Maserati Biturbo Spyder

Maserati Biturbo Spyder Maserati Biturbo Spyder

Maserati Biturbo Spyder

— 27.02.2009

Kleines Auto, großer Name

So klein und schon ein Maserati? Stimmt: Der Biturbo Spyder sieht zwar nicht danach aus, aber er ist ein richtiges italienisches Vollblut. Heute ist der Maserati für das Geld eines neuen Smart fortwo Cabrios zu haben.

Wollen Sie wissen, was Understatement ist? Dann sehen Sie sich die Bilder an. Mehr untertreiben als der Maserati Biturbo Spyder kann ein Auto nicht. Wie geschaffen für alle, die ihren Nerz lieber innen tragen. Als er 1986 erstmals nach Deutschland kam, vermuteten manche Snobs, Lada hätte ein Cabrio aufgelegt. Aber genau das ist sein Reiz – ein Fall für Kenner. Die zierliche Karosserie, nur vier Meter lang, stammt von Zagato. Unter der Haube arbeitet ein kleines italienisches Vollblut: 2,5-Liter-V6, 18-Ventiler, zwei Turbos. Das langt für 192 PS, einen guten Sound und angemessenes Temperament. Macht nichts, dass ein gewöhnliches BMW 325i Cabrio fast genauso gut ging und wenig mehr als die Hälfte kostete. Exklusivität hat eben ihren Preis. Und ab 1988 gab es auch mehr PS, bis zu 245 sogar.

Der Maserati trägt den Nerz nach innen

Maserati-Fans schätzen die inneren Werte: Holz, Leder und die berühmte Maserati-Uhr

Innen verwöhnt der zweisitzige Spyder mit üppigem Mobiliar, gerafftem Schweinsleder, Alcantara-verkleidetem Verdeck und einer echten Maserati-Uhr. Es gab Kunden, die waren so scharf darauf, dass sie das Auto drumherum einfach mitkauften. Beim Fahren dominiert klassischer Turbocharakter: Untenherum ist nicht viel los und wenig später vielleicht schon zu viel, denn ab 3000/min setzt vehementer Schub ein. Das kann dazu führen, dass in engen Kurven schon mal blitzartig das Heck ausbricht. Bei sensiblem Umgang mit dem Gaspedal fährt es sich im Maserati freilich durchaus angenehm – komfortabel, auch bei offenem Verdeck relativ windgeschützt und voll klimatisiert. Nur sollte sich niemand wundern, dass sich das Offenauto auf Nebenstraßen bisweilen sichtbar verbiegt: Verwindungssteifigkeit gehört nicht zu den Stärken des Spyder.

Ein rassiger Italiener mit Star-Allüren

Schön und schlicht: Die Form des Spyders kommt von Zagato.

Das Vergnügen, einen Maserati zu fahren, ist nicht billig, was sich nicht zuletzt an der Tankstelle bemerkbar macht. Bei Maserati-gemäßer Fahrweise saugt der Biturbo-V6 locker 14 Liter auf 100 km aus dem Tank, sodass selbst 83 Liter Inhalt zügig zur Neige gehen. Aber auch der Unterhalt kann teuer sein, vor allem, wenn das Auto in einem weniger als hundertprozentigen Zustand ist. Ein Turbolader etwa, in den ersten Baujahren gern defekt, kommt auf rund 1400 Euro, und sollte der Rost den vorderen Kotflügel zerstört haben, sind für das Teil etwa 700 Euro fällig. Überhaupt ist Rost beim Biturbo kein Fremdwort. Besonders herzhaft nagt er an den Jahrgängen bis 1987, als verstärkter Korrosionsschutz Einzug hielt.

Auch die Technik hatte anfangs ihre Schwächen: eingelaufene Nockenwellen, Ölverlust, verstellte Vergaser. Und verdammt sei der Vorbesitzer, der nicht pünktlich den Zahnriemen wechselte (alle 40.000 Kilometer). Die gute Nachricht: Gut behandelte V6-Motoren, die sorgfältig warm gefahren und nicht gedroschen wurden, schaffen ohne größere Revision 200.000 Kilometer und mehr. Die noch bessere: Ordentliche Angebote finden sich bereits im Bereich von 12.000 Euro – meistens übrigens in der Zweiliter-Variante. Die gab es offiziell nur in Italien, fand aber häufig den Weg über die Alpen. Und sie gilt als die etwas zuverlässigere Alternative.

Technische Daten Maserati Biturbo Spyder 2,5: V6-Motor • eine oben liegende Nockenwelle pro Zylinderreihe • zwei Turbolader • Hubraum 2491 ccm • 142 kW (192 PS) bei 5800/min • max. Drehmoment 299 Nm bei 3000/min • Fünfganggetriebe • Hinterradantrieb • Scheibenbremsen vorn und hinten • Reifen 195/60 VR 14 • Länge/Breite/Höhe 4039/1714/1305 mm • Radstand 2400 mm • Querlenker und McPherson-Federbeine vorn, Schräglenker hinten • Leergewicht 1247 kg • Beschleunigung 0–100 km/h in 7,5 s • Spitze 214 km/h • Verbrauch 14 l Super/100 km • Neupreis (1986) 67.260 D-Mark.

Autor: Wolfgang König

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