Klassiker mit Heckmotor — 01.05.2011

Die heißen Heckschleudern

Gehört ein Motor nicht doch ins Heck? Die Frage ist längst geklärt. Das war zum Glück nicht immer so. Faszinierende Beispiele der Automobilgeschichte beweisen es.

Geh bloß nicht vom Gas! Sonst schmeißt du ihn weg. Wer je einen frühen Elfer fuhr, auf nasser Piste dazu, weiß davon zu erzählen. Bitterböse werden konnte damals ja sogar ein Käfer. Wenn die Kreiselkraft die Macht übernahm, schoss das schwere Heck nach außen. Der Rest war Schicksal. Physik lässt sich nicht austricksen. Aber sie haben den Heckmotor dann doch gezähmt, die Ingenieure: Mit fein abgestimmten Fahrwerken, mit genau berechneten Stabilisatoren, später mit elektronischen Helferlein wie ESP bekamen sie das Eigenleben der Heckmotoren gut in den Griff. Die Faust im Nacken? Pah, keine Gefahr. Ein 911 von heute hat den Motor immer noch im Heck. Doch der löst nichts Unerwartetes mehr aus, er braucht keine Könner am Steuer mehr.

Vorsicht Drift: Nicht nur frühe Rallye-Elfer erfordern ein Gefühl für die Gesetze der Fahrphysik.

Früher waren die Heckschleudern unberechenbar. Sie untersteuerten, um dann gemein auszubrechen. Der Mann, die Frau am Steuer musste bei schneller Fahrt stets hellwach sein. Dabei war es nicht der Rennsport, der den Motor einst nach hinten geschoben hatte. Es war Carl Benz, der in seinem Patent-Motorwagen an der Hinterachse den nötigen Platz fand. Beim Käfer zählten später Preis und Gewicht – immerhin braucht diese Lösung keine Kardanwelle. Heckmotor-Autos haben ihren ureigenen Charakter. Und der ist meistens ziemlich stark – hier sind die Beweise.

Lesen Sie alles zu Porsche 356 Speedster, Fiat Abarth 595 SS, BMW 700 LS, VW 1303 S, Simca Rallye 2, Renault Dauphine 1093 und NSU Prinz TT oben in der Bildergalerie – oder klicken Sie auf die Links in der Tabelle!

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gildo
05.07.2011, 06:10Uhr

Meine verflossene Alpine Renault Turbo (1985) lief besser als mein damaliger Porsche Turbo (1986). Konzeptionell waren beide meinem Mittelmotor-Lotus Europa (1971) sowas von unterlegen - da konnte gar kein Wettbewerb entstehen... Dennoch auf winkligen Strassen war ein gut abgestimmer Heckmotor-Simca 1000 wohl das schnellste Auto das ich jemals gefahren bin. Aber nur dort. Ein heutiger 911 ist völlig eingebremst -so kann auch der Vollkasko-Fuzzi etwas Rennmystik geniessen.

@nasty
16.05.2011, 10:10Uhr

Richtig, die Alpinen von Renault waren genial. Der Alfa Romeo 1600 Zagato Junio sollte auch nicht fehlen: http://tinyurl.com/6lb6aks

Thema Werbung: Ich lasse schon lange sämtliche Werbung durch "AdBlocker" verhindern.

GH75
16.05.2011, 08:59Uhr

Meine Eltern hatten gleich drei "normale" Simca 1000. Bis auf den Rost war das kein schlechtes Auto und sogar der Kinderwagen passte vorne in den Kofferraum ;-)

nasty
16.05.2011, 00:18Uhr

......und was ist mit den Alpinen von Renault ???
110 er
310 er
610 er
den 850er Spider oder den Venturis ???

.....nochwas : Euro Werbebanner sind echt zum kotzen !!!
Wer will auf einer Oltimerseite mit Werbung von Koyota und Co belästigt werden ???

prati323
15.05.2011, 10:14Uhr

An sich ein hochinteressanter Artikel...aber die Renault Dauphine in 8 sec von 0 auf 100?

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