Modellautos in Elgin Park

Elgin Park Elgin Park

Modellautos in Elgin Park

— 30.03.2010

Miniaturwelt der Oldtimer

Michael Paul Smith baut historische Straßenszenen in seiner Fantasiestadt Elgin Park im Maßstab 1:24 nach, stellt sie in seine reale Welt und macht ein Foto. Das Ergebnis ist die perfekte optische Täuschung.

Ein Parkplatz am Ufer eines Sees. Ein 49er Oldsmobile parkt neben anderen Autos in der Sonne, Schlagschatten auf dem Asphalt. Erster Eindruck: Das Foto dürfte in den 50ern aufgenommen worden sein. Doch die Autos, der Parkplatz, die Laternen – alles Modelle im Maßstab 1:24, aufgebaut auf einer Tischplatte. Nur der See und das Ufer dahinter sind echt – irgendwo im Nordosten der USA. Das Bild ist die perfekte Illusion. Ohne Bearbeitung am Computer, ohne Tricks. Zwei Welten verschmelzen. Einfach so. Ein Kunstwerk.

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Das Modell in die reale Welt gesetzt: So ergibt sich die perfekte optische Täuschung.

Michael Paul Smith war in seinem Leben Illustrator für Bücher, Lehrer an einer Mittelschule, er hat in einem Museum gejobbt und als Tapezierer gearbeitet. Heute, mit 60 Jahren, ist er plötzlich ein Star des Internets. Seine Fotos werden täglich von bis zu 750.000 Menschen angeklickt, seit Januar 2010 fast 25 Millionen Mal. Smith hat Elgin Park erschaffen, eine fiktive Stadt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier spielen die Straßenszenen, die er sich ausdenkt und baut. Nur die Modellautos sind gekauft. 300 Stück in 20 Jahren. Die Häuser, die Straßen: seine Fantasie. Auf Menschen verzichtet er mit Absicht. "Sie würden diese geheimnisvolle Stimmung zerstören."

Die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwindet

Michael Paul Smith ist ein Star des Internets. Seine Fotos werden täglich von bis zu 750.000 Menschen angeklickt.

Er nennt seine Bilder "Geschichten". Beim Bau beginnt er mit dem Modellauto, denkt sich eine Szene dafür aus. Studiert alte Fotos, die Farben, die damals beliebt waren. Wie die Straßen, die Läden aussahen, wie die Autos parkten. Dann beginnt er zu bauen. Auf einem Brett, vielleicht einen Quadratmeter groß. Ist er fertig, leiht er sich vom Nachbarn ein Auto, fährt durch Winchester, seine Heimatstadt, und sucht eine Stelle, um das Diorama auf einem Klapptisch in die Landschaft zu stellen. So, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität auf dem Foto verschwindet. "Ich muss dafür nie weit fahren oder lange suchen." Klick.

Seit fünf Jahren fotografiert Michael Paul Smith Straßenszenen aus Elgin Park. Er versuchte die Bilder in Boston auszustellen, aber nicht eine Galerie zeigte Interesse. Er lebte sein einfaches Leben in Neuengland, suchte sich Jobs, bastelte sich seine Welt. Seit Januar ist er weltbekannt. "Es haben ein paar Verlage angerufen, die einen Bildband herausbringen wollen", erzählt Smith. "Das wäre wundervoll." Euphorisch klingt er nicht. Dann macht er sich wieder an die Arbeit. Elgin Park hat noch ein paar Geschichten zu erzählen.

Autor: Hauke Schrieber

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