Mille Miglia 2016

Mille Miglia 2016: Vorschau

— 19.05.2016

Faszination und Herausforderung

Start frei für die Mille Miglia 2016: Die Tausend-Meilen-Vergleichsfahrt durch Italien ist nicht nur faszinierend, sondern auch eine echte Herausforderung für die Teams.

Für viele ist sie das spektakulärste Oldtimerrennen der Welt: die Mille Miglia. Anno 2016 führt sie vom 19. bis 22. Mai von Brescia nach Rom und wieder zurück in die Lombardei. Standen einst Eitelkeiten, millionenschwere Klassiker und spektakuläre 1700 Kilometer durch halb Italien im Vordergrund, ist die viertägige Ausfahrt längst zu einer gigantischen Werbeveranstaltung und einer echten organisatorischen Herausforderung geworden.
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Tausend Meilen führt die Mille Miglia durch teils malerische Landschaften.

Von 1927 bis 1957 donnerten beim seinerzeit schwersten Autorennen der Welt tollkühne Rennfahrer mit Höchstgeschwindigkeit über öffentliche Straßen. Stirling Moss, Tazio Nuvolari, Huschke von Hanstein oder Gianni Marzotto wurden hinter den spindeldünnen Steuerrädern zu Helden. Die Neuauflage ist seit 1977 eine Touristenfahrt – und zwar eine besonders schnelle. Im strammen Tempo geht es wie einst auf leicht variierender Strecke tausend Meilen quer durchs Land. Statt der ehemals zehn bis zwölf Rennstunden sind die finanzstarken Piloten in ihren rasenden Preziosen mittlerweile vier Tage unterwegs. Eine Oldtimerrallye wie keine andere, die versucht, die Historie ins Hier und Jetzt zu retten und dabei den Schein zu bewahren.

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Kein Wunder, dass viele Autohersteller die Mille Miglia zur Präsentation der eigenen, mehr oder weniger glorreichen Rennsportgeschichte nutzen. Was Mercedes, BMW, Porsche, Ferrari, Maserati, Jaguar oder Bentley alljährlich zur Mille Miglia auffahren, ist nicht selten das ganz große Besteck. Dabei sind die spektakulären Klassiker ähnlich akribisch vorbereitet, als würde man in der Formel 1 um den Sieg kämpfen. So ist Mercedes allein mit mehr als 40 Begleitfahrzeugen vor Ort. "Wir haben 16 Serviceteams mit 34 Spezialisten für Mechanik, Elektrik und Karosserie", sagt Projektmanager Michael Plag. "In diesem Jahr sind wir mit den Modellen SS, SSK, 300 SL Flügeltürer, 190 SL, 220a Ponton und 180 D im Rennen dabei."

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Porsche lässt es mit maximal drei Teams etwas ruhiger angehen. "Dies gibt uns eine Grundflexibilität im Management unserer Teilnehmer, die gerade im südländischen Ausland hin und wieder erforderlich ist", so Alexander E. Klein aus dem Klassikteam der Zuffenhauser. "Alle unsere Rennvorbereitungen dauern pro Fahrzeug bei uns ein bis zwei Tage", sagt Stefan Behr, seit Jahren für BMW im Veranstaltungsteam der Mille Miglia dabei. "Doch vor Ort gibt es viel zu tun. Da sind nachts auch schon Getriebe gewechselt oder während des Rennens in kleinen Ortschaften Schweißarbeiten durchgeführt worden."
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Bentley-Urgestein Richard Charlesworth war 2015 in einem werkseigenen 4.5 Litre Blower dabei.

Einst war die Mille Miglia Storico im autobegeisterten Italien unantastbar. Sie verzauberte über Jahre die Massen landauf landab und wurde zu einem mobilen Volksfest. Doch mittlerweile winken immer mehr Kommunen ab, wenn es um die Routenführung geht. Groß war das Gezeter vor Jahren, als die ersten ihre Pforten dichtmachten oder die geduldeten Geschwindigkeitsüberschreitungen im Nachgang teuer ahndeten. Viele wollen keine dreistündige Durchfahrt ihrer Stadtgrenzen mehr. Denn die kleinen Orte profitieren kaum von dem Klassiktross.

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Und dennoch: Einmal in dem filigranen Jaguar XK 120, dem mächtigen Bentley 4,5 Litre, einem grazilen BMW 328 oder dem visionären Mercedes 300 SLR durch die seichten Hügelketten der Toskana, begeisternde Kinderhände in Buonconvento abklatschen oder im Tross ins nächtliche Rom einfahren – das hat etwas Einmaliges, fraglos Unvergessliches. Die pralle Natur des italienischen Nordens genießen, das ebenso malerische wie touristische San Marino erklimmen und sich in namenlosen Orten einen Cappuccino am Wegesrand gönnen – all das kann man nur auf der Mille Miglia.

Autor: Stefan Grundhoff

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