Maserati Biturbo Spyder
— 27.02.2009Kleines Auto, großer Name
So klein und schon ein Maserati? Stimmt: Der Biturbo Spyder sieht zwar nicht danach aus, aber er ist ein richtiges italienisches Vollblut. Heute ist der Maserati für das Geld eines neuen Smart fortwo Cabrios zu haben.
Der Maserati trägt den Nerz nach innen
Innen verwöhnt der zweisitzige Spyder mit üppigem Mobiliar, gerafftem Schweinsleder, Alcantara-verkleidetem Verdeck und einer echten Maserati-Uhr. Es gab Kunden, die waren so scharf darauf, dass sie das Auto drumherum einfach mitkauften. Beim Fahren dominiert klassischer Turbocharakter: Untenherum ist nicht viel los und wenig später vielleicht schon zu viel, denn ab 3000/min setzt vehementer Schub ein. Das kann dazu führen, dass in engen Kurven schon mal blitzartig das Heck ausbricht. Bei sensiblem Umgang mit dem Gaspedal fährt es sich im Maserati freilich durchaus angenehm – komfortabel, auch bei offenem Verdeck relativ windgeschützt und voll klimatisiert. Nur sollte sich niemand wundern, dass sich das Offenauto auf Nebenstraßen bisweilen sichtbar verbiegt: Verwindungssteifigkeit gehört nicht zu den Stärken des Spyder.
Ein rassiger Italiener mit Star-Allüren
Das Vergnügen, einen Maserati zu fahren, ist nicht billig, was sich nicht zuletzt an der Tankstelle bemerkbar macht. Bei Maserati-gemäßer Fahrweise saugt der Biturbo-V6 locker 14 Liter auf 100 km aus dem Tank, sodass selbst 83 Liter Inhalt zügig zur Neige gehen. Aber auch der Unterhalt kann teuer sein, vor allem, wenn das Auto in einem weniger als hundertprozentigen Zustand ist. Ein Turbolader etwa, in den ersten Baujahren gern defekt, kommt auf rund 1400 Euro, und sollte der Rost den vorderen Kotflügel zerstört haben, sind für das Teil etwa 700 Euro fällig. Überhaupt ist Rost beim Biturbo kein Fremdwort. Besonders herzhaft nagt er an den Jahrgängen bis 1987, als verstärkter Korrosionsschutz Einzug hielt.Auch die Technik hatte anfangs ihre Schwächen: eingelaufene Nockenwellen, Ölverlust, verstellte Vergaser. Und verdammt sei der Vorbesitzer, der nicht pünktlich den Zahnriemen wechselte (alle 40.000 Kilometer). Die gute Nachricht: Gut behandelte V6-Motoren, die sorgfältig warm gefahren und nicht gedroschen wurden, schaffen ohne größere Revision 200.000 Kilometer und mehr. Die noch bessere: Ordentliche Angebote finden sich bereits im Bereich von 12.000 Euro – meistens übrigens in der Zweiliter-Variante. Die gab es offiziell nur in Italien, fand aber häufig den Weg über die Alpen. Und sie gilt als die etwas zuverlässigere Alternative.
Technische Daten Maserati Biturbo Spyder 2,5: V6-Motor • eine oben liegende Nockenwelle pro Zylinderreihe • zwei Turbolader • Hubraum 2491 ccm • 142 kW (192 PS) bei 5800/min • max. Drehmoment 299 Nm bei 3000/min • Fünfganggetriebe • Hinterradantrieb • Scheibenbremsen vorn und hinten • Reifen 195/60 VR 14 • Länge/Breite/Höhe 4039/1714/1305 mm • Radstand 2400 mm • Querlenker und McPherson-Federbeine vorn, Schräglenker hinten • Leergewicht 1247 kg • Beschleunigung 0–100 km/h in 7,5 s • Spitze 214 km/h • Verbrauch 14 l Super/100 km • Neupreis (1986) 67.260 D-Mark.
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