Die Lieblings-Oldies der Deutschen 2015

Klassiker-Ranking: Die beliebtesten Oldtimer 2015

— 27.05.2016

Die Lieblings-Oldies der Deutschen

In Deutschland wächst die Liebe zu Oldies weiter. Auch 2015 stieg die Zahl der Oldtimer mit H-Kennzeichen an. Diese Klassiker betören uns am meisten.

Mercedes stellt sieben der Top-15-Zulassungen bei den Oldtimern.

Immer mehr Autobesitzer in Deutschland entdecken ihre Liebe zum Oldtimer. Zum Jahreswechsel 2015/2016 waren laut einer neuer Statistik des VDA 343.958 Pkw mit H-Kennzeichen gemeldet. Das sind 10,7 Prozent mehr als vergangenes Jahr und so viele wie noch nie. Schon zum 1. Januar 2015 war der Bestand um gut elf Prozent gewachsen. Die Gesamtzahl aller historischen Kraftfahrzeuge mit H-Kennzeichen – dazu zählen neben Pkw auch Nutzfahrzeuge, Zugmaschinen und Motorräder – liegt bei rund 388.000. Das historische Kennzeichen wird Fahrzeugen erteilt, die technisch einwandfrei sind, sich im originalen Zustand befinden und mindestens 30 Jahre alt sind.

Zehn Dinge, die in jeden Klassiker gehören

Käfer nicht wegzudenken

In Deutschland ist der Käfer auch fast 40 Jahre nach dem Produktionsende hierzulande der beliebteste Oldie.

Die VDA-Rangliste der Oldtimer führt, wie kann es anders sein, der VW-Käfer an: 32.750 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen bedeuten ein Plus von knapp sieben Prozent. Der Mercedes-Benz Typ W 123 steht klar auf Platz zwei mit 17.534 Fahrzeugen. Auch der Mercedes-Benz Roadster SL R 107 hält seine Position und ist mit 11.325 Fahrzeugen der dritthäufigste Oldtimer in Deutschland. Am stärksten wuchsen die Zahlen beim VW Golf: plus 35 Prozent auf 4519 Exemplare. Neben dem Golf wird auch ein anderes frühes Volumenmodell immer beliebter, nämlich der Opel Kadett, von dem 4280 Fahrzeuge aller Typen mit H-Kennzeichen unterwegs sind. Etliche Fans hat auch der Trabi: 2015 gab es 2032 Trabants mit H-Kennzeichen. Der Trabant findet sich allerdings erst auf Platz 21, was vor allem daran liegen dürfte, dass sich für die Autos mit geringem Hubraum das H-Kennzeichen nicht lohnt. 

Kult um Autos der 70er und 80er

Porsche schafft 2015 den dritten Platz der Oldies mit nun 21.305 Fahrzeugen.

Auch die Rangliste der Marken spiegelt die Beliebtheit der Fahrzeuge von Daimler (83.304 Pkw) und Volkswagen (64.677) wieder. An dritter Stelle folgt Porsche mit nun 21.305 Fahrzeugen. "Die Volumenmodelle der 70er und 80er Jahre bekommen zunehmend Kultstatus und werden immer mehr auch als echte Oldtimer betrachtet. Ihre meist jüngeren Besitzer, die die Fahrzeuge hegen und pflegen, bewahren damit ein wichtiges Stück neuerer automobiler Alltagsgeschichte“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er betonte, wie wichtig das H-Kennzeichen für das Auto als Kulturgut ist: "Das H-Kennzeichen hat seit seiner Einführung viel dazu beigetragen, dass sich immer mehr Menschen um den Erhalt historischer Fahrzeuge bemühen.“

Die beliebtesten Oldtimer 2015: Mängel-Check

Porsche 911 Turbo 3.6 Coupé

Viele Oldtimer-Besitzer verzichten aufs H

Solch ein geniales Kennzeichen ist sicher Grund genug, aufs H zu verzichten.

Doch nicht jeder Halter legt Wert legt auf die Auszeichnung des Autos als historisch, oder scheut vielleicht gar das dafür nötige Gutachten. Schließlich sieht der Gesetzgeber die Vergabe des H-Kennzeichens nur für Fahrzeuge vor, die technisch einwandfrei sind und sich im Originalzustand befinden. Viele alte Fahrzeuge, die im Alltagsbetrieb eingesetzt werden, erfüllen diese Kriterien nicht. Zudem rechnet sich das H-Kennzeichen nicht bei Autos mit geringem Hubraum. Regulär zugelassene Autos mit einem Hubraum unter 800 Kubikzentimeter kosten weniger Kfz-Steuer als der Einheitssteuersatz von 191 Euro für Oldtimer mit H-Kennzeichen. Schließlich gilt auch: Wer seinen Oldie nicht das ganze Jahr über bewegt, fährt oft mit einem Saisonkennzeichen günstiger. Und letztlich wurden schon Mitte der 80er-Jahre viele Autos mit Abgasreinigung über einen Kat versehen, was ebenfalls den Betrieb zu einem überschaubaren Steuersatz möglich macht. Auch das Festhalten an den alten DIN-Kennzeichen ohne blauen Europa-Streifen ist sicher ein Grund für viele Halter, den Wechsel zu einem neuen Kennzeichen zu scheuen.

Vorm Gebrauchtwagen zum Oldie

Der Trabi wird wegen seiner niedrigen Besteuerung nur selten mit H-Kennzeichen gefahren.

Tatsächlich haben derzeit nur knapp 28 Prozent der angemeldeten Golfmodelle, die über 30 Jahre alt sind, ein H-Kennzeichen. Beim Kadett sind es nur gut 36 Prozent, beim VW Bus rund 54 Prozent. Es gibt aber mehrere Gründe, warum nicht jeder Halter das H fürs Kennzeichen will.Insgesamt sind nur 13,1 Prozent aller 13.436 über 30-jährigen Trabis mit dem H-Kennzeichen als Oldtimer geadelt.

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