Mazda RX-7 Porsche 924 S

Mazda RX-7 gegen Porsche 924 S

— 25.10.2010

Original und Fälschung

AUTO BILD Archiv-Artikel 27/1986: Die Ähnlichkeit verblüfft: Stünden nicht Name und Typenbezeichnung un­übersehbar an Bug und Heck, fast jeder würde den Mazda als ein Modell von Porsche identifizieren.

Der neue Mazda RX-7 ist stilistisch eine Mischung aus Porsche 928 und 924 – nicht ganz so aggressiv wie der 100.000-Mark-Supersportwa­gen, aber moderner gezeichnet als der schon zehn Jahre alte 924. Die Ähnlichkeit scheint gewollt. Der RX-7 soll genau jene Kunden locken, die sich bislang im Hause Porsche umsahen. Die Eckdaten beweisen das. Preis: 41.800 (Porsche 43.250 DM) D-Mark, Leistung 150 PS (Porsche 150 PS), Höchstgeschwin­digkeit 216 km/h (Porsche 219 km/h). Doch trotz der gleichen Charakterzüge: Im Herzen sind der Mazda RX-7 und der Porsche 924 S grundverschiedene Sportwagen. Unter der Haube des 924 S sitzt der bekannte Vierzylinder-Reihen­motor, der in nahezu gleicher Form auch im 944er Dienst tut.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Im Mazda aber arbeitet ein Triebwerk, das an Genialität prinzipiell nicht zu überbieten ist: Der von dem Deutschen Felix Wankel in den 50er-Jahren konzipierte Kreiskolbenmotor ar­beitet ohne Kurbelwelle, Pleuel und Ven­tile. Anstelle von auf und ab gehenden Kolben verrichtet ein umlaufender Kreis­kolben die kraftspendende Arbeit. Mazda ist übrigens der einzige Hersteller, der diese Antriebsart konstruktiv pflegt – mit unterschiedlichem Erfolg. Zuverlässigkeit ist mittlerweile kein Thema mehr, wohl aber der Verbrauch des Zweischeiben-Wankelmotors. Die Mazda-Techniker haben es immer noch nicht geschafft, den Durst auf ein Maß herun­terzuschrauben, dass Porsche vorgegeben hat: Der mit Katalysator ausgerüstete 924 S verbrauchte durchschnittlich 11,8 Liter Normal-Bleifrei.

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Und auch bei Auto­bahn-Hetze flossen nie mehr als 13,5 Li­ter durch die Einspritzanlage. Die Vergleichswerte des RX-7 dagegen: 14,8 Liter und 17 Liter Normal-Bleifrei. Bei 63 Liter Tankinhalt heisst das auf der Auto­bahn, möglichst alle 350 Kilometer an die Zapfsäule. Das ist ärgerlich, denn der RX­7 ist für hohe Reisegeschwindigkeiten gut. Die Motor- und Windgeräusche wer­den nie lästig. Nur, dem deutschen Kon­kurrenten auf der Autobahn auf den Fersen zu bleiben, das fällt dem Mazda­Piloten schwer. Das liegt am langen fünften Gang. Wer es eilig hat, muss öfter in den vierten zurückschalten. Doppelter Grund, für die exakte und leichtgängige Schaltung dankbar zu sein. Wer den Mazda scheucht, riskiert aller­dings auch einen hohen Ölverbrauch. Bis zu 1,5 Liter auf 1000 Kilometer.

Doch Er­fahrungswerte lehren, dass der Ölver­brauch mit zunehmender Laufleistung des Triebwerks zurückgeht. Der Wankel­motor braucht nämlich eine gewisse Fahr­strecke (zirka 10.000 Kilometer), bis sich die Dichtleisten des Kreiskolbens einge­laufen haben. Die Fahrfreude gibt's aber von Anfang an. Der Mazda hat eine prima leichtgängi­ge und sehr direkte Lenkung. Und: Je schneller man fährt, desto weniger hilft die Servo-Unterstützung. Das bringt ein si­cheres Fahrgefühl bei hohem Tempo. Der 1240 Kilogramm schwere Sportler ist mit dieser Servolenkung auch ungemein handlich. Bei Höchstgeschwindigkeit ver­langt er dennoch etwas Fingerspitzenge­fühl.

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