Mercedes 230.4: Sonntags-Benz im Dauertest

Mercedes 230.4: Dauertester der Redaktion

— 18.08.2017

Sonntags-Benz im Dauertest

Jahrelang fuhr der graublaue Mercedes 230.4 als Sonntags-Benz herum, nun erlebt der Strichacht den Testalltag im AUTO BILD KLASSIK-Dauertest.

Der /8 in Graublaumetallic hat gerade mal 74.989 Kilometern auf dem Zähler.

Als erster Vierzylinder rückt ein Mercedes 230.4 zum vierten Dauertester von AUTO BILD KLASSIK auf. Also ein Auto der Vernunft nach dem BMW 3.0 Si, den er im Redaktions-Fuhrpark ablöst. Gerade mal 74.989 Kilometer hat er zu Testbeginn auf dem Zähler, das im Januar 1976 erstzugelassene Auto wurde bisher nur an Sonntagen gefahren. Als Redaktionsmitglied wird der /8 jetzt an Wochentagen rausmüssen. Und bei Regen. Auch Langstrecken muss er laufen. Wir werden uns daran halten, was der langjährige Besitzer uns zum Abschied mit auf den Weg gab: "Fahren Sie ihn bitte sorgfältig warm."

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Ein Glücksfall in guter Verfassung

Die Armaturenbrett-Oberkante hat sich unter UV-Einfluss bereits sichtbar verfärbt.

Wäre der /8 Englischrot oder Kaledoniengrün, es würde diesen 230.4 wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber er trägt ja weder den Rostumwandler-Ton noch die Erbsensuppen-Farbe, sondern jenes Graublau metallic, Werkscode 906, das damals, vor 41 Jahren, fast 1000 Mark Aufpreis kostete. Entsprechend gut wurde er gepflegt und nur wenig bewegt. Ein Glücksfall, dieser Benz! Auch weil er keine Diesel-Wanderdüne ist und kein zäher 200er mit Automatik, sondern ein handgeschalteter 230.4. Der kommt erst im Ölkrisen-Herbst 1973 ins Mercedes-Programm und gilt als Konsens-/8, der jedem passt, auf der linken Spur mitspielt und nur mäßig trinkt.

Diskussion um den hohen Kaufpreis

Er ist der vierte Dauertester in der Geschichte von AUTO BILD KLASSIK und der erste Vierzylinder.

Am Anfang gibt es Diskussionen: Er soll 12.000 Euro kosten, aber das selbst gesteckte Budget ist vierstellig. Und ja, vor ein paar Jahren gab es so einen 230.4 noch für die Hälfte. Heute beginnen rostfreie Exemplare bei rund 9000 Euro, und auch etwas mehr ist okay für jeden, der noch weiß, dass ein /8 schneller gammelte, als seine Fünftbesitzer pfuschten. Beton im Schweller, Holzbalken in der Tür und nachmodellierte Schweißpunkte aus Heißkleber, all das hat man mit alternden /8 schon erlebt. Michael Henn kennt die Sollbruchstellen. Er ist Auto-Beschaffer im Mercedes-Museum und er ist kritisch. "Eine Drei mit dickem Plus", sagt er zur Zustandsnote unseres 230ers. Nicht weil er Rost gefunden hätte, sondern weil unterhalb der Gürtellinie nachlackiert wurde. Wir sind gespannt, wie sich der neue Dauertester im Redaktionsalltag beweist. Hier die ersten Testeindrücke vom Mercedes 230.4!

Strichacht: Sonntags-Benz im Dauertest





Autor: Christian Steiger

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