Mercedes-Benz 280 SE — 09.04.2010
S-Klasse – aller Luxus Anfang
Irgendwo muss ganz oben beginnen. Bei Mercedes war das über drei Generationen lang der 280 SE. Im Vergleich: der 280 SE der Baureihen W108, W116 und W126.
Mercedes 280 SE – ein Typ für Typen, die es geschafft haben. Das E war ein wichtiges Statussymbol, signalisierte es doch dem Betrachter: Dies ist kein vom Munde abgespartes Basismodell, sondern der Einspritzer. Sportlich, fortschrittlich, innovativ und alles andere als ärmlich. Dabei war der 280 SE immer ein Abbild seiner Zeit, der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Als W108, Mitte der 60er-Jahre, ein eher zurückhaltender Typ. Die CDU-Kanzler Ludwig Erhard (1963-1966) und Kurt Georg Kiesinger (1966-1969) bastelten in aller Bescheidenheit an noch mehr Wohlstand im Lande. Mercedes sprach tiefstapelnd von gehobener Mittelklasse – und meinte
S-Klasse. Protzen stand eben nicht auf der Tagesordnung.
S-Klasse-Meilenstein: der W126
280 für 2,8 Liter Hubraum, S wie Sonderklasse, E wie Einspritzer: So lautete jahrzehntelang die Formel für die meistverkaufte S-Klasse.
Anders beim
W116. Es ging uns besser als gut – und das wollten wir Deutschen zeigen, wagten nebenbei mehr Demokratie und leisteten uns erstmals SPD-Kanzler (Willy Brandt, 1969-1974, Helmut Schmidt, 1974-1982). Zur Hochkonjunktur lieferte Mercedes die
S-Klasse. Prunkvoll rauschte der W116 in die erste Ölkrise (1973) und trat zum zweiten Sprit-Schock (1979/80) ab. Der neue große Mercedes schnallte den Gürtel enger, wurde schlanker, leichter, sparsamer. Wie die S-Klasse, so das ganze Land. Die neue Bescheidenheit machte die Runde, ab 1982 stellte die CDU wieder den Kanzler. Helmut Kohl blieb bis 1998 an der Spitze, der W126 nur bis 1991.
Kommentare zum Artikel (15)
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das auto an sich ist ja nicht schlecht, aber mercedes und besonders auch dieses modell ist heutzutage leider nichts mehr besonderes. färht jeder irgendwie. gibt noch tausend andere schöne luxuriöse limousinen.
ich wohn hauch nach senegal das auto is nie alte
ich leben die s auto
Na @Eisenbär mit den Füßen wurden sowohl die Vergaser- wie auch die Einspritzermodelle gefahren - und bei Beiden hängt der Verbrauch von der Fahrweise des Piloten ab - Ein Auto das "immer gleich viel" verbraucht gab und gibt es nicht - wie soll das auch gehen?
Richtig ist, das bei gleicher Fahrweise der Einspritzer eher weniger verbrauchte als der Sauger - ist auch in den Daten leicht nachlesbar ;-)
Der Griff nach der Vergaserversion war eher davon geprägt, daß man einen Vergaser im Störungsfalle schon mal selber auseinander bauen konnte.
Das "E" war nur bei Journalisten und Möchtegernkennern sehr beliebt. Der ambitionierte Fahrer hingegen verzichtete gerne auf das "E" in der Modellbezeichnung. Und das mit gutem Grund: Bei den Vergasermodellen hatte es der Fahrer im Fuß, ob sein Wagen viel oder wenig Kraftstoff verbrauchte. Bei den Modellen mit dem "E" verbrauchte der Wagen immer gleich viel und zwar wörtlich genommen: Viel und das immer.