbst Arbeiter fühlen sich reich im Westdeutschland der 60er- Jahre. Viele, die zu Beginn des Jahrzehnts noch auf dem Moped saßen, sinken am Ende in die weichen Sessel eines
Opel Rekord oder
Audi 100. Und die Chefs steigen längst nicht mehr aus der
Isabella mit 60 PS, sondern aus dem dreimal so starken
Porsche 911 S oder einem
Mercedes 300 SEL 6.3, der in unglaublichen 7,5 Sekunden von 0 auf 100 schiebt. Viel mehr geht nicht, selbst 40 Jahre später. Luxusdetails wie E-Fenster, Luftfederung, Klimaanlage? Die feinen Wagen der 60er haben es schon. Die Scheibenbremse setzt sich durch in jenen Jahren, die elektronische Benzineinspritzung und der Stahlgürtelreifen, fast auch der Sicherheitsgurt und beinahe sogar ABS und Airbag, aber die Elektronik ist noch nicht ganz so weit. Wann enden sie, die 60er? Vielleicht nie. Denn die Autos sind ja noch da und lassen die wildesten Filme im Kopfkino weiterlaufen. Licht aus, Film ab.
In der Bildergalerie finden Sie 19 Auto-Legenden der 60er-Jahre
Kommentare zum Artikel (3)
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Mercedes 300 SEL 6.3...ein Traum!
Der Beitrag 09.03.2011, 15:38 Uhr ist nicht von mir.
Schöne Fotos von ganz tollen Autos. Bravo AB! Weiter so!
Wer solche Fahrzeuge einmal selber fahren möchte verrate ich einen genialen Trick:
1. Videospiel Gran Turismo 5 mit Lenkrad und Pedalen kaufen (am besten für PS3)
2. Spiel installieren
3. Jaguar E mit erspieltem Geld kaufen
4. Den Jaguar E in 100 % Realität auf der PS3 fahren.