Modellautos: Pro und Kontra
— 02.11.2011Kleines Glück oder großer Unfug?
Die Fakten: Modellautos sind ein Riesenmarkt – mit Umsätzen zwischen 200 und 400 Millionen Euro im Jahr. Ansichtssache: Zwei Redakteure kommentieren in großem Maßstab
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Das erste Auto vergisst du nie. Meins war rot, ein Chevy Bel Air in Kinderhand-Format. Ein zuverlässiger Blechkamerad. Er hat mich ins Krankenhaus begleitet, als ich Scharlach hatte, hat mir keinen Crashtest krummgenommen und von mir noch TÜV bekommen, als er schon längst verrostet mit nur drei Rädern in der Spielzeugkiste parkte. Das prägt. Noch heute liebe ich Modellautos – behandle sie aber mittlerweile mit deutlich mehr Respekt. Da bin ich Spießer. Mein ganzes Büro habe ich mit meinen Mini-Preziosen zugeparkt. Sie sind die bezahlbaren Abbilder meiner Kleinjungen-Träume. Porsche 911 – hab ich alle. Triumph TR – vom Zweier bis zum Sechser stehen sie startklar im Regal. Ich kann sie Probe fahren, wann immer ich möchte. Völlig CO2-neutral und ohne ständige Angst, es könnte etwas kaputtgehen. Die Liebe, mit der viele dieser wunderbaren Blechzwerge gemacht sind, zeigt sich in höchster Handwerkskunst. Detailgetreu bis in die Lenkradnabe. Das Beste aber: Sie kosten keinen Unterhalt, und du kannst sie im Winter bei einem guten Glas Rotwein genießen. Für mich die schönste Brückentechnologie, bis ich im Sommer wieder hinters Lenkrad der großen Originale komme.
Alexander Cohrs: Nein danke!
Haben Sie sich mal gefragt, warum sich so viele Menschen so leidenschaftlich für Autos begeistern können, aber vergleichsweise wenige Zeitgenossen derart enthusiastisch auf Brunnen, Schlösser, Gemälde reagieren? Ich glaube, weil ein Auto mehr ausmacht als sein Anblick. Klar, das Design ist ein wichtiges Kaufargument. Aber ohne die Technik würden wir Menschen auf Autos bei Weitem nicht so liebenswert irrational reagieren. Und genau da liegt der Unterschied zu Modellautos. Denn die sind im Grunde wie Brunnen, Schlösser und Gemälde: schön anzuschauen, sicher auch von kultureller Bedeutung, aber sie sprechen nur die Augen an und lassen die anderen Sinne kalt. Die Bewegung, die Geräusche, die Präzision der Technik, das Fahrgefühl, also alles das, was ein echtes Auto so sinnlich macht, das haben Modellautos nicht. Sie sind halt nur ein Abbild der Realität, vielleicht auch eine Erinnerung, aber letztlich nie mehr als eine Kopie. Wenn es aber nur um den Anblick geht, um die Erinnerung, dann kann ich mir ein Auto auch in Zeitschriften oder im Internet anschauen. Das spart mir nicht nur Geld – ich muss meine Wohnung vor allem auch nicht mit hässlichen Vitrinen und Setzkästen verschandeln.Anzeige: Modellautos finden und kaufen
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Kommentare zum Artikel (24)
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Nachtrag:
Zitat von Herrn Cohrs: "...aber sie sprechen nur die Augen an und lassen die anderen Sinne kalt. Die Bewegung, die Geräusche, die Präzision der Technik, das Fahrgefühl, also alles das, was ein echtes Auto so sinnlich macht, das haben Modellautos nicht."
Womit haben sie, in ihrer Kindheit eigentlich gespielt, Herr Cohrs???
Herr Cohrs erinnert mich sehr an Martin Baudrexel! Da predigt dieser "Starkoch", dass er nur frische Ware verarbeitet und im folgenden Werbeblock preisst er eine Rama-Chemieplörre an! Herr Cohrs und Herr Staat gehören, wie damals Michael Specht gegangen! Ihr "lebt" Autos nicht! Ich selbst habe auch, wie Ziggy, Modelle von den Autos, die ich mal mein Eigen nennen durfte! Obwohl ich hauptsächlich Figuren und "Fahrzeuge" aus Sci-Fi Filmen und Horror Movies sammle! Zudem kann man sich auch an den Vitrinen herrlich "austoben" und diese schön gestalten!
Gehört Herr Cohrs etwa zu der Spezies von "Oldtimer - Freunden", die in einem Oldtimer lediglich eine Kapitalanlage sehen und sich mit ihren "Q-Tip gepflegten" Exponaten auf den jeweiligen Ausstellungen zelebrieren. Nur so, kann ich mir seine Einstellung gegenüber den liebevoll gestalteten Modellen vergangener Epochen vorstellen. Es ist nämlich keinesfalls so, dass Automodelle, sei es in welchem Massstab auch immer, nur die visuelle Wahrnehmung berühren, sondern dazu führen, sich auch in historischer Hinsicht mit der jeweiligen Zeit zu befassen und somit auch Seele und Geist berühren.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
So ziemlich jeder den ich kenne der etwas Autoaffinität hat, besitzt auch zumindest eine Handvoll von Modellen. Es gibt nunmal aber auch Leute, die sind keine Sammler. Solche Leute sind mir eher fremd, da meist "kalte" Charaktere.
Ich habe mich für eine kleine 1:43 Sammlung entschieden. Thema 1: Autos, die ich fuhr oder fahre (schwer, da ich auf seltene Fahrzeuge stehe, manche gibt es als Modell gar nicht!). Thema 2: Rolls-Royce und Bentley (erstaunlicherweise gibts Modelle dieser doch hochemotionalen Fahrzeuge sehr selten) sowie Staatskarossen.
Watt´n Horst, der Herr Cohrs, wer hat den Kerl nach seiner Meinung gefragt?!
*Hammerhart*