Mazda MX-5 — 09.02.2009
Das Revival des Roadsters
Der MX-5 kam – und Europa erwachte aus dem Cabrio-Schlaf. Heute ist der spartanische Zweisitzer ein günstiger Einstieg ins Offenfahren. Ab 5000 Euro ist ein gut erhaltener Mazda MX-5 zu haben.
Der Mazda MX-5 war 1990 heiß begehrt
Der MX-5 war im Nu ausverkauft, wurde mit Aufpreisen gehandelt und hatte Lieferfristen wie sonst nur ein Mercedes. Im bewegenden Sommer 1990, als Deutschland den Fußball-WM-Titel und seine Einheit feierte, war mein roter MX-5 – zumindest gefühlt – das meistbegaffte Auto der Stadt. Nach den Cabrio-feindlichen 80er-Jahren genügte dieser einsame Japaner als Zündfunke, um eine alte europäische Leidenschaft wieder zu entflammen: die Lust auf den Roadster. Im Windschatten des Mazda-Erfolgs wagten sich andere in die riskante, aber so imageträchtige Nische: BMW Z3, Mercedes SLK, Fiat Barchetta ...
Englisches Roadster-Rezept: laut, eng, tief
Das Geheimnis seines Erfolgs ist zugleich sein Auslesekriterium. Der MX-5 ist eng, laut, tief und hat fast keinen Kofferraum. Jede Sprudelkiste beim Samstag-Einkauf muss auf den Beifahrersitz. Oder auf den Beifahrer. Fertig. Ist der Mazda zu klein, bist du zu weich. Also drückte ich mich tief, jeden Millimeter ausnutzend, in die festen Sitze, duckte mich vor dem Dachbügel genau überm Kopf – es musste einfach gehen. Es musste, weil der Mazda das Erlebnis "Autofahren" in reinster Form bietet. Der Hintern knapp überm Asphalt, die Lenkung so zackig, als wolle sie den Asphalt zersägen. Die superkurzen Schaltwege – klick, klick – gelten bis heute als Maßstab für schnelle Gangwechsel. Und die Motoren, egal ob 90 oder 131 PS, reichen völlig für seine eigentliche Bestimmung: Fahrspaß, hier, sofort, vom ersten Meter an.
Zweite Generation komfortabler
Wer Langstrecken mit Dauervollgas angeht, den prügelt der MX-5 mit seiner harten Federung und dem tosenden Fahrtwind schnell weich. Dieser Roadster singt dir das Lied der Straße immer, in jeder Sekunde, auch dann, wenn du's nicht mehr hören willst. Deshalb hegen Mazda-Fahrer trotz aller Verliebtheit insgeheim stille Wünsche: mehr Platz, mehr Komfort, vielleicht eine Glasheckscheibe – alles Dinge, die der zweite MX-5 ab 1998 besaß. Wie schön, dass die Japaner dennoch am spartanisch-knappen Grundrezept ihres Trendsetters festhielten. Der Ur-Typ wurde mit 433.963 gebauten Exemplaren der populärste Roadster aller Zeiten – und mit seinen Schlafaugen allmählich ein gesuchtes Original.Technische Daten Mazda MX-5: Vierzylinder, Reihe, vorn längs • zwei oben liegende Nockenwellen • Hubraum 1598 ccm • 85 kW (115 PS) bei 6500/min • max. Drehmoment 135 Nm bei 5500/min • Fünfganggetriebe • Hinterradantrieb • Scheibenbremsen, vorn innenblüftet • Reifen 185/60 R 14 • Länge/Breite/Höhe 3948/1676/1224 mm • Radstand 2265 mm • Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern vorn und hinten • Leergewicht 955 kg • Beschleunigung 0–100 km/h in 8,7 s • Spitze 195 km/h • Verbrauch 7,8 l Normal/100 km • Neupreis (1990) 35.500 D-Mark.
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