Lustkraftwagen — 20.07.2010
Autos der Sünde
Das Benzin war billig, Sex noch Sünde und Aids kein Thema: St. Pauli in den 70er Jahren. Nie zuvor und danach waren Autos und Gestalten so schillernd. Ein Blick zurück auf das Milieu der Macker, Miezen und Motoren.
Am Morgen des 14. September 1984 duckt sich ein schwarzer Pontiac Firebird auf den Asphalt eines Garagenhofs. Auffallendes Foliendekor in Goldmetallic ziert die Flanken des 6,6-Liter-Coupés, Rockmusik dudelt aus der teuren Pioneer-Anlage. Peter Pfeilmeier, genannt "Bayern-Peter", hört das nicht. Auch das Klopfen des Diakons, dessen Garage er blockiert, erreicht ihn nicht mehr. Peter Pfeilmeier ist tot. Kopfschuss. Hingerichtet von hinten. "Irgendwie ist der Außenspiegel im Verhältnis zum Sportwagen viel zu klein", hatte sein Mörder gesagt. Während die Hamburger Milieugröße den Blick nach links wendet, kracht der Schuss. Als später die Polizei den Pontiac auf einen Abschleppwagen zieht und mitsamt der Leiche quer durch Hamburg fährt, rollt auch die Justizmaschinerie an. Sie beendet die wohl schillerndsten Karrieren in der Geschichte des Milieus. Sex, Geld und Koks spielen eine Rolle. Und Autos. Viele Autos. Keine kleinen, keine billigen. Sondern solche, die Geschichte(n) schreiben.
Kommentare zum Artikel (19)
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Schicke Wagen, aber das malen sollte der Schöne Klaus besser sein lassen.
Der mit Abstand häufigste Ludenschlitten damals war eindeutig der W116 und ich behaupte mal das sich dieser Benz davon imagemäßig und preislich nie wirklich erholt hat. Ebenso die Corvette die zwar als Ludenkarre schlechthin gilt, aber trotzdem viel seltener war als der W116.
Es gibt Artikel die sich die AB echt sparen kann. Diesen hier zum Beispiel!
@ Kire: vielleicht einfach mal das Maul halten wenn man keine Ahnung hat...
die heutige Zuhälterei von den Albanern und dem anderen Gesocks hat nichts mit den Kiez-Geschichten anno 70' und 80' gemein...
guck dir mal die Reportage "Ich bin ein göttlicher Zuhälter" an und dann red weiter...
Bildung aus der Bild ich fass es nicht.
Toll ! Heldenhafte Darstellung von Leuten die Mädels vergewaltigen (das sogenannte "Einreiten"), bedrohen und erpressen. :(((
Wirklich "cool" diese Typen. Igitt. Offensichtlich durfte der Autor nicht nur vom Auto mal "kosten". Null, wirklich null journalistisches Elan.