Klassik-Test

Fiat 500 K Furgoncino Mini Van VW Typ 147 Fridolin

Kleinlieferwagen im Test

— 25.02.2014

Die süßen kleinen Laster

Kleine Kombis für große Aufgaben – Citroën AK 400, Fiat 500 K Furgoncino, Kalmar 441 B Tjorven, Mini Van und VW Fridolin waren ihrer Zeit meilenweit voraus. AUTO BILD Klassik versucht, sie einzuholen.

Noch heute sind sie unglaublich praktisch: kleine Lieferwagen. Mal eben zum Baumarkt. Oder Gartenabfälle entsorgen. Oder mit der Studentenbude umziehen. Heute, da wir Zweite-Reihe-Parker täglich zum Teufel wünschen, wären Fiat und Mini die idealen Kleinsttransporter: Mit ihren schmächtigen Figürchen könnten sie sich neben jede Parkreihe schmiegen, würden im Citygewusel weder stören noch auffallen. Die Kasten-Ente, der Schwedenfrachter Kalmar und der Postbote Fridolin plustern sich da schon breiter auf. Als unsere Stadtstraßen noch nicht den rollenden Warenlagern dienten, vermisste sie eigentlich niemand.

Putzig und praktisch

Praktisch, putzig, populär – und nur ganz selten an einem Fleck zu sehen: fünf dienstbare Geister. Lisa überlegt noch, in welchem sie ihre Aprikosen holen würde.

©U. Sonntag

Diese Wägelchen mit den geschlossenen hinteren Seitenscheiben verkauften sich allenfalls in Skandinavien in größerer Zahl. Vorteil dort: Sie sparten Steuern. Auch bei uns war ihr Unterhalt damals sehr günstig, denn sie galten als Lkw und wurden nach Zuladung besteuert – und die war gering. Heute sind sie selten wie ein kostenloser Parkplatz im Stadtzentrum. Als echter Exot in unseren Breiten gilt der Kalmar 441 B mit seinem jaulenden DAF-Riemenantrieb. Deutlich populärer war und ist Citroëns Kasten-Ente AK 400. Der schlichte Mini Van fährt hier mit Linkslenkung vor – richtig selten, so was. Rarer noch als der VW Typ 147 "Fridolin", den Westfalia einst 6000-mal für die Post baute. Und den Fiat 500 kennen wir zwar noch als Kombi namens Giardiniera ("Gärtnerin") – aber als Kleinstlaster? Wir laden Sie herzlich ein: zum Einladen. Die ausführlichen Einzeltests der Kleinlieferwagen finden Sie hier:

Bei den Vorfahren von Kangoo, Caddy & Co hatte der Mini schon das optimale Baukonzept, was ihm heute den ersten Platz. einbringt.

©U. Sonntag

  Die fünf Testwagen sind Meilensteine der Technik. Denn mit ihnen betraten ihre Hersteller allesamt Neuland. Sie verteidigten die Bauweisen wie Weltanschauungen: Motor vorn, Antrieb vorn. Motor hinten, Antrieb hinten. Zweizylinder. Vierzylinder. Reihenmotor. Boxer. Luft- und Wasserkühlung. Jeder reklamierte für sich das beste Konzept. Heute sind wir schlauer. Die Mini-Idee mit wenig Maschinenraum hat sich durchgesetzt. Dafür haben die Praktiker von vorgestern eines serienmäßig: Charakter! Sie zeigen ihn durch prägnanten Auf- und Antritt. Wo finden wir heute so was? Nicht im Prospekt, selten auf der Straße. Oder müssen erst wieder Jahre vergehen? Das ist zu befürchten.

Begleiten Sie unseren Vergleichstest oben in der Bildergalerie!
Die Punktewertung Mini Van VW Fridolin Citroën AK 400 Kalmar Fiat 500
Spaßfaktor
Temperament 8 6 4 6 4
Sound 7 4 3 5 4
Handling 9 7 6 7 8
Zwischenergebnis 24 17 13 18 16
Kuschelfaktor
Sitze 5 6 4 2 5
Federung 6 7 8 7 6
Platzangebot/Variabilität 5 8 7 8 2
Zwischenergebnis 16 21 19 17 13
Neidfaktor
Qualität 3 4 3 4 2
Design 8 6 5 4 7
Image 8 6 7 3 7
Zwischenergebnis 19 16 15 11 16
Gesamtergebnis 59 54 47 46 45

Diether Rodatz

Diether Rodatz

Fazit

Die fünf flinken Früchtchen waren damals auf dem richtigen Weg. Bei den Vorfahren von Kangoo, Caddy & Co hatte der Mini schon das optimale Baukonzept, was ihm heute den ersten Platz einbringt. Obwohl es an Ladehöhe und Zuladung fehlt. Dank Riesen-Raum fährt Fridolin auf Platz zwei. Kastenente, Tjorven und Furgoncino folgen mit Abstand. Doch nicht vergessen: Lust am (kleinen) Laster bieten alle fünf.

Fotos: U. Sonntag

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