Mille Miglia 2007

Mille Miglia 2007 Mille Miglia 2007

Mille Miglia 2007

— 23.05.2007

Eine Legende feiert 80.

375 Teams, 1000 Meilen – die historische Rallye Mille Miglia zog auch 2007 wieder Fahrer und Zuschauer in ihren Bann. Gesamtsieger wurden die Italiener Viaro/Bergamaschi in einem 1928er Alfa Romeo 6C 1500.

Mille Miglia – das ist die wohl legendärste Rallye Europas. Und die "alte Dame", die zum italienischen Nationalinventar zu gehören scheint, präsentiert sich rüstiger denn je: 375 Teams, mehr als je zuvor, darunter 221 aus dem Ausland, traten vom 17. bis 19. Mai zur Jubiläumsausgabe des dreitägigen Rennens über die 1000-Meilen-Strecke Brescia – Ferrara – Rom – Brescia an. Startberechtigt waren ausschließlich Fahrzeuge, deren Modellreihe im Zeitraum 1927-1957 gebaut wurde und deren Typ mindestens einmal an der Mille Miglia teilgenommen hat.

Das Starterfeld umfasste neben bekannten Marken wie Ferrari, Porsche und Jaguar Raritäten wie Bugatti T23, Stanga 750 Sport und Fiat 8V Zagato. Auch Fahrzeuge, die man eher nicht als Rennteilnehmer vermutet, waren dabei, wie etwa ein Ford A und eine BMW Isetta. So wurde die Strecke zum rollenden Museum mit Autos, die man sonst (wenn überhaupt) nur in gut bestückten Sammlungen zu sehen bekommt. Die klassische Mille Miglia galt seit ihrer Gründung 1927 bis in die ausgehenden 1950er Jahre ebenso wie die Targa Florio und die Carrera Panamericana als eines der wichtigsten Autorennen der Welt – und wurde auf öffentlichen Straßen ausgetragen. Sie gehörte zur 1953 eingeführten Sportwagen-Weltmeisterschaft, bis sie 1957 nach einem tragischen schweren Unfall als Straßenrennen verboten wurde.

40 Sonderprüfungen auf 1600 Kilometern

Mit göttlichem Beistand sollten die 1000 Meilen zu schaffen sein.

Bei der Begeisterung der Italiener für schöne und schnelle Autos – sie müssen dazu nicht unbedingt rot sein, wobei das keineswegs von Nachteil ist – war eine Auferstehung und ein gutes Gedeihen des Klassikers natürlich abzusehen. Bei der "Mille Miglia Storica", die 1977 in Erinnerung an das legendäre Straßenrennen neu aufgelegt wurde und 2007 bereits zum 25. Mal stattfand, geht es nur ein wenig ruhiger zu: Es wird nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit, sondern auf Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit gefahren. Wobei "gleichmäßig" nicht heißt, dass es sich hierbei um eine Spazierfahrt handelt, sondern eher, dass gleichmäßig schnell gefahren wird.

Zum 80-jährigen Jubiläum der "Mille", wie ihre Fans sie liebevoll nennen, war selbst der Wettergott milde gestimmt: Anders als in den Vorjahren gab es pünktlich zum Start keinen Wolkenbruch, sondern äußerst frühsommerliche 28 Grad. Auf der rund 1600 Kilometer langen Strecke durch unberührte Naturreservate und historische Altstädte, die zu den schönsten in Italien gehören, hatten die "Concorrenti" 40 Sonderprüfungen in Form von Zeitfahrten zu absolvieren. Die Teilnehmer mussten zu einer bestimmten Uhrzeit eine Zeitnahme passieren oder eine vorgegebene Strecke in einer vorgegebenen Zeit fahren.

Am Ende siegen fast immer die Italiener

Begeisterte Fans überall: Die Mille Miglia ist in Italien ungemein populär.

Bei der Streckenführung dürfte jedem Italien-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen: Gestartet wurde das erste Fahrzeug am 17. Mai in Brescia, nach einer Runde durch die Altstadt ging es ab auf die gewertete Strecke mit Etappenziel Ferrara. Nach dem Erfolg im letzten Jahr durfte auch dieses Mal das dreimalige Zeitfahren von Desenzano del Garda zwischen Ponte Veneziano und Landungssteg nicht fehlen. Weiter ging es über die Piazza Bra in Verona: Hier trafen sich die Fahrzeuge, durchquerten das prächtige Castel Vecchio und fuhren über die Zugbrücke, um dann die Arena zu erreichen. Am 18. Mai brach der Tross von Ferrara aus auf nach Argenta, Ravenna, Gambettola, Sant’Arcangelo di Romagna und durchquerte die Republik San Marino, um dann über die Via Flaminia Rom zu erreichen.

Im Morgengrauen des 19. Mai begann in Rom die dritte und letzte Etappe: Nach der früheren Papststadt Pienza wurden San Quirico d’Orcia und Buonconvento durchfahren. Dann kam einer der aufregendsten Momente der ganzen Mille Miglia: die Begegnung mit den Fans auf der Piazza del Campo mitten in Siena. Durch das Chianti-Gebiet und das Elsa-Tal ging es in die Altstadt von Florenz, eine der beliebtesten Städte bei den Teilnehmern, von dort zurück nach Brescia, wo die Fahrer auf der Viale Venezia gebührend gefeiert wurden.

Strahlende Sieger: Viaro/Bergameschi gewannen mit ihrem Alfa 6C 1500 S.

Seit der Premiere im Jahre 1927 gewannen die Mille Miglia fast ausschließlich Italiener auf einheimischen Fabrikaten. Das sollte sich auch 2007 nicht ändern: Gesamtsieger der 25. Auflage der Mille Miglia storica wurde das italienische Team Viaro/Bergamaschi auf einem 1928er Alfa Romeo 6C 1500 S. Das Gespann Knieps/Hamer (Geschäftsführer Axel Springer Auto Verlag GmbH) errang auf einem BMW 328 (Baujahr 1937) in der Gesamtwertung den 193. Platz der 375 gestarteten Teams. Übrigens: Die eingangs erwähnte BMW Isetta wurde 48.

Autor: Michael Mosuch

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