Mercury: Ende für Ford-Tochter

Mercury (1949) Mercury Wagon (1949)

Mercury: Ende für Ford-Tochter

— 11.06.2010

Ausverkauf bei Mercury

Zwischen Lincoln und der Mutter ist kein Platz mehr: Ford begräbt zum Jahresende 2010 seine Mittelklassen-Tochter Mercury. Die jüngsten Absatzzahlen sprechen eine klare Sprache.

(dpa/cj) Nach 71 Jahren ist Schluss: Ford verabschiedet sich von seiner Marke Mercury. Die Produktion laufe am Jahresende aus, teilte der Konzern am 2. Juni 2010 in Dearborn (US-Bundesstaat Michigan) mit. Als Grund führte Ford schwindende Verkaufszahlen und eine zu große Nähe zur Stammmarke an. Mercury rangiert eigentlich zwischen der Massenmarke Ford und der Nobelmarke Lincoln. Die Mercury-Kunden sollen zum Umsteigen auf Lincoln bewegt werden. Dazu hat der Konzern eine Modelloffensive angekündigt. Nach unten hin soll ein Kompaktwagen die Palette abrunden. Ford feiert unter der Stammmarke bereits seit langem große Erfolge mit kleineren Autos wie den aus Europa stammenden Modellen Focus und Fiesta.

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Edsel Ford, der Sohn von Unternehmensgründer Henry Ford, hatte Mercury aus der Taufe gehoben, um die gehobene Mittelschicht anzulocken. In den vergangenen Jahren verlor die Marke aber immer mehr an Eigenständigkeit. Viele Autos sind selbst von außen als aufgehübschte Ford zu erkennen. Im Mai 2010 entschieden sich lediglich noch 9100 Amerikaner für ein Auto der im Ausland kaum bekannten Marke. Das sind elf Prozent weniger als noch vor einem Jahr und nur ein Bruchteil ehemals erzielter Zahlen. Zum Vergleich: Von seiner Hauptmarke setzte Ford 175.000 Stück ab. Die letzten Mercury-Fahrzeuge will der Konzern nun mit satten Rabatten den Sommer über losschlagen.

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Hintergrund der Entscheidung ist der stramme Sanierungskurs von Ford-Chef Alan Mulally. Er trennte sich bereits von den europäischen Luxustöchtern Jaguar, Land Rover und jüngst auch Volvo. Der Erfolg gibt ihm Recht: Ford überlebte die schwere Wirtschaftskrise 2009 als einziger der drei US-Autohersteller ohne Staatshilfe. Auch General Motors hat mittlerweile mehrere Marken verkauft oder eingestellt. Bei Chrysler wird darüber spekuliert, ob sich der Konzern nicht von seinem durch die Insolvenz in Verruf geratenen Namen trennt und bei den Autos ganz auf seine wichtigste Marke Dodge, die Geländewagen-Tochter Jeep und die RAM-Trucks setzt.

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