Modellautos: Rettungswagen

— 01.11.2012

Mit Blaulicht auf den Dachboden

Rüdiger Nemitz besitzt 1175 Rettungswagen und investierte nur 30.000 Euro. Geht das? Ein Blick in seine Modellsammlung gibt die Antwort: Ambulanzfahrzeuge in allen Formen und Farben sind Resultat seiner Leidenschaft.

Das ist eine Leidenschaft, die viele nicht verstehen", sagt Rüdiger Nemitz, denn er hat seinen Beruf zum Hobby gemacht. 1979 trat er seinen Dienst als Rettungsassistent in der DDR an. Seine Dienstfahrzeuge: ein Framo, Baujahr 1957, später ein Barkas B 1000 von 1973. So ei­nen kaufte Nemitz 1987 als erstes Plastik­modell. Die Sammelleidenschaft aber packte ihn erst mit der Wende. Nemitz: "Plötzlich stand alles in den Geschäften, was ich vorher nur aus dem Fernsehen kannte." Seitdem muss der Greifswalder alle Modelle oder Spielzeuge haben, die sich um Rettung drehen – darunter Autos aus Plastik, Blech, Holz.

Eigenes Museum mit 1175 Modellen

Sein kleinstes Modell: ein Ford P2 Kombi als Ambulanz. Der damalige Preis: 20 Mark. Ein paar Nummern größer ist der Krankentransporter T4 von 2002. Kleine Reperaturen erledigt Nemitz selbst.

Das Kleinste ist kleiner als eine Ein-Cent-Münze, das Größte misst rund 40 Zentimeter. 1175 Modelle hat er erstöbert. Jedes einzelne mit Foto katalogisiert nach Baujahr, Farbe, Größe und Kaufpreis. Gern geht Rüdiger Nemitz in sein "Herrenzimmer unterm Dach", legt eine Platte auf, trinkt ein Glas Wein und wiegt das eine oder andere Modell liebe­voll in der Hand. "Das ist eine Leiden­schaft, die viele nicht verstehen." Insge­samt stecken rund 30.000 Euro in seinem Museum, schätzt der 57-Jährige. Auch pri­vat fährt Nemitz Krankenwagen. Den aus­rangierten VW T4 mit Hochdach hat er 2011 vom Rettungsdienst HKS gekauft. 380.000 Kilometer hatte der gelaufen, doch noch fährt er zuverlässig zu jedem Flohmarkt. Die Blaulichter musste Nemitz entfernen, den Schriftzug überkleben. "Trotzdem grüßen mich viele Kollegen, weil sie den­ken, ich bin im Dienst." Seine große Liebe gilt noch heute dem Barkas, den er beruf­lich bis zur Wende fuhr. Der steht jetzt in einem anderen Museum – auf Usedom.

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