Modellautos: Pro und Kontra

— 02.11.2011

Kleines Glück oder großer Unfug?

Die Fakten: Modellautos sind ein Riesenmarkt – mit Umsätzen zwischen 200 und 400 Millionen Euro im Jahr. Ansichtssache: Zwei Redakteure kommentieren in großem Maßstab



Welche Meinung haben Sie? Stimmen Sie auf der rechten Seite ab!

Tomas Hirschberger sammelt und genießt.

Das erste Auto vergisst du nie. Meins war rot, ein Chevy Bel Air in Kinderhand-Format. Ein zu­verlässiger Blechkamerad. Er hat mich ins Krankenhaus begleitet, als ich Scharlach hatte, hat mir keinen Crashtest krummgenommen und von mir noch TÜV bekommen, als er schon längst verrostet mit nur drei Rädern in der Spiel­zeugkiste parkte. Das prägt. Noch heute lie­be ich Modellautos – behandle sie aber mittlerweile mit deut­lich mehr Respekt. Da bin ich Spießer. Mein ganzes Büro habe ich mit meinen Mini-Prezio­sen zugeparkt. Sie sind die bezahlbaren Abbilder meiner Klein­jungen-Träume. Porsche 911 – hab ich alle. Triumph TR – vom Zweier bis zum Sechser stehen sie startklar im Regal. Ich kann sie Probe fahren, wann im­mer ich möchte. Völlig CO2-neutral und ohne ständige Angst, es könnte etwas kaputtgehen. Die Liebe, mit der viele dieser wun­derbaren Blechzwerge gemacht sind, zeigt sich in höchster Hand­werkskunst. Detailge­treu bis in die Lenkradnabe. Das Beste aber: Sie kosten keinen Unterhalt, und du kannst sie im Winter bei einem guten Glas Rotwein ge­nießen. Für mich die schönste Brückentechnologie, bis ich im Som­mer wieder hinters Lenkrad der gro­ßen Originale komme.

Alexander Cohrs: Nein danke!

Alexander Cohrs erspart sich öde Vitrinien.

Haben Sie sich mal gefragt, warum sich so viele Menschen so lei­denschaftlich für Autos begeistern können, aber vergleichsweise we­nige Zeitgenossen derart enthusiastisch auf Brunnen, Schlös­ser, Gemälde reagieren? Ich glaube, weil ein Auto mehr ausmacht als sein Anblick. Klar, das Design ist ein wichtiges Kauf­argument. Aber ohne die Technik würden wir Menschen auf Au­tos bei Weitem nicht so liebenswert irrational reagieren. Und genau da liegt der Unterschied zu Modellautos. Denn die sind im Grunde wie Brun­nen, Schlösser und Gemälde: schön anzuschauen, sicher auch von kultureller Bedeutung, aber sie sprechen nur die Augen an und las­sen die anderen Sinne kalt. Die Be­wegung, die Geräusche, die Präzi­sion der Technik, das Fahrgefühl, also alles das, was ein echtes Auto so sinnlich macht, das haben Mo­dellautos nicht. Sie sind halt nur ein Abbild der Reali­tät, vielleicht auch ei­ne Erinnerung, aber letztlich nie mehr als eine Kopie. Wenn es aber nur um den Anblick geht, um die Erinnerung, dann kann ich mir ein Auto auch in Zeitschriften oder im Internet anschau­en. Das spart mir nicht nur Geld – ich muss meine Wohnung vor allem auch nicht mit hässlichen Vitrinen und Setzkästen verschandeln.

Autoren: Tomas Hirschberger, Alex Cohrs



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige
Adventskalender 2014

Adventskalender 2014

Im autobild.de-Adventskalender 2014 gibt es Preise im Gesamtwert von über 250.000 Euro.

Jetzt mitmachen und gewinnen!

Umfrage

'Können Sie sich für Modellautos begeistern?'

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Klassiker-Angebote